Belastungen des Waldes

Witterungsbedingte Katastrophen und Schädlingsmassenvermehrungen führen immer wieder zu durchaus großen wirtschaftlichen Schäden und Beeinträchtigungen der Waldfunktionen

ExpertInnen erwarten, dass diese negativen Faktoren durch den Klimawandel weiter verschärft werden, in erster Linie verursacht durch Borkenkäfer und Stürme. Die Überwachung des Waldzustandes erfolgt insbesondere durch Erhebungen des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW). Probleme gibt es vor allem in Folge von Sturmschäden und dort, wo mehrere Schwächungsfaktoren zusammenwirken.

Besonders schwerwiegend sind Schäden im Schutzwald. Windwürfe, Borkenkäfer, Überalterung durch geringe Nutzung und ungenügende Verjüngung in Folge von Wildverbiss und Waldweide sowie Luftverunreinigungen erschweren in diesen sensiblen Waldregionen oftmals die Bemühungen um stabile Waldbestände.

Schäden durch Borkenkäfer

Die Schäden durch Borkenkäfer nahmen besonders entlang der nördlichen und südlichen Kalkalpen zu. Die Folgen der Sturmschäden 2007 und 2008 waren vor allem in diesen meist schwer zugänglichen Schadensgebieten in der Steiermark, in Kärnten und Salzburg deutlich zu spüren.

Die WaldeigentümerInnen sind laufen aufgerufen, besonderes Augenmerk auf Borkenkäferbefall zu legen und möglichst frühzeitig notwendige Bekämpfungsmaßnahmen zu setzen. Die Forstdienste der Länder und die BeraterInnen der Landwirtschaftskammern bieten schwerpunktmäßig gezielte Beratung an. Für Vorbeugungsmaßnahmen, wie das Legen von Fangbäumen und Häckseln von Schlagrücklass stehen Förderungen zur Verfügung. Das BFW bietet Informationen im Internet unter http://borkenkaefer.at an.

Neben den Problemen mit der Vermehrung der Borkenkäfer berichten die Experten für Waldschutz des BFW von teilweise noch ungeklärten Schäden an Lärche und Bergahorn sowie von einer weiteren Ausbreitung des Eschentriebsterbens.

Schäden durch Wild - Wildeinflussmonitoring (WEM)

Das fachlich vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) begleitete WEM liefert bereits seit dem Jahr 2004 österreichweit statistisch abgesicherte Daten über den Wildeinfluss auf die Waldverjüngung. Dieses Monitoringsystem wurde vom Bundesforschungszentrum für Wald in enger Abstimmung mit den Landesforstdiensten und im Konsens mit der Jägerschaft entwickelt.

Das WEM beruht auf einer modernen, wissenschaftlich anerkannten Methode, die laufend evaluiert wird. Mit der heuer laufenden neuen Aufnahmeperiode werden entsprechende Adaptierungen vorgenommen, um die Aussagekraft noch weiter zu verbessern. Bei der Bewertung der Ergebnisse geht es nicht in erster Linie um Absolutwerte, sondern um die Darstellung von Entwicklungstrends auf Bezirksebene.
 

 

Veröffentlicht am 01.04.2019, Waldschutz, Waldentwicklung und forstliche Förderung (Abteilung III/4)