FORST&JAGD-DIALOG - 7. Jahresbilanz liegt vor!

Ergebnisse der 1. Boardsitzung 2019: Die 7. Jahresbilanz 2019 umfasst Empfehlungen zur Optimierung der Abschussplanungen in Österreich, Empfehlungen für das mit den forstlichen Zielsetzungen abgestimmte Wildmanagement auf nach Katastrophen wieder zu bewaldenden Flächen und den Arbeitsauftrag für die Entwicklung von Empfehlungen für Überwinterungskonzepte für Wildtiere!

Positionierungen des Boards betreffend Überwinterungskonzepte für Wildtiere:

Die ungewöhnlichen Witterungsbedingungen des vergangenen Winters mit den hohen und zum Teil langanhaltenden Schneedecken und unser Bemühen zur Erreichung ausgeglichener Wald – Wild Verhältnisse in ganz Österreich wurde zum Anlass genommen, die Arbeitsgruppe 2 des Forst Jagd Dialoges auf Basis folgender Grundsätze mit der Behandlung des Themas Überwinterungskonzepte für Wildtiere zu beauftragen:

  • Die jagdgesetzlichen Grundlagen regeln die Fütterung in Notzeiten und geben Standards für die Wildtierfütterung vor. Diese sollen auf ihre Praxistauglichkeit überprüft werden.
  • Das Füttern soll unter Beachtung der jagdgesetzlichen Vorschriften grundsätzlich der Entscheidungsfreiheit des jeweiligen Grundeigentümers obliegen, soweit die Walderhaltung im öffentlichen Interesse und im Sinne des Nachbarschutzes gesichert ist.
  • Füttern ist eine verantwortungsvolle Tätigkeit, welche professionelles Wissen erfordert, um mögliche Fütterungsfehler und damit verbundene unerwünschte Auswirkungen auf die Waldbestände zu vermeiden. Dazu sollen vertiefende Informationen ausgearbeitet und Checklisten für die praktische Anwendung entwickelt werden. 
  • Unter Einbindung aller Betroffenen von Beginn an, sollen in den Regionen Überwinterungskonzepte entwickelt werden, die insbesondere die Fütterung und auch die für eine Überwinterung so wichtigen „Ruhezonen“ berücksichtigen. Diesbezügliche Pilotprojekte sollen entsprechend fachlich begleitet werden.
  • Örtliche und überörtliche Fütterungskonzepte sollen Informationen über die Art und Menge der zu fütternden Wildtiere, über die Örtlichkeiten und die Art des Futters beinhalten. Dafür sollen gemeinsame fachliche Einschätzungen über ökonomisch und ökologisch tragfähige Wildstände vorgenommen und entsprechende Empfehlungen entwickelt werden.

Bereits sechs Jahresbilanzen zeigen eindrucksvolle und nachhaltig wirksame Ergebnisse und Erfolge des Dialogs.

Ein ausgewogenen Wald-Wildverhältnis ist nicht nur mit der Erhöhung der Abschusszahlen zu erreichen. Ebenso unerlässlich erscheinen moderne Ausbildungs- und Beratungsinhalte. Die Ergebnisse des Wildeinflussmonitorings (WEM) zeigen nach wie vor noch angespannte Situationen, diese aber mit Hoffnung gebenden Entwicklungstendenzen. Besonderes Augenmerk erfordert der verstärkte Verbesserungsbedarf im Schutzwald.

Bei der Sitzung des Boards am 17. Juli 2019 am Waldcampus  (FAST) Traunkirchen wurde die 7. Jahresbilanz der Öffentlichkeit vorgestellt.

 

Veröffentlicht am 18.06.2019, Waldschutz, Waldentwicklung und forstliche Förderung (Abteilung III/4)