Darf man im Wald Reiten?

Eine über das Betreten und Aufhalten zu Erholungszwecken hinausgehende Benutzung, wie das Reiten, aber auch das Lagern bei Dunkelheit, Zelten, oder Befahren bedarf einer Zustimmung.

Eine über das Betreten und Aufhalten zu Erholungszwecken hinausgehende Benutzung, wie das Reiten, aber auch das Lagern bei Dunkelheit, Zelten, oder Befahren (auch mit Fahrrädern), ist nur mit Zustimmung des Waldeigentümers, und in Bezug auf Forststraßen nur mit Zustimmung des Forststraßenerhalters (der zumeist der Waldeigentümer ist) zulässig.

Das bedeutet, dass der Waldeigentümer- oder Forststraßenerhalter das Reiten ausdrücklich erlaub muss. Besteht keine solche Erlaubnis, ist das Reiten im Wald, zu dem auch die Forststraßen zählen, verboten.

Forstliche Kennzeichnungsverordnung

Gemäß Forstlicher Kennzeichnungsverordnung gilt, sofern die Zulässigkeit der (allgemeinen) Benutzung zum Reiten gekennzeichnet werden soll, die Zustimmung als erteilt, wenn eine Tafel in nachstehender Art und Weise angebracht wird:

Die Tafel hat eine rechteckige Form mit einer Mindestbreite von 35 cm und einer Mindesthöhe von 45 cm aufzuweisen. Sie ist in weißer Farbe zu halten und am oberen und unteren Rand mit einem gelben Streifen von jeweils einer Höhe von zirka einem Sechstel der Tafelhöhe abzuschließen. Im weißen Feld ist in schwarzer Aufschrift die Art und der Umfang der zulässigen Benützung (diesfalls betreffend das Reiten) ersichtlich zu machen; die Aufschrift darf auch durch Symbole ergänzt werden.

Die Tafeln sind, bei Forststraßen und sonstigen Wegen nach Möglichkeit senkrecht zu deren Trassenverlauf, gut sichtbar in einer Höhe über dem Boden von nicht weniger als 0,6 m und nicht mehr als 2,2 m anzubringen. Es ist vorzusorgen, dass sie durch Gras, Äste oder Unterwuchs nicht verdeckt werden und Wind oder sonstigen Witterungseinflüssen möglichst standzuhalten vermögen.

Es steht dem Grundeigentümer oder Forststraßenerhalter aber frei die Zustimmung zur Benützung des Waldes bzw. der Forststraßen zum Reiten (insbesondere wenn dies nur bestimmten Personen und nicht der Allgemeinheit erlaubt wird) ohne eine derartige Kennzeichnung zu erteilen bzw. eine andere Beschilderung vorzunehmen.

Gekennzeichnete Reitwege und Reitwegekarten

Wer somit Wald zum Zwecke des Reitens benützen will, braucht hierfür die Zustimmung des Waldeigentümers oder Forstraßenerhalters. Diese Zustimmung kann durch entsprechende Tafeln, etwa nach der Forstlichen Kennzeichnungsverordnung, zum Ausdruck gebracht werden/worden sein.

Zu beachten ist, dass (nicht vom Waldeigentümer oder Forststraßenerhalter erstellte) Reitwegekarten keine Zustimmung dieser Person zur Benützung zum Reiten darstellen, solche Karten veraltet oder schlecht recherchiert sein können und daher kein Vertrauen schaffen können, dass solche Zustimmungen vorliegen.

Reitverbote

Reitverbote können auch nach anderen Rechtsvorschriften (als dem Forstgesetz 1975, sofern nicht vom Waldeigentümer oder Forststraßenerhalter erlaubt), etwa dem Naturschutzrecht, bestehen. Diese sind im Rechtsinformationssystem (RIS) des Bundes abfragbar.

Verwaltungsübertretungen

Das Reiten im Wald ohne Zustimmung des Waldeigentümers oder Forststraßenerhalters ist unzulässig und kann, abgesehen von möglichen zivilrechtlichen Folgen, nach dem Forstgesetz mit einer Geldstraße bis zu 150 Euro bestraft werden.

Unfallgefahren und Haftungsrisiken bei unerlaubtem Reiten im Wald

Unerlaubtes Reiten auf Forststraßen oder sonstigen Waldflächen bedeutet Selbstgefährdung und birgt Haftungsrisiken, dies etwa bei Unfällen mit Waldbewirtschaftern (Holztransporten) oder Fußgängern.

Weiterführende Informationen im Internet

• Urlaub in Österreich - Reiten www.austria.info/at/tags/reiten

Gesetzliche Grundlagen

• Forstgesetz 1975, BGBl. Nr. 440, zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 65/2016
http://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10010371

• Forstliche Kennzeichnungsverordnung, BGBl. Nr. 179/1976, zuletzt geändert durch BGBl. II Nr. 67/1997

http://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10010380

Ansprechpartner
Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT)
Abteilung III 3 - Forstliche Rechtspolitik und Legistik
Marxergasse 2
1030 Wien
AL MR Mag. Katharina Kaiser
Tel.: (01) 711 00 - 60 - 6681

Veröffentlicht am 17.07.2018, Forstliche Legistik, Rechtspolitik und Berufsqualifikation (Abteilung III/3)