Internationale Konferenz zum Schutzwald in Europa

Von 26. bis 27. September veranstalteten das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus und das Land Tirol unter dem Dach der UNO Welternährungsorganisation (FAO) und der EU Alpenstrategie (EUSALP) eine internationale Schutzwaldkonferenz zum Austausch von europäischen Expertinnen und Experten aus über 16 Ländern in Innsbruck.

Bedeutung des Schutzwaldes

Die Vertreterinnen und Vertreter aus den verschiedensten Bereichen betonten einmal mehr die Bedeutung des Waldes zum Schutz vor Naturgefahren. Nur mit einem stabilen und gesunden Schutzwald ist eine Besiedelung erst möglich.

Europäischer Austausch zu Schutzwaldforschung und -politik

Die Teilnehmenden aus Forschung, Wissenschaft, Politik und Ministerien tauschten sich über neue Erkenntnisse in der Schutzwaldforschung und –praxis aus. Dabei wurden unterschiedliche Definitionen der Schutzfunktionen und die Auswirkungen des Klimawandels diskutiert. Einigkeit herrschte darüber, dass höhere Temperaturen, Trockenheit, Stürme und Insektenkalamitäten den Wald und seine Funktionen herausfordern und nachhaltig verändern.

Die Vorträge befassten sich unter anderem mit dem rechtlichen Rahmen der Schutzwälder, dem Mapping von Steinschlagschutzwäldern in den Alpen, Klimaszenarien und praktischer Schutzwaldbewirtschaftung mit Beispielen aus Kärnten, über Südtirol bis nach Japan.

Aktionsprogramm Schutzwald

Im Mai 2019 verabschiedete der österreichische Ministerrat das Aktionsprogramm Schutzwald. Es legt die Zielkorridore und Meilensteine für die nächsten vier Jahre aus. Das Aktionsprogramm soll stabile, klimafitte und wirtschaftliche Schutzwaldflächen in Österreich sicherstellen. Ein wichtiger Meilenstein ist der Austausch mit europäischen Stakeholdern.

Exkursion ins Stubaital mit praktischer Schutzwaldbewirtschaftung

Die Veranstaltung wurde mit einer vom Land Tirol und der örtlichen Bezirksforstinspektion organisierten Exkursion ins Stubaital abgerundet. Von den Hängen des „Elfers“ konnten sich die Teilnehmenden einen Eindruck der alpinen Forstarbeit, dem Naturgefahrenmanagement und moderner Forsttechnologie machen.

Es wurden unter anderem die Seilbringung mit Hybridkran und Grundsätze der Schutzwaldbewirtschaftung vermittelt. Der Leiter der Wildbach- und Lawinenverbauung Tirol, Gebhard Walter erläuterte zudem die Gefahrenzonenplanung und technische und forstliche Maßnahmen zum Schutz vor Naturgefahren.

Veröffentlicht am 01.10.2019, Wildbach- und Lawinenverbauung und Schutzwaldpolitik (Abteilung III/5)