Sektion Salzburg

Bergheimerstraße 57
5020 Salzburg
Tel: 0662/87 81 53-0
Fax: 0662/87 02 15
E-Mail: sektion.salzburg@die-wildbach.at

Leitung: DI Leonhard Krimpelstätter
Tel: 0662/87 81 53 - 301
Fax: 0662/87 02 15
E-Mail: leonhard.krimpelstaetter@die-wildbach.at

Tätigkeitsbereich
Rahmenbedingungen
Das Bundesland Salzburg hat eine Gesamtfläche von 7.154 km². Verwaltungsmäßig ist dieses Gebiet auf 6 politische Bezirke mit 119 Gemeinden aufgeteilt. Die Bevölkerungszahl beträgt ca. 524.400 Menschen.

Die Sektion Salzburg betreut 1.299 Wildbach- und 561 Lawineneinzugsgebiete mit einer Gesamtfläche von ca. 5.010 km², das entspricht ca. 70 % der Gesamtfläche von Salzburg. Im Bereich der Sektion Salzburg sind  ca. 3 % der Fläche von Salzburg als Risikogebiete (Steinschlag, Rutschungen) ausgewiesen.

Das Gesamtgebiet ist auf 3 Gebietsbauleitungen aufgeteilt:
 
Gebietsbauleitungen:
  3.1 Pinzgau
  3.2 Pongau, Flachgau und Tennengau
  3.3 Lungau 
 

Gebietsbauleitungen der Sektion Salzburg
In der Sektion Salzburg der Wildbach- und Lawinenverbauung sind drei Gebietsbauleitungen eingerichtet. Welche Gebietsbauleitung (GBL) für Ihren Bezirk zuständig ist, können Sie dem Organigramm entnehmen.

Zuständigkeitsbereiche und Aufgaben der Gebietsbauleitungen:
In ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereichen erfassen und analysieren die Gebietbauleitungen jene in ihren jeweiligen Einzugs- und Risikogebieten drohenden Gefahren durch Wildbäche, Lawinen und Erosion. Die Gebietsbauleitungen stellen alle Kernleistungen der Wildbach und Lawinenverbauung bürgernah und kompetent zur Verfügung: Beratung, Sachverständigentätigkeit, Gefahrenzonenplanung gemäß § 8 und 11 ForstG 1975, Maßnahmenplanung und - setzung, Förderungsabwicklung.

 

Pinzgau

Leitung: DI Gebhard Neumayr
Hofmannsthalstraße 37
5700 Zell am See
E-Mail: zellamsee@die-wildbach.at
Tel: 06542/72 378 od. 06542/72 550
Fax: 06542/72 891

Der Schutz der Menschen vor Naturgefahren ist im Pinzgau auf Grund der Begrenztheit an sicherem Lebensraum ein zentrales Thema. Unser Ziel für die Gebietsbauleitung Pinzgau ist eine moderne Einheit für den Spezialbereich Naturgefahren zu vermitteln. Das damit verbundene Vertrauen der Bevölkerung in unsere Dienststelle stellt die Basis für die Akzeptanz als Gutachter, Projektant und Gefahrenzonenplaner dar.

Ein wesentliches Anliegen meinerseits liegt darin, dass die Gebietsbauleitung Pinzgau von den Pinzgauer Bürgern insbesondere für den Spezialbereich Naturgefahren als Servicedienststelle gesehen wird. An den dazu erforderlichen Rahmenbedingungen werden wir ständig arbeiten.

Auf Grund der Geologie, der ausgeprägten Gewitterstraßen und der Begrenztheit an sicherem Lebensraum kommt es im Pinzgau immer wieder zu Naturereignissen (Hochwässer, Muren, Lawinen, Steinschlag etc.). Jährlich investieren wir ca. 9,5 Mio. EUR in Schutzbauwerke für die Pinzgauer Bevölkerung (die GBL Pinzgau ist österreichweit eine der größten Bauleitungen). Die Umsetzung von Schutzmaßnahmen ist jedoch nur mit einem verlässlichen starken Partner und Interessenten wie den Wassergenossenschaften und Gemeinden möglich. Der Pinzgau hat 108 Wildbachwassergenossenschaften, ca. 11% der Pinzgauer sind Mitglied in einer Wildbachwassergenossenschaft und finanzieren je nach Anteil in der Genossenschaft einen Teil der Schutzmaßnahmen.

Abschließend möchte ich mich noch bei meinen Mitarbeitern und bei allen Partner bedanken, die uns bei unserer Tätigkeit, dem Schutz der Pinzgauer Bevölkerung vor Naturgefahren unterstützen.

