Waldinventur des BFW - Daten und Fakten

Die Waldinventur des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW) ist die größte Untersuchung und Erhebung dieser Art. Mit ihren Kennzahlen liefert sie wichtige Grundlagen für die heimische Forst- und Umweltpolitik.

Die Waldinventur wird seit mehreren Jahrzehnten durchgeführt. Dafür werden an mehr als 5.500 Stellen Untersuchungen und Erhebungen vorgenommen. Die organisatorische und technische Abwicklung wird vom BFW durchgeführt. Im Jänner 2019 wurden die neuesten Ergebnisse vorgestellt.

Basiskennzahlen

Fast 48 % des österreichischen Staatsgebietes sind mit Wald bedeckt – die Untersuchung. Den höchsten Waldanteil weisen die Bundesländer Steiermark und Kärnten auf, dort sind jeweils mehr als 60 % der Landesfläche bewaldet. Obwohl Wien als Ballungszentrum erwartungsgemäß den geringsten Waldanteil aufweist, sind selbst dort 23 % der Landesfläche mit Wald bedeckt.

Insgesamt stellte sich heraus, dass mehr Wald nachwächst, als Holz aus ihm entnommen wird. In den letzten 10 Jahren ist der Waldanteil durchschnittlich um 3.400 Hektar pro Jahr gewachsen, was einem jährlichen Zuwachs von 4762 Fußballfeldern entspricht. Die Gesamtwaldfläche beträgt dadurch erstmals über 4 Mio. Hektar.

Entwicklung und Ausblick  

Die Untersuchung weist einen deutlichen Trend zu mehr Laub- und Mischwald auf, der Bestand der Nadelhölzer ist hingegen in Summe rückläufig. Vor allem der Buchen-, Ahorn- und Eschenbestand hat zugenommen, was der Artenvielfalt und den gesteckten Biodiversitätszielen entgegenkommt. Darüber hinaus sind Laub- und Mischwälder stabiler und auch resistenter, sowohl gegen Schädlingsbefall, als auch gegen klimatische Veränderungen.

Waldnutzung

Im Vergleich zur letzten Waldinventur konnte eine Steigerung der Waldnutzung festgestellt werden: Derzeit werden rund 88 % des nachwachsenden Holzes genutzt, was insgesamt zu einer Reduktion der der Abhängigkeit von fossilen Ressourcen führt. Dieser Aspekt ist vor allem auch für die Zielsetzungen des BMNT im Bereich der Bioökonomie, dem Weg in eine erdölfreie Gesellschaft, von großer Wichtigkeit.

Die Nutzung und Bewirtschaftung durch Großbetriebe ist im Vergleichszeitraum in etwa konstant. Die Bundesforste haben die Nutzung auf 76 % des nachwachsenden Holzes reduziert. Bei Kleinwäldern (unter 200 ha) konnte insgesamt eine Steigerung der Waldnutzung festgestellt werden, was einen positiven Trend unterstreicht. Denn vor allem bewirtschaftete und gepflegte Wälder tragen maßgeblich zum Klimaschutz bei, dienen als Schutzwald und Erholungsraum.

Frauen in der Forstwirtschaft

Frauen spielen in der Forstwirtschaft eine wichtige Rolle: So sind 30 % der Besitzer von Kleinwäldern sind weiblich und 25 % der Waldfläche befinden sich in weiblichem Eigentum. Allerdings sind nur 11 % der Forstarbeiter Frauen. Deshalb wurde kürzlich ein Mentoring-Programm für Frauen ins Leben gerufen.

Wirtschaftliche Bedeutung des Waldes

Der Produktionswert des Waldes entlang der gesamten Wertschöpfungskette liegt bei 12 Mrd. Euro. Der durchschnittliche Exportüberschuss beträgt 3,5 Mrd. Euro. Insgesamt sind rund 172.000 Betriebe an dieser Wertschöpfung beteiligt, 300.000 Menschen beziehen ein Einkommen daraus.

Klimawandel und Klimaschutz

Der heimische Wald ist eine tragende Säule für den Klimaschutz: Wälder und ihre Böden speichern rund 3,6 Mrd. Tonnen CO2 Äquivalente, das ist ca. das 40fache des jährlichen Ausstoßes in Österreich. Jeder Kubikmeter Holz speichert fast eine Tonne CO2.

Der Klimawandel stellt die heimischen Wälder vor große Herausforderungen. So war das Jahr 2018 von einem starken Borkenkäferbefall geprägt. Laut Schätzungen wurden rund 4  Mio. Festmeter Holz beschädigt, was der höchste je verzeichnete Schaden ist. Ursache des hohen Schädlingsdrucks sind vor allem lange Trockenheitsperioden. Betroffen sind vor allem Fichtenbestände. Diese müssen im Anlassfall rasch geschlagen und aus dem Wald entfernt werden. Hierfür wurden im vergangenen Jahr umfangreiche Sofortprogramme beschlossen.

Schutz vor Naturgefahren

Die heimischen Wälder spielen vor allem im alpinen Gebiet eine wichtige Rolle beim Schutz vor Naturgefahren. 800.000 Hektar des Waldbestandes gelten als Schutzwald und tragen damit zur Sicherung von Siedlungsgebieten bei. Im Rahmen der Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) stellt das BMNT Mittel bereit, um diese für Leib und Leben wichtigen Funktionen des Waldes bestmöglich sicherzustellen.

Veröffentlicht am 25.01.2019, Kommunikation und Service (Abteilung Präs. 5)