Steiermark: Hochwasserschutzprojekt am Tauchenbach eröffnet

Das große Schutzprojekt am Tauchenbach wurde im Frühjahr fertiggestellt und von Landesrat Johann Seitinger, Bürgermeister Leopold Bartsch sowie Reinhard Ribitsch von der Wildbach- und Lawinenverbauung am 10. Juni feierlich eröffnet.

Schwere Schäden in der Vergangenheit

Der Tauchenbach führte in der Vergangenheit nach starken Regenfällen immer wieder zu Überflutungen im Talausgang im Siedlungsbereich Lafnitzdorf. Das letzte große Ereignis am 14. Juni 2010 forderte sogar ein Todesopfer und führte im betroffenen Gebiet zu enorm hohen Sachschäden.

Entwicklung eines Schutzkonzeptes

Um eine große Hochwasserwelle im Einzugsgebiet Tauchenbach (gerechnet wurde mit einem Ereignis, das im statistischen Mittel einmal in 100 Jahren auftritt – also HQ100) schadlos ableiten zu können, musste die Abflusssituation wesentlich verbessert werden. Im Vorfeld wurden umfangreiche Voruntersuchungen angestellt und verschiedene Varianten entwickelt.

Kombination verschiedener Funktionstypen

Das nun umgesetzte Konzept ist eine Kombination aus verschiedenen Funktionstypen: Das Rückhaltebecken dient dem Hochwasserrückhalt eines 100-jährlichen Hochwassers. Vereinfacht gesagt hat es den Zweck, die einströmenden Wassermassen zurückzuhalten und nur gezielte Mengen abzulassen. Das Becken hat bei einer Stauhöhe von 11,5 Metern ein Volumen von 221.000 Kubikmetern, das Absperrbauwerk ist 130 Meter lang. Dies ergibt eine eingestaute Fläche von 4,5 Hektar, was mehr als sechs Fußballfeldern entspricht. Die Hochwasserwelle wird hier gedämpft und nur teilweise durchgelassen. Ein Holzrechen (Filtersperre) filtert mitgeführte Holzstämme und grobes Geschiebe (Gestein und Schlamm) heraus, damit es später unter Brücken und engeren Durchlässen nicht zu Verstopfungen kommt. Das Gerinne selbst wurde auf 550 Laufmetern flussabwärts des Rückhaltebeckens ausgebaut, um die Wassermassen entsprechend abführen zu können, und nach ökologischen Kriterien gestaltet.

Finanzierung durch Bund, Land und Gemeinde

Die Projektkosten von 4,6 Millionen Euro wurden vom Bund (58 Prozent), dem Land Steiermark (20 Prozent), dem Land Burgenland (1 Prozent), der Gemeinde Pinggau (14 Prozent) und der Landesstraßenverwaltung (7 Prozent) investiert. Durch die Schutzmaßnahmen wird der Siedlungsbereich Lafnitzdorf am Talausgang Tauchenbach und das Gewerbegebiet „Süd“ nördlich der Autobahn geschützt. Investitionen in den Schutz vor Naturgefahren sichern nicht nur Lebensraum und Infrastruktur, sondern erzielen in der Region auch Wertschöpfung und schaffen Arbeitsplätze. Darüber hinaus ergibt sich durch die Schutzwirkung mittels Hochwasserretention am Tauchenbach eine überregionale Schutzwirkung über das gesamte Einzugsgebiet der Pinka. Bereits in der Woche vor der Eröffnung konnte das Schutzbauwerk seine Wirkung und Notwendigkeit nach starken Regenfällen beweisen.

Veröffentlicht am 08.06.2018, Wildbach- und Lawinenverbauung und Schutzwaldpolitik (Abteilung III/5)

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