Gebhard Neumayr
Leiter die.wildbach - Pinzgau

 

Gebietsbauleitung Pinzgau

Der Pinzgau hat ein Flächenausmaß von 2.641 km² und ist in 28 Gemeinden aufgeteilt.

Im Pinzgau befinden sich neben der drittgrößten Stadt Salzburgs auch zahlreiche Tourismushochburgen wie Saalbach/Hinterglemm, Zell am See - Kaprun, Maria Alm - Dienten und Neukirchen. Dadurch kommt es zu einem starken Bevölkerungszuwachs verbunden mit einem sehr großen Siedlungsdruck. Sicherer Lebensraum im Pinzgau ist jedoch stark begrenzt.

Der Schutz der Bevölkerung vor Naturgefahren ist unsere tägliche Arbeit.

Gebietsbauleitung Pinzgau Rückblick 2010

Gemeinde Leogang
Auf Grund der starken Niederschläge in den Abendstunden des 2. Juni und der darauffolgenden Nacht kam es im Gemeindegebiet Leogang zu Hangrutschungen, Vermurungen, Abblaikungen etc.

Hochwässer 2010
Dabei konnte eindrucksvoll festgestellt werden, dass in durch Schutzmaßnahmen gesicherten Bächen keine bzw. nur unwesentliche Schäden auftraten. So hat das Sortierwerk am Schwemmkegel des Schwarzbaches bestens funktioniert und eine Vermurung des Ortskernes der Gemeinde Leogang verhindert (ca. 6.000m³ Material konnten vor dem Ortskern ausgefiltert werden).

Högmoosgraben Mitte:
Beim Starkniederschlagsereignis am 02. bzw. 03. Juni kam es zum Abgang eines Murereignisses. Der Högmoosgraben Mitte ist derzeit so gut wie unverbaut. Insbesondere dass am Schemmkegelhals situierte Wohnhaus wurde massiv beschädigt. Unmittelbar nach dem Murereignis haben wir als technischer Einsatzleiter im Auftrag der BH Zell am See den KAT Einsatz geleitet. Als Sofortmaßnahme wurde nach einer Besprechung mit der Gemeinde, dem betroffenen Liegenschaftsbesitzer und den angrenzenden Grundeigentümern von der Wildbach ein Schutzkonzept ausgearbeitet, wasserrechtlich bewilligt und umgesetzt. So konnte innerhalb kurzer Zeit die Situation für das Wohnhaus wesentlich verbessert werden.

Gutachtertätigkeit:
Von der Gebietsbauleitung Pinzgau werden jährlich über 1000 Gutachten erstellt. Durch entsprechende individuelle Beratung als Sachverständiger können z.B. im Zuge einer geplanten Errichtung eines Einfamilienwohnhauses Eigenvorsorgemaßnahmen umgesetzt werden (Anhebung der FOK EG deutlich über das Gelände, hochziehen der Kellerschächte etc.)

Schutzmaßnahmen – HOT Spots:

Birnbach
Zum Schutz von ca. 65 Wohnhäusern, die am Schwemmkegel des Birnbaches situiert sind, wurden von der Wildbach- und Lawinenverbauungen 2010 Filterbauwerke errichtet.

Geologisch befinden wir uns im Bereich der Nördlichen Kalkalpen, wobei Sockelgesteine bestehend aus Buntsandsteinen und Werfener Schichten vorgelagert sind. Man muß sich vorstellen, dass bei einem Extremereignis insgesamt ca. 70.000m³ Material mobilisiert werden, die im Bereich der Siedlungen und Verkehrsanlagen zu enormen Schäden führen – umgerechnet wären das ca. 6000 LKW Fuhren. Die seit 1899 dokumentierten Hochwasserereignisse weisen ebenfalls auf die enorme Gefahr des Birnbaches hin.

Die beiden Schlüsselbauwerke des Schutzprojektes sind das Sortierwerk im Birnbach und der Murbrecher im Rohreckgraben. Das Sortierwerk im Birnbach mit einer Spannweite von ca. 130m hat ein Fassungsvermögen von ca. 60.000 m³ und hat die Aufgabe ankommendes Unholz und Geschiebe auszufiltern. Der Murbrecher im Rohreckgraben hat ein Fassungsvermögen von ca. 15.000 m³ und hat die Aufgabe die Energie einer Mure zu reduzieren und gleichzeitig Holz und Grobgeschiebe auszufiltern.

