Holz verwenden ist gut für das Klima - wir machen unseren Wald klimafit

Gemeinsam mit der Kooperationsplattform Forst Holz Papier (FHP) startete Bundesminister Andrä Rupprechter am 27.10.2016 die Initiative: „Holz verwenden ist gut für das Klima – Wir machen unseren Wald klimafit!“

DIE AUSGANGSSITUATION

1. Klimawandel ist große Herausforderung der Gegenwart

Der Klimawandel und der nachhaltige Umgang mit knappen Ressourcen gehören zu den großen gesellschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart. In diesem Zusammenhang spielen Wälder eine besonders bedeutende Rolle. Dies wurde auch in den Zielsetzungen des globalen Klimaabkommens von Paris bestätigt.

Wälder samt ihren Böden haben ein großes Potential, den globalen Anstieg der CO2-Konzentration und den Temperaturanstieg zu mildern. Dieses Potential liegt im Ersatz von fossilen Brennstoffen durch erneuerbare Energieträger sowie in der Kohlenstoff-Speicher-Funktion von Wald-Biomasse und Holzprodukten. Dem wald- und holzbasierten Sektor kommt daher eine wesentliche Schlüsselrolle beim Klimaschutz und bei der Anpassung an den Klimawandel zu.

2. Gemeinsam den Klimawandel bewältigen

Im Rahmen der Kooperationsplattform Forst Holz Papier (FHP) arbeiten die Akteure der Forst- und Holzwirtschaft an gemeinsam getragenen Lösungen. Um die Folgen des Klimawandels bestmöglich bewältigen zu können, müssen allerdings alle Sektoren der Wirtschaft und alle Gruppierungen der Gesellschaft an einem Strang ziehen.

Im Österreichischen Walddialog versammelt das BMLFUW daher Interessensgruppen aus verschiedensten Bereichen, um sie aktiv in die Gestaltung, Pflege und Nutzung der Wälder einzubinden. Im Mai dieses Jahres beschlossen insgesamt 85 Organisationen einstimmig die Österreichische Waldstrategie 2020+: Der Klimaschutz zählt darin zu den wichtigsten Aufgaben. Die Initiative „Holz verwenden ist gut für das Klima – Wir machen unseren Wald klimafit“ baut darauf auf.

3. Nachhaltige Waldbewirtschaftung sichert Biodiversität und  Arbeitsplätze

Die nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes und die Erhaltung seiner multifunktionalen Leistungen ist oberstes Ziel der Österreichischen Waldpolitik. Dies schließt auch die Erhaltung des Kohlenstoffspeichers Wald hinsichtlich seiner Vitalität und Anpassungsfähigkeit mit ein.

Vor allem mit gezielten waldbaulichen Maßnahmen werden klimaresistente, heterogene, stabile und vitale Waldstrukturen unterstützt, welche auch in Zukunft die Multifunktionalität der Wälder und damit den Erhalt der Biodiversität, den Schutz vor Naturgefahren, die Sicherung von Arbeitsplätze und des Einkommens für den ländlichen Raum sicherstellen können. Gerade Klein- und KleinstwaldbesitzerInnen, insbesondere sogenannte „hofferne“ WaldbesitzerInnen, bedürfen besonderer Aufmerksamkeit bzw. Unterstützung bei der klimaangepassten nachhaltigen Bewirtschaftung ihrer Wälder.

4. Holz ist als Bau- und Werkstoff langlebiger CO2-Speicher

Wird Holz stofflich verwendet, verbleibt der gespeicherte Kohlenstoff bis zum Ende der Nutzungsdauer im jeweiligen Bau- oder Werkstoff. In langlebigen Holzprodukten, wie beispielsweise Bauten oder Möbel, ist daher der Kohlenstoff für viele Jahrzehnte der Atmosphäre entzogen. Als einfach zu merkende Kennzahl gilt: In einem Kubikmeter Holz sind rund eine Tonne CO2 (Äquivalent) gespeichert. Besonders vorteilhaft fällt die Klimabilanz von Holz aus, wenn die Substitutionseffekte noch zusätzlich berücksichtigt werden. In vielen Fällen kann Holz andere Materialien, deren Gewinnung, Verarbeitung und Bereitstellung, die ungleich energie- und damit CO2-intensiver ist, ersetzen. Kalkuliert man diese Effekte, verdoppelt sich sogar die eingesparte CO2- Menge auf rund zwei Tonnen je Kubikmeter Holz.

Holz ist niemals Abfall. Am Ende des Lebenszyklus kann jedes zunächst stofflich verwendete Holz einer abschließenden energetischen Nutzung zugeführt werden. Damit können fossile Energieträger ersetzt und entsprechend CO2 eingespart werden. Auch deswegen gilt: „Holz ist genial“!

