die.wildbach - Stabstellen

In der Wildbach- und Lawinenverbauung gibt es drei Stabstellen. Alle Stabstellen unterstehen direkt dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft.

Die Stabstellen der Wildbach- und Lawinenverbauung Geoinformation, Geologie sowie Schnee und Lawinen nehmen zentrale Dienste wahr. Sie sind tätig im Bereich der Integration von Ergebnissen aus interdisziplinären Forschungen sowie im Entwicklungsmanagement. Das strategische Ziel der Stabstellen ist die Auflösung der linearen Kausalität zum wechselseitigen Informationsfluss.

Allen gemeinsam ist:

Koordination der Organisation, Planung, Steuerung, Überwachung und Sicherstellung des Erkenntnistransfers von und aus die.wildbach-Projekten Wahrnehmung eines Multiprojektcontrollings Qualitätsplanung, Qualitätsrealisierung und Überprüfung der Qualität im Rahmen der Nutzung der Projektsergebnisse Koordinierung und Mitarbeit in überregionalen internen und externen Projekten betreffend Grundlagenentwicklung und Technologien und die Integration dieser Ergebnisse in das betriebliche Wissen im umfassenden Aufgabenbereich "Schutz vor Naturgefahren".

 

Geoinformation

Leitung: DI Thomas Feda
Marxergasse 2 / Hochparterre
1030 Wien
Tel.: (+43 1) 71100 - 637005
Fax: (+43 1) 71100 - 7092
E-Mail: geoinformation@die-wildbach.at

Hauptaufgaben der SGI
Allgemeine Informations- und Kommunikationstechnik (ITK), Geoinformationstechnik und Geodatenmanagement, Naturraum-Informationssysteme,...

Allgemeine Informations- und Kommunikationstechnik (IKT)
Die SGI stellt diese Ressourcen zur Verfügung.

Geoinformationstechnik und Geodatenmanagement
Die Erzeugung und Vorhaltung so genannter Geodaten sowie die Software, wie auch das dahinter stehende theoretische Wissen.

Naturraum-Informationssysteme
Hinter diesem Namen versteckt sich die Entwicklung und Führung fachspezifischer Informationssysteme, die Analysen auf Geodaten unterstützen.

Geologie

Leitung: Mag. Michael Mölk
Wilhelm-Greil-Straße 9
6020 Innsbruck
Tel.: (+43 512) 58 42 00 - 38
Fax: (+43 512) 58 42 00 - 44
E-Mail: geologie@die-wildbach.at

Hauptaufgaben der Stabstelle Geologie

Die Stabstelle Geologie erstellt Expertisen im Bereich der Geotechnik, Beurteilung von Hangprozessen (Steinschlag, Felssturz, Rutschungen und Großhangbewegungen) sowie Hydrologie. Eine weitere Aufgabe ist die Evaluierung von Technologien (z.B. Schutzsysteme) und deren Umsetzung in der Praxis.

Wichtige Projekte der Stabstelle Geologie

ETAlp - Pilotstudie
Als Ziel wurde "die gesamtheitliche Erfassung und Bewertung von Erosions- und Transportvorgängen in Wildbacheinzugsgebieten" definiert. Der Schwerpunkt wurde dabei auf die Erfassung und nachvollziehbare Bewertung von Naturgefahren in Wildbacheinzugsgebieten auf der Basis interdisziplinären, modernen Fachwissens im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung des Siedlungs- und Nutzungsraumes im alpinen Bereich gelegt.

NAB (Naturraumpotentiale Alpiner Berggebiete)
Gemeinsam mit Partnern wurde bis 2006 ein neues System zur Erkennung und zum vorbeugenden Schutz von Hochwasser, Muren, Rutschungen und Lawinen erarbeitet. Dabei wurden in ausgewählten Wildbach-Einzugsgebieten die Vorgangsweisen nach ETAlp getestet und evaluiert und innerhalb des Gesamtprojektes sowohl mit dem Bayerischen Wasserwirtschaftsamt als auch der Slowenischen Wildbach- und Lawinenverbauung koordiniert.