Eine Mure erreicht Geschwindigkeiten von ca. 35 - 40 km/h. Dabei entstehen Drücke von bis zu 20 to /m². Auf Grund dieser massiven Beaufschlagung müssen dieses Bauwerk auch so massiv ausgeführt werden.

Reitgrabenlawine
Die Ansiedlung beim Reitbauern ist durch die Reitgrabenlawine massiv gefährdet. Im Rahmen der Gefahrenzonenplanrevision 2009 wurde die Gefährdungssituation neu bewertet. Die Reitgrabenlawine kann sowohl als Staublawine als auch als Fließlawine bis zur Siedlung vordringen und stellt infolge eine große Bedrohung für Leib und Leben im besiedelten Gebiet dar.

Projektierung:
Neben umfangreichen Erhebungen vor Ort, Auswertungen der Lawinenchronik etc. wurde für die Reitgrabenlawine ein Geländemodell erstellt und Lawinensimulationen (SAMOS, ELBA, AVAL 1D) durchgeführt. Dadurch konnten die Schutzmaßnahmen bestmöglich optimiert werden.

Umsetzung der Schutzmaßnahmen:
Von Arbeitern der Wildbach- und Lawinenverbauung wurden im Sommer und Herbst 2010 ca. 90% der geplanten Schutzmaßnahmen umgesetzt. Um die kurze Bauzeit auszunutzen wurde versetzt gearbeitet. Dadurch könnte jede Woche von Montag bis Freitag mit dem Imlochhammer gebohrt werden.

Zusammenarbeit Wildbach- und Lawinenverbauung – Gemeinde Unken als Interessent:
Durch das Engagement und die gute Unterstützung (Grundbesitzer, Benützung Almweg Alpmähder-Gruberalm, Aufbringung Interessentenbeitrag) des Bürgermeisters der Gemeinde Unken Ing. Mag. Hubert Lohfeyer konnte das Projekt in kurzer Zeit von der GBL Pinzgau erstellt werden.

Kennzahlen
Kennzahlen sind ein wesentliches Element zur Steuerung und effizienten Einsetzung der Fördergelder. Die tagesaktuellen Kennzahlen der Baustellen werden wöchentlich in die Bauleitung gesendet und dienen den Bauleitern zur Kontrolle und Steuerung.

Bedarf an Schutzmaßnahmen
Der Bedarf an Schutzmaßnahmen im Pinzgau ist sehr groß. Trotz dieses hohen Bedarfes könnnen sehr viele Schutzmaßnahmen innerhalb kurzer Zeit errichtet werden, da zum Spitzenabbau unsere 5 Arbeitspartien durch eine Lungauer Arbeitspartie unterstützt werden.

 

Pongau, Flachgau, Tennengau

Leitung: DI Anton Pichler
Bergheimerstraße 57
5020 Salzburg
E-Mail: salzburg@die-wildbach.at
Tel: 0662/87 81 54
Fax: 0662/878154/250

Der Schutz der Bevölkerung und des Lebensraumes vor Naturgefahren mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand ist das oberste Ziel der Gebietsbauleitung Pongau, Falchgau, Tennengau.

Ein Schwerpunkt unserer Tätigkeiten ist die Planung und Durchführung von wichtigen Schutzprojekten. Einen großen Stellenwert soll auch in Zukunft die Gefahrenzonenplanung haben. Die Gefahrenbeurteilung hat auf Grundlage modernster Daten (Laserscan) und unter Zuhilfenahme von Simulationsprogrammen zu erfolgen. Zahlreiche Gefahrenzonenpläne der Gebietsbauleitung sind digital über das Geodatennetz des Landes (SAGIS) verfügbar. Die Gebietsbauleitung plant ihre Kompetenz im Bereich des Naturgefahrenmanagements weiter zu verbessern und in der Folge die Themenführerschaft bezüglich Wildbach-, Lawinen und Erosionsschutz auszubauen. Das heißt, dass Gefahrenzonenplanung, Gutachtertätigkeit, Planung und Umsetzung von Schutzmaßnahmen auf dem Stand der Technik erfolgen müssen und die Arbeiten qualitativ hochwertig, unter Einhaltung entsprechender Normen, Standards und Sicherheitsvorschriften bei größtmöglicher Wirtschaftlichkeit ausgeführt werden.

Diese Zielsetzungen können nur mit überdurchschnittlichem Einsatz und bester Ausbildung aller MitarbeiterInnen erreicht werden. Die Förderung der Aus- und Weiterbildung ist daher unumgänglich, um auf die sich ständig ändernden Ansprüche reagieren zu können.

