Digitalisierung in der Landwirtschaft

In der Landwirtschaft wäre ein Arbeiten ohne digitaler Technologien kaum mehr vorstellbar. Mechanisierung, Elektronik und Automatisierung haben eine massive Effizienzsteigerung gebracht.

Digitale Technologien sind in Österreich bereits vielerorts sowohl im Ackerbau, als auch in der Tierhaltung im Einsatz.

Laut einer KeyQuest-Umfrage, die auf die Verwendung digitaler Technologien in Ackerbaubetrieben konzentriert ist, nutzen derzeit rund sechs Prozent aller österreichischen landwirtschaftlichen Betriebe Precision Farming-Systeme und bereits dreizehn Prozent aller Ackerflächen werden mit GPS-gesteuerter Technologien bewirtschaftet. Während nur rund drei Prozent der Betriebe mit einer Ackerfläche, die kleiner als fünfzig Hektar groß ist, Precision Farming nutzen, sind es bei Betrieben mit einer Ackerfläche größer fünfzig Hektar bereits mehr als zwanzig Prozent. Der Schwerpunkt der Einsatzbereich liegt dabei auf Saat-, Dünge- oder Pflanzenschutzkarten sowie auf Parallelfahreinrichtungen.

Rund ein Sechstel aller Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter, die derzeit noch keine Precision Farming-Systeme einsetzen, können sich Investitionen in diesem Bereich gut vorstellen – je jünger und besser ausgebildet die Befragten sind, desto höher ist ihr Interesse (KeyQuest 2016). In der Tierhaltung sind laut aktuellen Daten rund 450 Melkroboter im Einsatz, was bedeutet, dass auf vorerst wenigen, großen heimischen Tierhaltungsbetrieben Precision-Livestock-Farming-Technologien in Verwendung sind.

Plattform "Digitalisierung in der Landwirtschaft"

Was bedeutet der Trend der Digitalisierung in der Landwirtschaft aber konkret für den österreichischen Landwirtschaftssektor? Um diese Chancen auszuloten und zu nutzen wurde im Frühjahr 2017 die Plattform „Digitalisierung in der Landwirtschaft“ des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus eingerichtet.

Die Plattform hat sich zum Ziel gesetzt, den Einsatz digitaler Technologien in der Landwirtschaft mit vorausschauendem Blick in den vielen betroffenen Bereichen mittels kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen so zu begleiten, dass der Trend zur Digitalisierung auch in der im internationalen Vergleich kleinstrukturierten heimischen Landwirtschaft nutzbringend und standortgerecht aufgegriffen und unterstützt werden kann. So wurden spezielle Handlungsfelder identifiziert, die nun auch im Rahmen eines Berichts analysiert wurden – von den rechtlichen Rahmenbedingungen über wirtschaftliche oder ökologische Aspekte bis hin zur Regionalentwicklung.

Für jedes dieser Handlungsfelder wurde von den jeweiligen Fachexpertinnen und Fachexperten der Stand der Entwicklung, Chancen und Risiken, die Relevanz zu Farmmanagementsystemen, eine Übersicht über Akteure, laufende Projekte und der konkrete Handlungsbedarf erarbeitet.

Um das enorme Potenzial der Digitalisierung greifbar zu machen und praxisnah zu veranschaulichen, plant das BMNT zudem einen digitalen Muster-Bauernhof („Innovation Farm“) nach dem Vorbild von Deutschland und der Schweiz.

Lesen Sie mehr dazu im Bericht "Digitalisierung in der Landwirtschaft".

Veröffentlicht am 04.02.2019, Kommunikation und Service (Abteilung Präs. 5)

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