Österreichs Wald bekommt Bestnoten - Österreichischer Waldbericht 2015

Der Waldbericht 2015 ist eine Bestandsaufnahme über den österreichischen Wald. Die meisten Tendenzen sind positiv und unterstreichen die Nachhaltigkeit, mit der die Waldflächen multifunktional bewirtschaftet werden.

So zeigt sich, dass die Waldflächen in Österreich, wie schon in den letzten Jahrzehnten, weiter ansteigen. Mittlerweile sind rund 4 Mio. Hektar mit Wald bedeckt, was 47,6% der gesamten Staatsfläche entspricht. Weiters nimmt der Holzvorrat im Ertragswald weiter zu. Seit der Österreichischen Waldinventur 1961/70 ist der Holzvorrat um ca. 1/3 auf 1.135 Mio. Vorratsfestmeter (Vfm) gestiegen.

Neben dem Holzvorrat sind der Holzzuwachs ebenso wie der Holzeinschlag wichtige Größen in der Bewertung der Nachhaltigkeit der Holznutzung in Österreich. Seit den 60er Jahren wächst jährlich mehr Holz im Wald nach als wirtschaftlich genutzt wird. Der Zuwachs liegt im Moment bei 30,4 Mio. Vfm. Demgegenüber steht eine Nutzung von 25,9 Mio. Vfm. Damit ist der Wald ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Der holzbasierte Sektor trug 2013 mit 5 Mrd. € Bruttowertschöpfung und einem Außenhandelsüberschuss von 3,41 Mrd. € zur Wirtschaftsleistung Österreichs bei. Die Verwendung des Rohstoffes Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung wirkt sich überdies positiv auf den Klimaschutz aus und ist eine tragende Säule der Green Economy.


Auch geht der Trend bei der Waldbewirtschaftung immer deutlicher zu mehr Naturnähe. Dies zeigt sich durch den steigenden Anteil an Laubhölzern und Sträuchern sowie den Rückgang von Fichtenreinbeständen und die Entwicklung hin zu Mischbeständen. Zudem nimmt das Totholz, welches Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren und Pflanzen ist, seit Jahrzehnten zu.


Weiters steigt der Anteil geschützter Wälder in Österreich stetig an. Mittlerweile sind fast 22 % der Gesamtwaldfläche naturschutzrechtlich ausgewiesene Schutzgebiete.


Neben der wirtschaftlichen und ökologischen Leistung, die der Wald in Österreich erbringt, spielt auch die Schutzfunktion eine erhebliche Rolle. Bewaldete Flächen, gerade in steilen Gebieten, schützen Infrastrukturen wie Siedlungen, Straßen und Bahntrassen, aber auch den Standort selbst vor Erosion. Ungefähr 20% der gesamten Waldfläche haben vorrangig diese Funktion.


Handlungsbedarf wird in der Wild-Thematik aufgezeigt, denn die Schäden die durch Wildeinfluss am österreichischen Wald entstehen sind seit Jahren auf einem hohen Niveau und verhindern häufig die notwendige Verjüngung.


Im Waldbericht 2015 wird abschließend Österreichs Engagement, sich international für nachhaltige Waldbewirtschaftung einzusetzen, erwähnt. Österreich bringt sich einerseits in die internationale Politikgestaltung zum Thema Wald proaktiv ein, andererseits wird der bilaterale Know-how- und Technologietransfer forciert und Projekte zu nachhaltiger Waldbewirtschaftung weltweit unterstützt.

Veröffentlicht am 04.03.2015, Waldpolitik, Waldökonomie und Waldinformation (Abteilung III/1)