Waldgipfel „Bioökonomie.Klimawandel.Wald“

Im Rahmen des Waldgipfels „Bioökonomie.Klimawandel.Wald“ am 10. September in Tulln diskutierten BM Maria Patek und LH-Stv. Stephan Pernkopf gemeinsam mit Vertreter und Vertreterinnen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft über die Chancen und Risiken der Bioökonomie für den österreichischen Forst- und Holzsektor.

Mit Hilfe der Bioökonomie soll eine der zentralen Fragen der Zukunft gelöst werden, nämlich, wie kann die Gesellschaft nachhaltig und verantwortungsvoll mit natürlichen Ressourcen umgehen und gleichzeitig erfolgreich wirtschaften.

Das BMNT hat in letzter Zeit unterschiedliche Strategien und Aktionsprogramme erarbeitet, mit dem Ziel den Herausforderungen, die sich aus dem Klimawandel ergeben, bestmöglich zu begegnen. Der forst- und holzbasierte Sektor spielt vielfach eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung dieser Instrumente. Die Österreichische Bioökonomiestrategie stand dabei neben den derzeit die Forstwirtschaft stark beeinträchtigenden Auswirkungen des Klimawandels beim Waldgipfel im Mittelpunkt. Die Bioökonomie bietet durch die Nutzung regionaler, nachhaltig nachwachsender Rohstoffe eine Vielzahl neuer Chancen für einen klimafreundlichen biobasierten Wirtschafts- und Produktionsstandort Österreich.

Beim Waldgipfel diskutierten Frau Bundesministerin Maria Patek und Landeshauptfrau-Stv. Stephan Pernkopf gemeinsam mit Vertreter und Vertreterinnen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft über die Chancen und die Risiken der Bioökonomie für den österreichischen Forst- und Holzsektor. Die Bioökonomie wird einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der österreichischen Klimaziele leisten. Eine nachhaltige Waldbewirtschaftung ist die Basis dafür und der Walddialog die wichtigste Plattform, um diese Entwicklung sicher zu stellen.

Wälder sind Betroffene des Klimawandels und gleichzeitig wichtiger Lösungsansatz bei der Reduktion von Treibhausgasemissionen.

In Österreichs Wald ist fast 1 Mrd. Tonne Kohlenstoff gespeichert. Dieser Kohlenstoff-Vorrat kann durch eine nachhaltige Waldbewirtschaftung weitgehend konstant gehalten werden.

Wenig Niederschlag, lange Hitzeperioden und Stürme haben in allerdings in den Jahren 2018 und 2019 in Österreichs Wäldern Spuren hinterlassen: Schadholzanteil ist extrem hoch und auch der Borkenkäferbefall im Nadelholz steigt dramatisch an. Vor allem im Osten bzw. Nordosten Österreichs ist die Lage sehr angespannt. Für 2019 wird mit einer Menge von rund 11 Mio. Fm Schadholz gerechnet. Durch den hohen Anteil an Schadholz ist der Holzpreis am Tiefstand – Erntekosten können durch die Erlöse teilweise nicht mehr abgedeckt werden.

Aus diesem Grund wurden seitens des BMNT folgende Maßnahmen erarbeitet:

Bereits umgesetzte Maßnahmen 2018-2019 (Regelungen gelten nach wie vor):

  • Das Trockenheitspaket für die Land- und Forstwirtschaft stellt 35 Mio. Euro für die Schadgebiete aus den Mitteln der Ländlichen Entwicklung für Forstschutz und Wiederbewaldung zur Verfügung, wobei 20 Mio. Euro auf Sofortmaßnahmen und 15 Mio. Euro für Wiederbewaldung der Katastrophenflächen entfallen.
  • Essentiell bei großen Mengen Schadholz ist neben dem Abtransport auch die richtige Lagerung des Holzes. Die vorübergehende Lagerung von Schadhölzern auf landwirtschaftlich genutzten Flächen wurde hierfür erleichtert.  Wasserstellen und Lagerplätze, Nasslagerplätze und Aufarbeitungsplätze werden gefördert. Der Fördersatz für Nasslager wurde dazu auf bis zu 80 % angehoben.

 

Neue Forstmaßnahmen 2019:

Mittelfristig ist nicht mit einer Entspannung der Situation zu rechnen. Daher wurden neue Forstmaßnahmen für 2019 erarbeitet:

  • Standardkostensätze für Aufforstungen werden um 1 Euro pro Pflanze erhöht. Dabei handelt es sich um eine zusätzliche Unterstützung zur Pflege der aufgeforsteten Pflanzen. Damit wird ein zusätzlicher Anreiz für die Begründung biodiverser und klimafitter Wälder geleistet.
  • Standardkostensätze für weitere waldbauliche Eingriffe, die zu stabilen, klimafitten Beständen führen, werden entsprechend adaptiert. Folge: Erhöht die CO2-Aufnahmefähigkeit der Wälder.
  • Unterstützung für die Anlage von „Biotopholzinseln“ geplant. Folge: Totholz, das im Wald belassen wird, bietet Lebensraum für kleine Tiere und Pflanzen.

Diese Sofortmaßnahmen sollen ab Oktober 2019 wirksam werden. Für in den Jahren 2018 und 2019 bereits zur Förderung eingereichte Aufforstungen soll eine Ergänzung für Pflegemaßnahmen beantragt werden können.

Positiver Effekt der Sofortmaßnahmen

  • Anreize für Waldbesitzer zum Wiederaufbau ihres forstwirtschaftlichen Potentials mit klimafitten Baumarten
  • Sicherung und Wiederherstellung aller Waldfunktionen
  • Wirkungen des Waldes hinsichtlich Abschwächung des Klimawandels gewährleisten: Optimierung der CO2-Speicherfähigkeit des Waldes und seiner Holzprodukte
  • Bereitstellung von Holz für die Bioökonomie

Mit den Sofortmaßnahmen werden die Waldbesitzer bei den notwendigen Aufforstungen unterstützt. Österreichs Wälder müssen klima- und zukunftsfit werden – dafür müssen alle Beteiligten an einem Strang ziehen.

Veröffentlicht am 11.09.2019, Kabinett der Bundesministerin

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