Anton Pichler
Leiter die.wildbach - Pongau, Flachgau und Tennengau


Gebietsbauleitung Pongau, Flachgau und Tennengau

Die Gebietsbauleitung Pongau, Flachgau, Tennengau erstreckt sich über eine Fläche von 3.024 km². Sie ist in 3 politische Bezirke, die Stadt Salzburg und 68 Gemeinden unterteilt.

Auf Grund der großen Nord- Süderstreckung der Bauleitung kommen beinahe alle Landschaftsformen und geologischen Formationen des Bundeslandes Salzburg vor, sodass die Problemstellungen in Bezug auf Naturgefahren äußerst vielfältig und interessant sind.

Im hügeligen Alpenvorland werden zum Schutz vor Hochwasserkatastrophen primär Maßnahmen zur Hochwasserretention und schadlosen Hochwasserabfuhr umgesetzt. Die Rutschgebiete der Flyschzone, wie die Rutschung "Fürwag" bedürfen seit vielen Jahren einer planungs- und umsetzungsintensiven Arbeit. Die Entwicklung der Zentralzone, Stadt Salzburg mit Randgemeinden, stellt an die Mitarbeiter der Gebietsbauleitung erhöhte Anforderungen betreffend der Sachverständigentätigkeit. Im Bereich der nördlichen Kalkhochalpen und Kalkvoralpen beschäftigten wir uns hauptsächlich mit den Themen Wildholz- und Geschiebebewirtschaftung. Im südlichsten Teil des Bauleitungsgebietes herrschen die Gesteine der Grauwackenzone und der Zentralalpen vor, wodurch verschiedenste Gefährdungsszenarien durch Naturgefahren hervorgerufen werden. Muren und murartige Hochwasserabflüsse sind im Pongau die größte Bedrohung für die Siedlungen und Infrastruktur, aber auch Lawinen gefährden den Lebensraum der Bevölkerung.

Die wirtschaftliche Entwicklung der einzelnen Bauleitungsgebiete ist sehr unterschiedlich. Während die nördlichen Gebiete noch von der Landwirtschaft geprägt sind, dominieren im Zentralraum und im Umland der Städte Wirtschaftsbetriebe. In den südlichen Teilen des Bauleitungsgebietes ist der Tourismus der bestimmende Wirtschaftsfaktor. Die Bevölkerungsentwicklung ist im Durchschnitt steigend, in den Ballungsräumen und den touristisch gut entwickelten Gemeinden stark steigend.

Die rund 70 MitarbeiterInnen der Gebietsbauleitung setzen jährlich Schutzprojekte in den Bereichen Wildbach- Lawinen-, Steinschlag- und Erosionsschutz um. Rund 80 % des Gesamtbudgets von zirka 10 Mio. € gehen in den Schutz vor Wildbachgefahren. Durch unsere Arbeit und unseren Einsatz wollen wir einen zeitgemäßen Schutz vor Naturgefahren für die Bevölkerung bereitstellen.

 

Lungau

Leitung: derzeit unbesetzt
Johann-Löckerstraße 3
5580 Tamsweg
E-Mail: tamsweg@die-wildbach.at
Tel: 06474/2256
Fax: 06474/2256/17

Der Lungau und Ennspongau bilden den Südosten Salzburgs und sind ihrerseits voneinander durch den Hauptkamm der Niederen Tauern naturräumlich getrennt. Verbunden wurden sie durch den Menschen über uralte Handelswege wie den nach wie vor bedeutsamen Radstädter Tauernpass, historische Übergänge wie Oberhüttensattel bzw. den windischen Weg über den Znachsattel und natürlich in jüngerer Zeit die Tauernautobahn mit dem Tauerntunnel.

Gemeinsam ist beiden Gebieten, dass sie sich mitten in einer relativ abgeschlossenen Gebirgsregion befinden und beide nicht in die Salzach entwässern. Die Enns entspringt im Gemeindegebiet von Flachau, nimmt mit Ausnahme des Fritzbachs sämtliche Seitenbäche des Ennspongaus auf und mündet in der gleichnamigen oberösterreichischen Stadt Enns direkt in die Donau. Die Mur hingegen als der „internationalste“ Fluss Salzburgs entspringt im Gemeindegebiet von Muhr und mündet nach ihrer Reise durch 4 verschiedene Nationen in die Drau.

Gebietsbauleitung Lungau

Die Gebietsbauleitung Lungau befindet sich in Tamsweg, dem Bezirkshauptort des Lungaus und ist somit eine von zwei dezentral gelegenen Dienststellen der Sektion Salzburg.

