Naturgefahren in Tirol 2018: Mehr als 72 Millionen Euro für Schutzmaßnahmen

Der Schutz vor Wildbächen ist 2018 mit 26 Millionen Euro der größte Posten – fast 20 Millionen Euro für Schutz vor Tal- und Hauptgewässern – 15 Millionen Euro für den Erhalt des Schutzwaldes – Die meisten Investitionen werden auch 2018 im Bezirk Lienz getätigt.

Investitionen

Die öffentliche Hand investiert im Jahr 2018 insgesamt 72,1 Millionen Euro in den Schutz vor Naturgefahren. Mit 26 Millionen Euro geht der größte Teil in den Schutz vor Wildbächen. 19,8 Millionen Euro sind für den Schutz vor Tal- und Hauptgewässern vorgesehen. In den Erhalt der Schutzwälder fließen 15 Millionen Euro. 6,5 Millionen Euro werden für den Lawinenschutz und 4,7 Millionen Euro für den Schutz vor Erosion und Steinschlag ausgegeben. Die umfangreichen Maßnahmen finanzieren das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus, das Land Tirol und die betroffenen Gemeinden.

Es besteht weiterhin Bedarf an Schutzmaßnahmen. Deshalb werden heuer in Tirol wieder 72 Millionen Euro in den Schutz vor Hochwasser, Lawinen, Wildbächen und Steinschlag sowie in den Schutzwald, der in allen 279 Tiroler Gemeinden eine Rolle spielt, investiert. Ein hunderprozentiger Schutz kann aber trotz dieser Maßnahmen nie garantiert werden.

Wenn doch etwas passiert, gibt es mit dem Katastrophenfonds ein wirksames Instrument, um Betroffene zu unterstützen. 58 Millionen Euro wurden in den letzten fünf Jahren für private Elementarschäden ausgeschüttet.

Schlüsselfaktor Kooperation: Gemeinsames Projekt in der Gemeinde Grins

Kooperation werde gerade im Naturgefahrenmanagement immer wichtiger, betonen DI Markus Federspiel, Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft, und DI Gebhard Walter, Leiter der Sektion Tirol der Wildbach- und Lawinenverbauung. Als Beispiel nennt Federspiel den Hochwasserschutz in der Gemeinde Grins. Dort gab es im September 2016 große Schäden im Gewerbegebiet Graf, nachdem die Sanna durch Geschiebe aus dem Grinner Mühlbach zurückgestaut wurde. Im Juli 2017 kam es wiederum zu großen Mureinstößen aus dem Lattenbach und Grinner Mühlbach in die Sanna. Die Abteilung Wasserwirtschaft und die Wildbach- und Lawinenverbauung haben gemeinsam ein Schutzkonzept erarbeitet, um den Hochwasserschutz in der Gemeinde Grins zu sichern. Hier ist geplant eine 140 Meter lange Stahlbetonmauer am linken Ufer , einen 22 Meter langen Hochwasserschutzdamm und ein Hochwasserschutztor zu errichten.

Das zentrale Hauptbauwerk am Grinner Mühlbach ist der neue Murbrecher, den die WLV in diesem Jahr finalisieren wird. In Summe sind für diese beiden Schutzprojekte 9,3 Millionen Euro vorgesehen.

Schutzwaldsanierung an oberster Stelle

Einen wichtigen Beitrag zum Schutz vor Naturgefahren leistet der Tiroler Schutzwald. Ein Schwerpunkte ist auch im Jahr 2018 die Aufforstung von Schutzwäldern in Einzugsgebieten von Wildbächen und Lawinen sowie in Wäldern, die Objekte direkt schützen. Oberste Priorität muss sein, die Wälder „klimafit“ zu machen, damit die Leistungen auch zukünftig erbracht werden können. Die meisten Aktivitäten wird der Landesforstdienst mit einem Volumen von 3,9 Millionen Euro in Osttirol realisieren.

Veröffentlicht am 06.03.2018, Wildbach- und Lawinenverbauung und Schutzwaldpolitik (Abteilung III/5)