Österreichs Agraraußenhandel 2017 und 2018 weiter im Aufwind

Die österreichischen Agrarexporte konnten im Jahr 2017 erstmals die 11 Milliarden Euro Grenze überschreiten! Der Zuwachs um 7 Prozent gegenüber 2016 auf 11,12 Milliarden Euro ist erneut primär dem Exporterfolg bei den Erzeugnissen der Lebensmittelindustrie, die um 8,1 Prozent gegenüber 2016 zulegen konnten, zu verdanken. Der positive Trend hält auch im ersten Halbjahr 2018 an.

Im Jahr 2017 stiegen die Agrarexporte gegenüber 2016 mit einem Plus von 7 Prozent oder 728 Millionen Euro auf 11,12 Milliarden Euro; die Agrarimporte sind hingegen nur um 4,7 Prozent oder 542 Millionen Euro gestiegen. Das traditionell negative agrarische Außenhandelsdefizit ging somit 2017 auf 848 Millionen Euro zurück.

Die Exporte von Erzeugnissen der Lebensmittelindustrie erreichten 2017 ein Volumen in Höhe von 6,694 Milliarden Euro (mit einem Plus von 8,1 Prozent) und waren damit wieder mitverantwortlich für das gute Abschneiden des kompletten Agrarbereiches. Die „Driver“ im Export waren erneut die alkoholfreien Erfrischungsgetränke, die absolut gegenüber 2016 um 197,5 Millionen Euro zulegen konnten.

 

Österreichs Hauptexportgüter im Vergleich

Die größten Exportanstiege waren neben einem Zuwachs von 504 Millionen Euro bei Waren der Lebensmittelindustrie und Getränken mit einem Plus von 151 Millionen Euro bei lebenden Tieren und Waren tierischen Ursprungs und mit einem Plus von 74 Millionen Euro bei Waren pflanzlichen Ursprungs zu beobachten. Tierische und pflanzliche Fette und Öle entwickelten sich mit einem Minus von 0,73 Millionen Euro leicht rückläufig.

 

Europäische Union bleibt Hauptabsatzmarkt für österreichische Qualitätsprodukte

Die Europäische Union ist und bleibt wichtigster Markt für österreichische Qualitätsprodukte: Circa drei Viertel der Agrar- und Lebensmittelexporte gehen in die Europäische Union, ein Viertel der Agrar- und Lebensmittel werden in Drittländer exportiert.

Agrar- und Lebensmittelexporte nach Europa stiegen 2017 um 626 Millionen Euro, nach Amerika (Kontinent) um 155 Millionen Euro und Asien um 33 Millionen Euro, gebremst durch Exportrückgänge nach Ozeanien um 59 Millionen Euro. Die Agrarexporte nach Afrika entwickelten sich negativ (Minus 27 Millionen Euro). Exporte in die GUS-Staaten verzeichneten Zuwächse um 67 Millionen Euro oder Plus 28 Prozent (in den von den Russland-Sanktionen nicht betroffenen Zollgruppen). Die Agraraußenhandelsbilanz mit den Staaten des Mercosur – Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay – bleibt trotz steigender Exporte mit einem Minus von 115 Millionen Euro weiter stark negativ.

Wichtigste Exportdestination ist auch 2017 mit 3,9 Milliarden Euro Deutschland, gefolgt von Italien mit 1,3 Milliarden Euro und den Vereinigten Staaten mit 891 Millionen Euro. Im Jahresverlauf 2017 sind die Agrarexporte nach Deutschland um Plus 265 Millionen Euro, in die Vereinigten Staaten um Plus 140 Millionen Euro, nach Italien um Plus 66 Millionen Euro und in die Russische Föderation um Plus 51 Millionen Euro am stärksten gestiegen. Agrarexporte in das Vereinigte Königreich sind, bedingt unter anderem auch durch das schwächere Pfund, um 23 Millionen Euro zurückgegangen.

Die beste Agraraußenhandelsbilanz hatte Österreich im Vorjahr mit den Vereinigten Staaten mit einem Plus von 799 Millionen Euro, gefolgt von Slowenien mit einem Anstieg von 220 Millionen Euro und der Russischen Föderation (Plus 192 Millionen Euro).

 

Positiver Trend setzt sich im ersten Halbjahr 2018 fort

Die österreichischen Agrar- und Lebensmittelexporte steigen im ersten Halbjahr 2018 um 263 Millionen Euro, dies entspricht einem Plus von 4,8 Prozent, die Importe hingegen nur um 201 Millionen Euro (Plus 3,4 Prozent) gegenüber dem Vorjahreszeitraum und zeigen sich in Zeiten des wieder stärker werdenden Euros noch unbeeindruckt. Das agrarische Außenhandelsdefizit reduzierte sich um 285 Millionen Euro.

Für diesen Erfolg sind auch heuer wieder verstärkte Agrar- und Lebensmittelexporte innerhalb Europas mit Steigerungen von 233 Millionen Euro verantwortlich, gefolgt von Exportzuwächsen in Amerika (Kontinent) von 19 Millionen Euro und Ozeanien von 31 Millionen Euro, gebremst jedoch durch Exportrückgänge nach Asien (Minus 13 Millionen Euro). Exporte in die GUS-Staaten gingen um 2 Millionen Euro (entspricht Minus 1,1 Prozent) zurück (es werden weiterhin nur die Waren jener Zollgruppen exportiert, die nicht von den Russland-Sanktionen betroffen sind). Die negative Agraraußenhandelsbilanz mit den MERCOSUR Staaten steigt weiter mit einem Minus von 53 Millionen Euro.

Trotz des seit April 2017 gegenüber anderen Währungen in Summe stärker gestiegen Euro-Kurses steigen die Agrar- und Lebensmittelexporte Österreichs weiter. Die größten Exporterfolge gingen mit Plus 205 Millionen Euro erneut auf das Konto der Erzeugnisse der Lebensmittelindustrie und Getränke, lebende Tiere und Waren tierischen Ursprungs verzeichneten einen Anstieg von 59 Millionen Euro. Tierische und pflanzliche Fette und Öle legten um 5 Millionen Euro zu. Die Ausfuhren von Waren pflanzlichen Ursprungs sind um 6 Millionen Euro zurückgegangen.

Veröffentlicht am 08.10.2018, Internationale Agrar- und Handelspolitik (Abteilung II/10)