Sektionsleiterin Maria Patek im Walddialog Interview

DIin Maria Patek, MBA - Leiterin der Sektion Forstwirtschaft und Nachhaltigkeit

Im Walddialog Interview erzählt sie, was sie an der Forstwirtschaft begeistert und welche Aufgaben sie an ihrer Arbeit besonders spannend findet.

DIin Maria Patek, MBA ist seit August 2018 die neue Leiterin der Sektion „Forstwirtschaft und Nachhaltigkeit“ im Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus. Davor leitete sie die Sektion „Wasserwirtschaft“. Von 1983 bis 2016 hatte sie verschiedene Funktionen im Bereich der Wildbach- und Lawinenverbauung inne. Sektionschefin Maria Patek studierte Forst- und Holzwirtschaft an der Universität für Bodenkultur in Wien.

 

Walddialog: Nach einem „Ausflug“ in die Wasserwirtschaft sind Sie nun zu den „Wurzeln“ Ihres Studiums zurückgekehrt. Was begeistert Sie an der Forstwirtschaft?

 

Maria Patek: Mich begeistern die vielfältigen Wirkungen des Waldes, die unterschiedlichsten Stakeholder – von den großen Wirtschaftsbetrieben über die Familienforstbetriebe bis hin zu den zahlreichen NGO’s und der gesamten Bevölkerung Österreichs. Letztlich geht es um die Sicherstellung einer multifunktionalen nachhaltigen Waldbewirtschaftung, was nur durch einen bestmöglichen Austausch und Ausgleich der vielfältigen Interessen gehen kann.

 

Walddialog: Die Nachhaltigkeit ist jetzt auch im Namen Ihrer Sektion vertreten. Was bedeutet für Sie persönlich der viel verwendete Begriff?

 

Maria Patek: Die bisherigen forstlichen Aufgaben der Sektion wurden durch die Agenden Natur- und Artenschutz, Nationalparks und Nachhaltigkeit erweitert, was mich sehr freut.

Den Begriff der „Nachhaltigkeit“ habe ich im Zuge meines Studiums kennengelernt. Mittlerweile ist er nahezu in allen Köpfen und Bereichen angekommen und es gibt daher auch die unterschiedlichsten Auslegungen und Vorstellungen dazu. Eine nachhaltige Lebenseinstellung habe ich persönlich bereits von Kindesbeinen an in meiner Familie mitbekommen, im Alltag gelebt und weitergegeben.

 

Walddialog: Wo sehen Sie Handlungsbedarf im Bereich Forstwirtschaft und Nachhaltigkeit?

 

Maria Patek: Der Klimawandel und die Auswirkungen sind große Herausforderungen. Besonders Hitze, Trockenheit und Schädlingsbefall waren Faktoren, die dem österreichischen Wald auch heuer wieder stark zugesetzt haben. Es ist unsere Aufgabe, für die politischen Entscheidungsprozesse Strategien und Antworten vorzubereiten und Klimaschutz und –anpassung konsequent voran zu treiben. Eine weitere Herausforderung ist die konsequente Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDGs). Dabei leistet die Österreichischen Waldstrategie 2020+ und das dazugehörige Arbeitsprogramm mit über 200 konkreten Maßnahmen einen wesentlichen Beitrag.

 

Walddialog: Welchen Beitrag kann der Österreichische Walddialog leisten, die Ziele der Sektion Forstwirtschaft und Nachhaltigkeit zu erreichen und wie sehen Sie die Zukunft des Walddialogs?

 

Der Österreichische Walddialog ist seit mittlerweile 15 Jahren ein beispielhafter Dialogprozess, der die Waldpolitik in Österreich maßgeblich mitgestaltet. Es ist nicht selbstverständlich, dass über 85 Organisationen und Institutionen ihr Know-how und ihre Ressourcen zur Verfügung stellen und aktiv an einem Politik-Formulierungsprozess beteiligt sind. Dies zeugt von der gegenseitigen Wertschätzung, die in diesem Forum gelebt wird und sich in den konsensualen Ergebnissen des Walddialogs widerspiegelt. Der Walddialog hat in Vergangenheit bewiesen, dass wir auch den zukünftigen Herausforderungen am besten gemeinsam begegnen. In diesem Sinne freue ich mich weiterhin auf eine konstruktive Zusammenarbeit für den Wald.

 

Das Walddialog Team bedankt sich für das Interview!

 

Veröffentlicht am 30.10.2018, Waldpolitik, Waldökonomie und Waldinformation (Abteilung III/1)