Großrutschung Haunsberg/Fürwag
Die Entwicklung eines dreidimensionalen hydrogeologischen Volumenmodells durch die Geologische Stelle bildete die Basis für sämtliche durchgeführte Maßnahmen (z. B. Entwässerungsmaßnahmen). Die Massenbewegung, die wichtige Infrastruktureinrichtungen und ein Bauerngehöft zu überfahren drohte, steht seit Mitte 2003 still. Die Ergebnisse der Arbeiten wurden an der Uni-Salzburg und der TU-Graz präsentiert und sind in der international renommierten Fachzeitschrift Felsbau erscheinen.

Regionalstudie Wipptal
Die Geologische Stelle plante, koordinierte und realisierte die von der Gebietsbauleitung Mittleres Inntal beauftragten Regionalstudie Wipptal für den nördlichen Abschnitt mit einem Flächenausmaß von 240 km². Alle Bestandsdaten und Analyseergebnisse werden innerhalb einer Geodatabase (ArcGis) verwaltet und organisiert. Die Ergebnisse der Regionalstudie stehen aufgrund des Datennutzungsvertrages mit dem Amt der Tiroler Landesregierung der GIS-Abteilung des Landes (TIRIS) zur Verfügung.

Felssturz Lärchberg-Galgenwald
Im Projekt "Felssturz Lärchberg-Galgenwald" in Murau, geplant 2001 durch die Geologische Stelle und ko-geleitet mit dem Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Abt. 19 Wasserwirtschaft und Abfallwirtschaft, erfolgte gemeinsam mit der Gebietsbauleitung Oberes Murtal der WLV, der BH-Murau, der TU-Wien, der Universität Graz und der TIWAG eine Fortführung des Monitoring-Programmes.

Hochwasserretention
Für mehrere Hochwasser-Rückhaltebecken in Kärnten und Salzburg wurde mit den geologisch-geotechnischen Vorerkundungen begonnen, wobei speziell in diesem Zusammenhang die geotechnischen Probleme aufgrund der schwierigen Untergrundbedingungen im Obermühlbach in St. Veit erwähnenswert sind.

SiGe-Planung
Die Geologische Stelle war bereits mehrfach mit der geologisch/geotechnischen Beratung bei Erstellung von Sicherheits- und Gesundheitsschutz-Plänen (SiGe-Plan) bei Baufeldern mit erhöhter Gefährdung befasst. Um die Qualität und Erstellungsdauer zu optimieren, wurde 2003 anhand eines konkreten Projektes (Hubener Bannwald - Errichtung von Steinschlagschutzmaßnahmen) ein "Muster-SiGe-Plan" für das Baufeld erstellt. Dieser kann mit geringfügigen Adaptierungen an die jeweiligen lokalen Verhältnisse generell für Baufelder innerhalb von Steinschlaggefährdungen angewendet werden.

Aufbau Kernkompetenzteam Steinschlagsimulation
eitens der Geologischen Stelle wurde 2003 mit dem Aufbau eines Expertennetzes innerhalb von die.wildbach im Bereich Steinschlag-Simulation begonnen. Es wurden Mitglieder des Dienstzweiges (Sektionen Vorarlberg, Salzburg, Kärnten, Steiermark) auf dem Simulationsprogramm "Rockfall 6.1" im Rahmen von jeweils konkreten Projekten eingeschult.

Internationale Beratungstätigkeit
Ein Mitarbeiter der Geologischen Stelle ist als Experte und Mitglied der EOTA Arbeitsgruppe für die Erarbeitung einer europaweiten Zulassungsrichtlinie (CE-Zertifizierung) für Steinschlag-Schutznetze tätig. Dabei fließen die in über zehn Jahren erworbenen Spezialkenntnisse der Geologischen Stelle bei der Bewertung und Absicherung von Steinschlag-Gefährdungen in diese Richtlinie maßgeblich ein. Die Richtlinie ist seit Ende 2005 verfügbar. Nach einer zweijährigen Übergangsfrist ist somit die Verwendung CE-zertifizierter Schutznetze gegen Steinschlag ab ca. 2008 verpflichtend.

Schnee und Lawinen

Leitung: DI Matthias Granig

Wilhelm-Greil-Straße 9
6020 Innsbruck
Tel.: (+43 512) 58 42 00 - 40
Fax: (+43 512) 58 42 00 - 44
E-Mail: schneelawine@die-wildbach.at

Hauptaufgaben

Die SSL unterstützen die.wildbach österreichweit in allen schnee- und lawinenrelevanten Fragen.

