Ländliche Entwicklung - wichtiges Standbein für die Landwirtschaft

Gemessen an seiner Fläche profitiert Österreich überproportional von den Geldern für die Ländliche Entwicklung. Insgesamt werden 4,025 Milliarden Euro aus Brüssel kommen.

Da diese EU-Mittel aus nationalen Mitteln (Bund und Länder) verdoppelt werden müssen, stehen für die Ländliche Entwicklung von 2007 bis 2013 insgesamt 7.923 Milliarden Euro bereit.

Im Oktober 2007 hat die EU-Kommission dem österreichischen Programm für die ländliche Entwicklung 2007 – 2013, dem die Zustimmung erteilt.

Die Maßnahmen der ländlichen Entwicklung betreffen 4 Schwerpunkte:
 
Schwerpunkt 1 – Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Land- und Forstwirtschaft
 
Kernelemente sind die Investitionsförderungen zur Modernisierung der landwirtschaftlichen Betriebe, die Förderung der Niederlassung von Junglandwirten und die Förderung der Verarbeitung und Vermarktung. Für den Schwerpunkt 1 stehen 12,5 Prozent der Mittel des Programms zur Verfügung, das sind 989 Milliarden Euro für die Periode 2007 - 2013.
 
Schwerpunkt 2 – Verbesserung der Umwelt und der Landschaft
 
Auf diesen Bereich entfällt mit 73,4 Prozent der größte Anteil der Mittel für die ländliche Entwicklung, das sind 5,819 Milliarden Euro für den Zeitraum 2007 - 2013. Kernelemente sind das Umweltprogramm und die Bergbauernförderung. Aber auch Forstmaßnahmen werden aus diesem Schwerpunkt gefördert.
 
Schwerpunkt 3 – Lebensqualität im ländlichen Raum und Diversifizierung der ländlichen Wirtschaft 
 
Im Schwerpunkt 3 sind jene Maßnahmen zusammengefasst, die über den unmittelbaren Bereich der Land- und Forstwirtschaft hinausgehen. Somit werden Unterstützungsmöglich­keiten für einen Adressatenkreis geboten, der nicht nur Land- und Forstwirte, sondern darüber hinaus auch nichtagrarische Betriebe, Gemeinden sowie verschiedenste Projektträger umfasst.
 
Die Schwerpunktbezeichnung betrifft einerseits die Diversifizierung der ländlichen Wirtschaft (Umstellung auf neue Produkte und Schaffung neuer Erwerbstätigkeiten) und andererseits die Sicherung und Steigerung der Lebensqualität im ländlichen Raum.
 
Darunter fallen Maßnahmen wie zum Beispiel Diversifizierung, ländlicher Tourismus oder Dorferneuerung, aber auch Förderung von Kleinstunternehmen. Insgesamt werden für diesen Schwerpunkt 494 Millionen Euro bis 2013 bereitgestellt.
 
 
Schwerpunkt 4 – LEADER
 
Leader ist eine Initiative zur Unterstützung von ländlichen Regionen und wird in Österreich seit dem EU-Beitritt in ausgewählten Gebieten umgesetzt. Mit der Reform der Ländlichen Entwicklung für die Periode 2007 bis 2013 wird Leader in das Ländliche Entwicklungsprogramm integriert und zu einer interessanten Perspektive für bestehende und neue Leader-Regionen werden. Der regionale Ansatz bietet für die Landwirtschaft beste Voraussetzungen. Die neuen EU-Rechtsgrundlagen sehen vor, dass in der Periode 2007 bis 2013 5,9 Prozent der EU-Mittel der Ländlichen Entwicklung für Leader-Projekte reserviert werden. Das bedeutet eine Dotierung von rund 467 Millionen Euro für die laufende Programmperiode, was mehr als einer Verdreifachung der Mittel in diesem Bereich gleichkommt.
 
Inhaltlich sollen im Rahmen von Leader Projekte umgesetzt werden, die der Erreichung der Ziele der Schwerpunkte 1 bis 3 der Verordnung Ländliche Entwicklung dienen.

Veröffentlicht am 30.09.2015, Koordination ländliche Entwicklung und Fischereifonds (Abteilung II/2)