Umwelt und Wirtschaft im Einklang – ÖPUL-Maßnahmen im Überblick

Der schonende Umgang mit den natürlichen Ressourcen und der langfristige Schutz des Klimas erhalten im Agrarumweltprogramm ÖPUL 2015 große Aufmerksamkeit.

 Das ÖPUL 2015 umfasst insgesamt vierundzwanzig verschiedene Maßnahmen.

Grünland: Biologische Vielfalt und Klimaschutz

Im Bereich Grünland liegt ein Schwerpunkt des ÖPUL 2015 auf der bäuerlichen Grünlandwirtschaft. Entsprechende Maßnahmen dienen der Erhaltung und Entwicklung der Kulturlandschaft. Artenreiche Wiesen und Weiden sind Lebensraum zahlreicher Tiere und Pflanzen. In vielen Regionen prägen diese Flächen den Charakter der Kulturlandschaft.

Einen wichtigen Beitrag für die Erhaltung und Förderung der biologischen Vielfalt im Grünland kann die Maßnahme Umweltgerechte und biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung leisten. Landwirtschaftliche Betriebe, die an dieser Maßnahme teilnehmen, müssen Biodiversitätsflächen anlegen. Diese Grünlandflächen werden später als andere Flächen gemäht und weniger gedüngt. Darüber hinaus werden Landschaftselemente erhalten. Im Rahmen von Weiterbildungskursen wird das Wissen um die biologische Vielfalt erweitert und das Umweltbewusstsein gestärkt.

Bei der Maßnahme Einschränkung ertragssteigernder Betriebsmittel wird auf den Einsatz von Stickstoffmineraldünger und chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel verzichtet. Dies wirkt sich positiv auf das Klima aus und verringert die Belastung der Gewässer. Im Bereich der Tierhaltung bietet das ÖPUL 2015 finanzielle Unterstützung für die Erhaltung gefährdeter Nutztierrassen, die Weidehaltung sowie die besonders tierfreundliche Stallhaltung von männlichen Mastrindern und Schweinen.

In alpinen Regionen sind die Bewirtschaftung von Bergmähdern und die Unterstützung der Alpung und Behirtung zentrale Maßnahmen. Damit wird die unter erschwerten Bedingungen stattfindende Bewirtschaftung gestärkt und aufrechterhalten.

Wie bereits im Vorgängerprogramm wird in der Maßnahme Silageverzicht die Heuwirtschaft unterstützt. Sie ist ein gutes Beispiel dafür, wie sinnvolle Umweltleistungen auch am Markt kommuniziert und in Wert gesetzt werden können (Stichwort „Heumilch“).

Mit der Naturschutzmaßnahme wird die Erhaltung von Grünlandflächen mit hohem ökologischem Wert gefördert. Mähzeitpunkte, Düngeauflagen und Geräteeinsätze werden optimal auf die ökologischen Erfordernisse und die betrieblichen Möglichkeiten abgestimmt.

Ackerland: Boden, Wasser und Artenvielfalt im Fokus

Im Bereich Acker erhalten und verbessern Maßnahmen des Agrarumweltprogramms ÖPUL 2015 die Bodenfruchtbarkeit und den Humusgehalt von Ackerflächen bei gleichzeitiger Reduktion der Bodenerosion. Mittels der Maßnahme Zwischenfruchtanbau werden der Bodenabtrag verringert und Stickstoffeinträge in das Grundwasser reduziert.

Die Maßnahme System Immergrün verfolgt das Ziel, eine ganzjährige, weitgehend flächendeckende Begrünung aller Ackerflächen durch Haupt- oder Zwischenfrüchte sicherstellen.

Die Maßnahme Verzicht auf Fungizide und Wachstumsregulatoren bei Getreide bewirkt neben der Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes eine reduzierte Düngung. Mit dieser Maßnahme wird eine extensive Grünlandwirtschaft unterstützt.

In Gebieten mit nitratbelasteten bzw. gefährdeten Grundwasserkörpern unterstützt die Maßnahme Vorbeugender Grundwasserschutz eine grundwasserschonende Bewirtschaftung und wirkt damit der Verunreinigung des Grundwassers entgegen. Gewässerrandstreifen tragen wesentlich zur Biodiversität in der Agrarlandschaft bei. Durch die Anlage von Gewässerrand- und Gewässerschutzstreifen entlang von gefährdeten bzw. belasteten Oberflächengewässern unterstütz die regionale Maßnahme Vorbeugender Oberflächengewässerschutz auf Ackerflächen die Reduktion von Nährstoffeinträgen in Oberflächengewässer.

Blühstreifen und der naturverträgliche Umgang mit Landschaftselementen wirken sich positiv auf die pflanzliche und tierische Vielfalt der heimischen Kulturlandschaft aus. Spezielle Biodiversitätsflächen für blütenbesuchende Insekten wie die sogenannten Bienenweiden verstärken diese Wirkung und werden daher besonders gefördert. Ergänzend unterstützt auch die Maßnahme Seltene landwirtschaftliche Kulturpflanzen die Artenvielfalt auf dem Ackerland.