Simulation von Lawinen
Da große Lawinenereignisse aufgrund des Risikopotentials kaum in der Natur getestet werden können, simuliert die Stabstelle computerunterstützt Lawinenabgänge und liefert damit wertvolle Daten zur Abgrenzung der Lawinenschadwirkung.

Bewertung und Analyse der verschiedenen Lawinensimulationsmodelle
Aufbereitung der Ergebnisse für die Sachverständigen vor Ort mittels Lawinendatenbanken auf.
Die Stabstelle Schnee und Lawinen weiß um die Stärken und Schwächen der unterschiedlichen Modelle und gewährleistet somit eine fachgerechte Anwendung. Diese dient schließlich als Unterstützung bei der Abgrenzung von Lawinengefahrenzonen und der Evaluierung von Schutzmaßnahmen auf höchstmöglichem technischem Standard.

Entwicklung
In enger Zusammenarbeit mit Forschungsinstituten bringt die Stabstelle laufend neue Erkenntnisse auf diesem Gebiet in die Modellweiterentwicklung ein. Ebenso testet und bewertet die Stabstelle neue Maßnahmen im Lawinenschutz, wie z. B. Lawinennetze und entwickelt daraus entsprechende Strategien. Untersuchungen im Bereich der Lawinendynamik runden das umfangreiche Aufgabengebiet schließlich ab.

Projekte der SSL

Zu den wichtigsten Projekten zählt das Lawinensimulationsprogramm SAMOS, die Entwicklung des Simulationsmodells Elba+, die Erstellung einer Lawinensimulations-Datenbank und das Projekt "Schneenetze".

SAMOS
Das Lawinensimulationsprogramm wurde umfassend verbessert und zu SamosAT weiterentwickelt. Sowohl im Bereich der Numerik der Software, als auch im Bereich der Benutzeroberfläche wurden Neuerungen implementiert. Damit konnte einerseits eine wesentliche Steigerung der Effizienz in den Modellierungen erreicht werden und andererseits die Genauigkeit der Simulationsergebnisse gesteigert werden.

Elba+
Die Entwicklung von Elba+ wurde im Mai 2004 abgeschlossen. Zur Abklärung der zusätzlichen Eingangsparameter wurde eine Sensitivitätsstudie Elba+ an der Universität für Bodenkultur im Rahmen einer Diplomarbeit initiiert.

Lawinensimulations - Datenbank
Seit Herbst 2005 steht für die AnwenderInnen der Lawinensimulationen eine Datenbank zur Verfügung, um wichtige Simulationsdaten verorten und speichern zu können. Das Tool ermöglicht die Übersicht über die durchgeführten Berechnungen und die Abfrage von Informationen zu den einzelnen Simulationen.

Laserdatentechnologie
Einsatz im Bereich des airborne, als auch am Sektor des terrestrischen Laserscanning. Es wurden bereits mehrere Lawinenprojekte auf Basis von Laserdaten simuliert. Eine Laserscanning-Befliegung der Nordkette bei Innsbruck wurde von der Stabstelle in Kooperation mit der Landesvermessung Tirol organisiert, um für die Überarbeitung des Gefahrenzonenplans eine optimale Datengrundlage ermöglichen zu können. Dieses Projekt stellt den Startschuss für die tirolweite Befliegung mit Laserscanner dar. Trotz der riesigen Datenmengen kann die Verwendung von Laserdaten im Bereich der Lawinensimulation mit einem positiven Fazit beschrieben werden.

Schneenetze
Das Projekt "Schneenetze" wurde 2005 weiter forciert und um einen neuen Standort auf der Nordkette bei Innsbruck erweitert. Dazu wurde ein offizielles Projekt gemeinsam mit dem Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW) in Innsbruck definiert. Ein weiterer Schwerpunkt im Bereich der Schneenetze bildete das Projekt „Ankerzugversuche am Erzberg“. Dabei wurden unterschiedliche Ankertypen im extremen Lockermaterial getestet und mit Zugversuchen die Ankerkräfte gemessen.

Veröffentlicht am 02.07.2018, Wildbach- und Lawinenverbauung und Schutzwaldpolitik (Abteilung III/5)