Steiermark: Neue Hochwasserrückhaltebecken am Andritzbach und Höllbach

In der Steiermark wurden zwei neue Hochwasserrückhaltebecken am Andritzbach und dessen rechten Zubringer Höllbach nach mehrjähriger Bauzeit fertiggestellt. Am 6. Oktober 2019 fand, im Beisein von Vertreterinnen und Vertretern der Politik sowie von der Wildbach- und Lawinenverbauung, die feierliche Eröffnung der Hochwasserschutzmaßnahmen in der Gemeinde Stattegg statt.

 

Gefahrenpotential

Der Andritzbach in Stattegg und Graz führte in der Vergangenheit schon mehrfach zu größeren Überflutungen. Besonders die schweren Hochwässer in den Jahren 2005 und 2013 zeigten, wie dringend Schutzmaßnahmen gebraucht werden.

Maßnahmen

Der Dammbau konnte zur Gänze mit dem vorhandenen Aushubmaterial erfolgen. Das überschüssige Material wurde im Nahbereich zur Verbesserung der Agrarstruktur verwendet. Die fertiggestellten Rückhalteräume dienen, auch auf Grund ihrer ökologischen Landschaftsgestaltung und der Weganlagen, als wertvolle Naherholungsräume für die Bevölkerung.

Durch die Umsetzung der Schutzmaßnahmen am Andritzbach und Höllbach ergibt sich im Ereignisfall ein Rückhaltevolumen von rund 266.000 Kubikmetern. Für das Siedlungsgebiet Stattegg wird ein HQ100-Schutz für den Andritzbach und den Höllbach erreicht.

In das Schutzprojekt investierten der Bund (62 %), das Land Steiermark (18 %), die Stadt Graz (12 %), die Gemeinde Stattegg (3,8 %) und die Landesstraßenverwaltung (4 %) 10,8 Millionen Euro. Der Schutz vor Naturgefahren wie Hochwasser, Lawinen, Muren, Steinschlag und Hangrutschungen wird in Österreich sehr ernst genommen. Im vergangenen Jahr wurden allein in der Steiermark 21,1 Millionen Euro in den Schutz der Bevölkerung investiert.

Sachprogramm Grazer Bäche

Die beiden Retentionsbecken sind Teil des Sachprogramms Grazer Bäche und dienen zusammen mit den Regulierungsmaßnahmen als wirksamer Schutz vor Überflutungen sowohl in der Gemeinde Stattegg als auch im Stadtbezirk Graz-Andritz. Das Programm wurde bereits im Jahr 2006 von der Stadt Graz in enger Zusammenarbeit mit dem Land Steiermark und dem Bund ins Leben gerufen. Es versteht sich als mehrjähriges Programm zum bestmöglichen Hochwasserschutz, Verbesserung der Ökologie sowie der Naherholung an den Grazer Bächen.

Technische Kenndaten

Rückhaltebecken Andritzbach:

  • zementstabilisierter Homogen-Erdschüttdamm (Länge = 140lfm, max. Höhe = 12,40m, Kubatur = 45.000m³)
  • schwimmergesteuerter Grundablass in Stahlbeton
  • Untergrundabdichtung mittels Spundwänden (Länge = 110lfm, max. Tiefe = ca. 5-6m)
  • Einzugsgebiet = 8,4 km²
  • HQ100 zu = 26 m³/s
  • HWret = 10,5 m³/s
  • Max. Stauhöhe = 10,7m bei HQ100
  • Rückhaltevolumen = 155.000 m³

Rückhaltebecken Höllbach:

  • zementstabilisierter Homogen-Erdschüttdamm (Länge = 110lfm, max. Höhe = 13,25m, Kubatur = 40.000m³)
  • ungesteuerter Grundablass in Stahlbeton
  • Einzugsgebiet = 1,37 km²
  • HQ100 zu = 9,2 m³/s
  • HWret = 0,4 m³/s
  • max. Stauhöhe = 11,75 m bei HQ100
  • Rückhaltevolumen = 116.000 m³

 

Veröffentlicht am 06.10.2019, Wildbach- und Lawinenverbauung und Schutzwaldpolitik (Abteilung III/5)