Staatspreis für beispielhafte Waldwirtschaft 2018: Innovation und Vielseitigkeit

Am Freitag, den 28. September wurde in Salzburg der Staatspreis für beispielhafte Waldwirtschaft verliehen. 9 Preisträgerinnen und Preisträger wurden im festlichen Rahmen für ihre innovativen und nachhaltigen Projekte in der Waldwirtschaft geehrt.

Der Staatspreis für beispielhafte Waldwirtschaft, den es seit 1994 gibt, ist Anlass dafür, die besten Ideen auszuzeichnen und die Arbeit der Waldbäuerinnen und Waldbauern einem größeren Publikum vorzustellen. Der Preis steht für das Aufzeigen der vielfältigen Möglichkeiten, aus dem Wald gleichzeitig naturverträglichen und wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen, das Selbstverständnis der Waldbäuerinnen und -bauern zu stärken und den Stellenwert der bäuerlichen Waldwirtschaft zu erhöhen, damit das Ökosystem Wald auch für zukünftige Generationen erhalten bleibt.

Die Preisträgerinnen und Preisträger

Urbarialgemeinde Draßmarkt

„Der Wald ist eine Energiemühle für den Körper“ – ist das Motto von Franz Eckhard, dem Obmann der Urbarialgemeinde Draßmarkt. 90 Miteigentümer und -eigentümerinnen bewirtschaften hier gemeinsam eine Waldfläche von 170 ha. Die Gemeinde schätzt den Wald auch außerhalb der Holznutzung und richtete zudem Wasserbiotope und Vogelbrutkästen im Urbarialwald ein.

Fam. Günter und Heike Zeilinger

Familie Günter und Heike Zeiliger aus Himmelberg in Kärnten möchte „Die Botschaft des Waldes den Gästen nahe bringen“ und verbindet in ihrem Betrieb Wald- und Landwirtschaft mit Tourismus. Ihr Wald in montaner Lage macht 30 % vom Gesamtumsatz aus. Gäste in ihrem „Natur Gut Lassen“ können Urlaub am Bauernhof hautnah erleben und werden mit regionalen Bio-Lebensmitteln verwöhnt.

Fam. Gerhard und Erika Pichler

Das „Waldbauerngut Wenten“ in Hollenstein, Niederösterreich wird von Familie Gerhard und Erika Pichler bewirtschaftet. „Im Wald geht es mir gut“, sagt Gerhard Pichler, der seinem Sohn Thomas die Liebe für die Waldarbeit mitgegeben hat. Die Arbeit im steilen Waldbestand von 132 ha teilt sich die gesamte Familie, die um kontinuierliche Pflegemaßnahmen und Durchforstung bemüht ist.

Herr Josef Haslinger

Josef Haslinger aus Lichtenberg in Oberösterreich ist überzeugt: „Waldwirtschaft ist ein ungeschriebener Generationenvertrag“. Gemeinsam mit seinen Eltern bewirtschaftet er 36 ha landwirtschaftliche Nutzfläche und 20,5 ha Wald. Ihm ist forstliche Weiterbildung ein besonderes Anliegen und sein Betrieb dient daher für die Bezirksbauernkammer und den Landesforstdienst als Exkursionsbetrieb.

Fam. Simon Sturm, Kollerbauer

Im Salzburger Flachgau bewirtschaftet Simon Sturm mit seiner Familie insgesamt 39 ha Nutzfläche mit einem Waldanteil von 13 ha. „Die Land- und Forstwirtschaft ist mein Leben“, sagt Simon Sturm und legt besonderen Wert auf einen naturnah aufgebauten Wald. In diesem widmet er sich auch dem Naturschutz und insbesondere dem Schutz der Ameisenvölker in seinem und dem angrenzenden Wald.

Fam. Günter und Florian Pusterhofer

Familie Günter und Florian Pusterhofer bewirtschaftet in Niklasdorf, in der Steiermark eine Gesamtfläche von 119 ha, wobei 79 davon Wald sind. Die gesamte Familie arbeitet täglich im Betrieb und Günter Pusterhofer ist überzeugt: „Zusammenhalt ist das Wichtigste“. Nach einem Windwurf im Jahr 2015 wurde mit der fachgerechten Wiederbewaldung bereits im nächsten Frühjahr begonnen. Auf das Holz seines Waldes ist Günter Pusterhofer besonders stolz und verarbeitet es auch zu Möbelstücken.

Gemeindegutsagrargemeinschaft von Längenfeld

Die neun Tiroler Gemeindegutsagrargemeinschaften aus Längenfeld bewirtschaften rund 95 % der Gemeinde-Waldfläche mit rund 3.250 ha Fläche. Der Schutzwaldanteil liegt bei 92 % und Martin Tamerl, Waldaufseher, ist überzeugt: „Der Wald ist Schutz für die Gemeinde“. Besonderen Wert legt die Gemeinschaft auf die nachhaltige Waldbewirtschaftung im Verband, hier helfen alle zusammen und sind fest von ihrer Arbeit überzeugt.

Agrargemeinschaft Frassenwald

Die Agrargemeinschaft Frassenwald aus Raggal in Vorarlberg bewirtschaftet in der Berggemeinde den Schutzwald direkt über dem Siedlungsgebiet. „Ich war mein Leben lang gerne in der Natur“, sagt Agrarobmann Johann Küng und setzte sich stets für die qualitäts- und stabilitätsorientierte Waldpflege ein. Bis in die 80er Jahre waren die Wälder nämlich noch in einem desolaten Zustand, erst mit der ganzheitlichen Bewirtschaftung der Agrargemeinschaft trat eine Änderung ein.

Benediktinerstift Altenburg

Das Benediktinerstift in Altenburg, Niederösterreich zählt den Wald zu den wesentlichen, wirtschaftlichen Säulen des Klosters. Prior Pater Michael Hüttl ist bemüht den Wald von innen zu verstehen und nicht rein von außen zu gestalten. Herbert Schmid leitet den rund 2.300 ha großen Forstbetrieb und hat kurz nach seiner Übernahme mit dem Umbau der Bestände begonnen um den Wald klimafit zu machen.

Veröffentlicht am 26.09.2018, Wildbach- und Lawinenverbauung und Schutzwaldpolitik (Abteilung III/5)