Stärkung der Regionen

Das neue Programm für Ländliche Entwicklung baut die Eigenständigkeit der LEADER-Regionen weiter aus.

Das LEADER-Konzept hat sich seit dem EUBeitritt im Jahr 1995 als erfolgreiches Modell der Regionalentwicklung etabliert und bewährt. Mit der Periode 2014 - 2020 bekommt die lokale Entwicklung auf Basis von Bottom-up-Entscheidungen noch mehr Bedeutung und wird in der Verordnung zum „Gemeinsamen strategischen Rahmen“ verankert. Unter dem Begriff „community-led local development“ (CLLD) können somit alle Europäischen Struktur- und Investitionsfonds ihre Politik auch im Rahmen regionaler Aktionsgruppen umsetzen.

 

Steigerung der regionalen Wertschöpfung

Im Mittelpunkt stehen die Steigerung der regionalen Wertschöpfung, die Weiterentwicklung des natürlichen und kulturellen Kapitals sowie Fragen der infrastrukturellen Daseinsvorsorge. Durch die weitreichende Einbindung der lokalen Bevölkerung ist es möglich, die Stärken und Schwächen der eigenen Region vor Ort zu analysieren. Konkrete Maßnahmen können alle Sektoren wie die Land- und Forstwirtschaft, Tourismus, aber auch zum Beispiel die Energieproduktion betreffen.

 

Natürliches und kulturelles Erbe erhalten

Ein weiteres strategisches Aktionsfeld in LEADER trägt dazu bei, das natürliche und kulturelle Erbe in den Regionen zu erhalten und nachhaltig weiter zu entwickeln.

 

Stärken des Gemeinwohls

Erstmals wurde in LEADER konkret als Aktionsfeld das Thema Stärkung der für das Gemeinwohl wichtigen Strukturen und Funktionen aufgenommen. Dies ist ein wichtiger Aspekt für die Lebensqualität in der ländlichen Region und geht vom Ausbau von Dienstleistung, wie zum Beispiel Kinderbetreuung über Nahversorgung bis zu regionalem Lernen und Beteiligungskultur.

 

Chancen für mehr Lebensqualität nützen

Bei der Auswahl der LEADER-Regionen für den Zeitraum von 2014 - 2020 wurde die strategische Komponente besonders stark berücksichtigt. Während die Strategie erarbeitet wurde, sollten möglichst viele Partnerinnen und Partner aus der Region eingebunden werden. Denn gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung war es möglich, die individuellen Stärken und Schwächen vor Ort und aus erster Hand zu ermitteln.

Mit diesem Bottom-up-Prozess können Chancen, die Lebensqualität zu erhöhen, optimal genutzt werden.

 

Erfolgreich für die Zukunft rüsten

In der neuen Periode von LEADER erhielten die Regionen weitgehende Autonomie bei der Umsetzung lokaler Entwicklungsansätze. Mit qualitativ hochwertigen Entwicklungsstrategien und den entsprechenden finanziellen Mitteln können sie sich  gezielt für zukünftige Herausforderungen rüsten.

 

Die 77 anerkannten Lokalen Aktionsgruppen arbeiten seit Juni 2015 an der erzielten Umsetzung ihrer Lokalen Entwicklungsstrategie.

 

Die Leader-Methode besteht aus sieben Elementen:

  • Der territoriale Ansatz: Gebietsbezogene lokale Entwicklungsstrategien, die für exakt umrissene ländliche Gebiete bestimmt sind. Regionale Besonderheiten bilden die Basis für eine langfristig angelegte Entwicklungsarbeit.
  • Der partnerschaftliche Ansatz: Lokale öffentlich-private Partnerschaften (sogenannte „Lokale Aktionsgruppen“) dienen als Plattform und Motor der Entwicklung.
  • Der Bottom-up-Ansatz: Bottom-up bedeutet, dass die Strategien und die Projekte in den Regionen entwickelt und nicht von externen Planungsstellen und Organisationen aufgesetzt werden.
  • Der multisektorale Ansatz: Eine sektorübergreifende Konzeption und Umsetzung der Strategie, die auf dem Zusammenwirken der AkteurInnen und Projekte aus den verschiedenen Bereichen der lokalen Wirtschaft beruht.
  • Der innovative Ansatz: Neues versuchen – gewohnte Wege verlassen. Mit Kreativität, Phantasie und Risikobereitschaft sollen für die Region neue Ideen und Projekte aufgegriffen, entwickelt und realisiert werden.
  • Kooperation: Entwicklung und Umsetzung nationaler und transnationaler Kooperationsprojekte.
  • Vernetzung: Nationale und europäische Vernetzung und Erfahrungsaustausch.
Veröffentlicht am 31.07.2019, Kommunikation und Service (Abteilung Präs. 5)