DIE KAMPAGNE

Gemeinsam mit der Kooperationsplattform Forst Holz Papier (FHP) startete Bundesminister Andrä Rupprechter am 27.10.2016 die Initiative: „Holz verwenden ist gut für das Klima – Wir machen unseren Wald klimafit!“

1. Die Ziele der Kampagne:

  • die WaldbesitzerInnen bei der nachhaltigen Bewirtschaftung ihrer Wälder unter dem Gesichtspunkt der „Klimaanpassung“ zu unterstützen und
  • die breite Öffentlichkeit zu motivieren, mehr bzw. weiterhin Holz und Holzprodukte zu verwenden.

2. Konkrete Maßnahmen

Zu den konkreten Maßnahmen gehört einerseits eine Bewusstseinskampagne, die Schwerpunkte in der Öffentlichkeitsarbeit für die breite Öffentlichkeit und die Fachöffentlichkeit setzt und andererseits die Umsetzung von konkreten Projekten, die entlang der gesamten Wertschöpfungskette Holz erfolgen werden. Dies sind z.B. folgende:

Bewusstseinsbildung „Klimafitte Wälder“

  • Sensibilisierung von WaldbesitzerInnen sowie der breiten Öffentlichkeit für die Bedeutung der aktiven Waldbewirtschaftung, Bewusstseinsbildung über den Klimawandel und dessen Auswirkungen auf den Wald.
  • Aktive Aufklärung der Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer über die Bedeutung der Waldbewirtschaftung und Holzverwendung und der damit verbundene Beitrag zum Klimaschutz.
  • Erarbeitung zielgruppenspezifischer Informationen und Bildungsunterlagen für die Aus- und Weiterbildung von WaldbesitzerInnen, WaldbewirtschafterInnen und einer interessierten Öffentlichkeit.
  • Kostenlose Bereitstellung aller Informationen und Druckwerke

       Gemeinden machen ihren Wald klimafit/klimaaktiv

  • In enger Kooperation mit den Gemeinden (BürgermeisterInnen) werden Kleinst- und KleinwaldbesitzerInnen und hier vor allem neue und hofferne WaldbesitzerInnen dazu motiviert und unterstützt, ihre Wälder unter dem Gesichtspunkt des Klimawandels aktiv nachhaltig zu bewirtschaften.
  • Forcierung eines breiten Einsatzes des nachhaltigen Bau- und Energiestoffes Holz
  • Auszeichnung von Gemeinden, welche sich besonders für die energetische oder/und stoffliche Verwendung von Holz einsetzen

Schaffung von „Demonstrationsflächen“ und „Dauerversuchsflächen“

  • Österreichweit haben wissenschaftliche Einrichtungen wie z.B. das Bundesforschungszentrum Wald (BFW) oder die Universität der Bodenkultur (BOKU) forstliche Dauerversuchsflächen eingerichtet. Diese Flächen werden möglichst vollständig erfasst und dargestellt und je nach inhaltlicher Schwerpunktsetzung entsprechende Exkursionen dorthin angeboten und auch medial begleitet.
  • Die WaldbesitzerInnen werden aktiv eingeladen, diese Demonstrationsflächen (z.B. im Forstamt Ottenstein) zu besuchen, um so anhand konkreter Beispielen zur aktiven Bewirtschaftung ihrer Wälder motiviert zu werden.
  • Neuerrichtung von „regionalen“ Demonstrationsflächen, unter Beachtung einer günstigen Erreichbarkeit von Interessierten aus allen Bundesländern

Errichtung von Holzmobilisierungs-Modellregionen

  • Forstunternehmer und Waldverbände aktivieren WaldbesitzerInnen zur Bewirtschaftung ihrer Wälder
  • Regionale Kooperationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette organisieren und initiieren aktive, klimaangepasste Waldbewirtschaftungsmaßnahmen

Aus- und Weiterbildung in der Forst- und Holzwirtschaft mit Fokus Klimawandel

  • Weiterbildungsschwerpunkt z.B. in den Forstlichen Ausbildungsstätten
  • Durchführung von Waldbaukursen bzw. Waldbewirtschaftungskursen unter dem Gesichtspunkt des Klimawandels
  • Erstellung von Beratungsunterlagen hinsichtlich der Bewirtschaftung von Wäldern vor dem Hintergrund des Klimawandels

Wald-Klima Forschung

  • Schwerpunkt der Wald-Klimaforschung umfassen u.a.
  • Die genetische Verbesserung der Hauptbaumarten (Fi, Lä, Ki) mit Schwerpunkt Produktionssteigerung und Klimaverträglichkeit
  • Entwicklung von klimaangepassten Bewirtschaftungsmodellen (z.B. waldbauliche Modellierungen für Schutzwälder und Klimaanpassung)
  • Unterstützung der Holzforschung (z.B. Projekte wie Sumforest, Woodwisdom, Innovationen in der Verarbeitungstechnik, etc.)
  • Sozioökonomische Aspekte der Waldbewirtschaftung im Lichte der Klimaänderung

Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.bmlfuw.gv.at/forst/klimafitter_wald.html

Veröffentlicht am 13.12.2016, Waldpolitik und Waldinformation (Abteilung III/1)