Die 24 Maßnahmen im ÖPUL 2015

  1. Umweltgerechte und biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung
  2. Einschränkung ertragssteigernder Betriebsmittel
  3. Verzicht auf Fungizide und Wachstumsregulatoren bei Getreide
  4. Anbau seltener landwirtschaftlicher Kulturpflanzen
  5. Erhaltung gefährdeter Nutztierrassen
  6. Begrünung von Ackerflächen – Zwischenfruchtanbau
  7. Begrünung von Ackerflächen – System Immergrün
  8. Mulch und Direktsaat (inkl. Strip-Till)
  9. Bodennahe Ausbringung flüssiger Wirtschaftsdünger und Biogasgülle
  10. Erosionsschutz Obst, Wein, Hopfen
  11. Pflanzenschutzmittelverzicht Wein und Hopfen
  12. Silageverzicht
  13. Einsatz von Nützlingen im geschützten Anbau
  14. Bewirtschaftung von Bergmähwiesen
  15. Alpung und Behirtung
  16. Vorbeugender Grundwasserschutz
  17. Bewirtschaftung auswaschungsgefährdeter Ackerflächen
  18. Vorbeugender Oberflächengewässerschutz auf Ackerflächen
  19. Naturschutz
  20. Biologische Wirtschaftsweise
  21. Tierschutz – Weide
  22. Tierschutz - Stallhaltung
  23. Natura 2000 – Landwirtschaft
  24. Wasserrahmenrichtlinie – Landwirtschaft

Förderungsvoraussetzungen und Abwicklung

Das BMNT ist für die Erarbeitung der rechtlichen Grundlagen sowie die Grundsätze des ÖPUL zuständig. Die Umsetzung erfolgt über eine nationale Sonderrichtlinie. Die Förderungsvoraussetzungen der einzelnen ÖPUL-Maßnahmen sind in der ÖPUL Sonderrichtlinie dargestellt. Auf der Homepage der AgrarMarkt Austria (AMA) sind entsprechende weitere Unterlagen zu finden.

Mit der Abwicklung ist die AgrarMarkt Austria (AMA) betraut. Sie nimmt die Ansuchen um Teilnahme entgegen. Sie entscheidet auch über die Gewährung der Prämien, kontrolliert die Einhaltung der Förderungsverpflichtungen und legt bei Verstößen einzelbetriebliche Sanktionen fest.
Die Landwirtschaftskammern sind bei der Umsetzung wie z.B. Entgegennahme der Ansuchen und Meldungen wesentlich beteiligt und bieten persönliche und zielgerichtete Beratung an. Bei ÖPUL-Maßnahmen mit starkem Naturschutzbezug sind auch die Naturschutz- und Agrarbehörden der Landesregierungen eingebunden.

Informationen zu ÖPUL 2015

Aktuelle Informationen über das ÖPUL 2015, zum Mehrfachantrag und zu einzelnen ÖPUL-Maßnahmen sind auf der Homepage der Agrarmarkt Austria (AMA) zu finden. Zusätzlich wird von der AMA ein ÖPUL-Newsletter angeboten. Persönliche Beratung erhalten Landwirtinnen und Landwirte bei den Landwirtschaftskammern , und auch die Ämter der Landesregierungen stellen Informationsunterlagen bereit.

Darüber hinaus gibt es zu einzelnen ÖPUL-Maßnahmen spezifische Informationen, wie etwa für die Maßnahme Erhaltung gefährdeter Nutztierrassen auf der Plattform ÖNGENE (Österreichische Nationalvereinigung für Genreserven) oder für die Maßnahme Seltene Landwirtschaftliche Kulturpflanzen auf der Homepage der AGES.

Im Zuge der 01. Programmänderung des Programms für Ländliche Entwicklung 2014-20 wurden Anpassungen des Agrarumweltprogramms ÖPUL umgesetzt, welche ab dem Jahr 2017 gültig sind.

Die Neueinstiegsmöglichkeit in die ÖPUL-Maßnahmen wurde um ein Jahr verlängert, sodass eine weitere Steigerung der Teilnahmeraten im Antragsjahr 2017 zu verzeichnen sein wird.

Mit der Einführung einer neuen Tierwohlmaßnahme wird eine Unterstützung von besonders tierfreundlichen Haltungsformen bei Schweinen und männlichen Mastrindern angeboten. Neben eingestreuten Liegeflächen ist ein erhöhtes Platzangebot für die Tiere vorgesehen.

Darüber hinaus wurde mit einer Ausweitung der Gebietskulissen für Gewässerschutzmaßnahmen und der Aufnahme von naturschutzfachlich wertvollen Pflegeflächen ein weiteres umweltpolitisches Signal gesetzt.

Veröffentlicht am 03.07.2018, Kommunikation und Service (Abteilung Präs. 5)