Sie ist sowohl hinsichtlich Gebietsgröße, als auch hinsichtlich Mitarbeiteranzahl (8 Büro- und 20 KV-Bedienstete) die kleinste Gebietsbauleitung der Sektion Salzburg. Aufgrund der Lage „innergebirg“ sind wir traditionell eine „Maßnahmenbauleitung“ und genießen deshalb und zumal alle 22 Gemeinden durch naturräumliche Gefährdungen betroffen sind, einen hohen Stellenwert in den beiden Bezirken.

Trotz oder gerade wegen der überschaubaren Gebietsgröße sind unsere Aufgaben weitgefächert. Grundsätzlich betreuen wir alle Bach- und Lawineneinzugebiete des Lungaus und Ennspongaus mit Ausnahme der Unterläufe von Mur, Enns, Lungauer und Pongauer Taurach, Lonka, Litzling sowie mehrerer kleinerer Talbäche.

Im Kernleistungsfeld Maßnahmenplanung und -umsetzung überwiegt grundsätzlich der Wildbachschutz. Lawinenschwerpunkte finden sich traditionell in den Seitentälern mit den dort befindlichen Ortschaften und den bedeutenden Verkehrswegen Tauernautobahn und Katschbergstraße. Neben klassischen Wildbach- und Lawinenschutzprojekten haben sich in den letzten 10 Jahren zunehmend Schutzwaldsanierungen sowie technische Gleitschneesicherungen, Steinschlagschutzbauten und Rutschungssanierungen als Arbeitsschwerpunkte etabliert. Die Gefahrenzonenplanung ist im ersten Durchgang schon seit gut 10 Jahren abgeschlossen. Derzeit sind wir in mehreren Gemeinden mit der Revision der Zonenpläne beschäftigt.

Weitere Kernaufgaben sind Sachverständigendienst und Beratungsservice. Wir sind in zahlreichen Behördenverfahren als Sachverständige zur Beurteilung von Naturgefahren gefragt, wobei auch hier die Wildbachthematik im Vordergrund steht. Lawinenschwerpunkte konzentrieren sich primär auf die Seitentäler bzw. auf die Schizentren und sind saisonal bedingt unterschiedlich ausgeprägt. Der öffentliche Raum - Verkehrsverbindungen und Schigebiete - ist durch zahlreiche Lawinen betroffen, die aus Wirtschaftlichkeitsgründen nicht mit öffentlichen Mitteln durch Schutzbauwerke gesichert werden können. Daher stellt die fachliche Beratung der örtlichen Lawinenwarnkommissionen, aber auch von Straßen- und Liftbetreibern vor allem in den Wintermonaten ein zusätzliches Aufgabenfeld für uns dar. Beratend tätig sind wir auch bei Katastropheneinsätzen, wo wir den Bezirkshauptmannschaften St. Johann im Pongau und Tamsweg unsere Fachkompetenz zur Verfügung stellen. Dabei erweist sich der Standort unserer Dienstelle im Bezirkshauptort Tamsweg aufgrund der kurzen Wege als großer Vorteil.

Klimatische Entwicklungen und steigende Sicherheitsansprüche unserer Gesellschaft stellen uns vor neue Herausforderungen. Trotz eines bereits sehr hohen Standards wird das Thema „Sicherheit vor Naturgefahren“ in einer Gebirgsgegend immer aktuell bleiben. Wir werden im Lungau und Ennspongau auch in Zukunft als Fachexperten in der Planung und Ausführung von Schutzprojekten wie auch im Bürgerservice gefordert sein.

Flexibilität ist im Strategieprozess „die-Wildbach 2015“ namentlich verankert und als Ziel definiert. Die Gebietsbauleitung Lungau lebt dieses Schlagwort schon seit Jahren! Baufelder oder Projektierungen außerhalb der eigentlichen Bauleitungsgebiets zur Abdeckung von Spitzen in anderen Bauleitungen sind eine „Lungauer Tradition“ und vor dem Hintergrund der steigenden Spezialisierung ein Gebot der Stunde.

Zusätzlich ist die Gebietsbauleitung Lungau Hauptsitz des Fachbereichs Wildbachprozesse und ist auch in diesem Aufgabenfeld nicht nur bauleitungs- bzw. sektionsübergreifend, sondern sogar EU-weit  tätig. Vielfältige Aufgaben, vielfältige Ziele - Wir stellen uns den Herausforderungen.

Veröffentlicht am 18.10.2018, Wildbach- und Lawinenverbauung und Schutzwaldpolitik (Abteilung III/5)