Kärnten: Stärkstes Steinschlagschutznetz wird errichtet

Die Wildbach- und Lawinenverbauung errichtet in der Gemeinde Reißeck in Kärnten gemeinsam mit der Schweizer Firma Geobrugg das stärkste Steinschlagschutznetz der Welt.

Schutzprojekt Danielsberg

Mehrere Ereignisse in der Vergangenheit waren Auslöser für die Erstellung eines Schutzprojektes am Danielsberg, welches von den Expertinnen und Experten der Gebietsbauleitung Kärnten West in enger Zusammenarbeit mit dem Fachzentrum für Geologie und Lawinen der WLV ausgearbeitet wurde. Insgesamt werden 1,12 Millionen Euro am Danielsberg investiert. 62 Prozent der Kosten trägt der Bund, der Rest teilt sich auf das Land Kärnten und den Wasserverband Mölltal auf.

Das Steinschlagschutznetz

Das Netz soll Felsblöcke mit einer kinetischen Energie von bis zu 10.000 Kilojoule sicher auffangen. Dies entspricht der Energie eines 25 Tonnen schweren LKW, der mit 105 Kilometer/Stunde ungebremst gegen ein Objekt fährt.

Zum ersten Mal wird ein Steinschlagschutznetz mit einem derartigen Energieaufnahmevermögen auf einer Länge von 112 Metern errichtet. Geschützt werden durch dieses Schutzprojekt mehrere Wohnhäuser sowie die Landesstraße B106 Mölltalstraße.

Stahldrahtnetz-Neuentwicklung

Das Steinschlagschutznetz ist nach der internationalen Norm ETAG 027 zertifiziert. Unter dem Namen RXE‑10000 ist der Gigant unter den Steinschlagschutznetzen seit Frühling 2018 serienreif.

Ein Steinschlagschutznetz dieser Größenordnung kann hinkünftig, sofern die Voraussetzungen gegeben sind, herkömmliche Schutzdämme ersetzen. Dabei sind diese Systeme aus Stahldrahtnetzen verhältnismäßig leicht und Platz sparend. Sie kosten in der Anschaffung und in der Installation nur einen kleinen Teil von Dämmen, bei denen große Mengen an Erdreich bewegt werden müssen und für deren Errichtung viel Platz benötigt wird.

Veröffentlicht am 13.09.2019, Wildbach- und Lawinenverbauung und Schutzwaldpolitik (Abteilung III/5)

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