Biologisches Wirtschaften bleibt attraktiv

Die Biologische Wirtschaftsweise ist ein Herzstück des Agrarumweltprogramms ÖPUL 2015 und wurde durch das neue Programm besonders gefördert und weiterentwickelt

Österreich ist das EU-Bioland Nr. 1: EU-weit hat Österreich den höchsten Anteil an biologisch wirtschaftenden landwirtschaftlichen Betrieben. Wie im 5. Aktionsprogramm Biologische Landwirtschaft 2015 – 2020 festgehalten, ist das erklärte Ziel Österreichs, diese Position zu halten und den Bio-Anteil weiterhin zu steigern.

Auch in der neuen Periode des österreichischen Programms für ländliche Entwicklung 2014 – 2020 (LE 14-20) bleibt die Maßnahme „Biologische Wirtschaftsweise“ ein Kernstück des österreichischen Programms zur Förderung einer umweltgerechten, extensiven und den natürlichen Lebensraum schützenden Landwirtschaft (ÖPUL). Die Maßnahme wurde weiterentwickelt und finanziell aufgestockt. Sie ist nach wie vor mit weiteren Agrarumweltmaßnahmen kombinierbar, wodurch Biobetrieben insgesamt rund ein Drittel der ÖPUL-Mittel zukommt. Auch der in Österreich vergleichsweise hohe Marktanteil an biologischen Lebensmitteln wird auf diese Weise sichergestellt.

Bio als ganzheitlicher Ansatz

Doch nicht nur das Agrarumweltprogramm ÖPUL setzt verstärkt auf Bio. Die Investitionsförderung im Rahmen der LE 214-20 ermöglicht Zuschläge für besonders tierfreundliche Haltungssysteme sowie für die Be- und Verarbeitung von Bioprodukten. Im Rahmen von Absatzförderungen wird die Vermarktung neuer, innovativer und biologischer Produkte unterstützt. Grundsätzlich wird versucht, die heimischen Landwirtinnen und Landwirte besser mit dem Lebensmittelsektor zu vernetzen. Ein Zuschuss für die anfallenden Kontrollkosten (Transaktionskosten) erleichtert den Neueinstieg in den Biobereich. Auch Wissenstransfer und Vernetzung leisten einen entscheidenden Beitrag zur Weiterentwicklung der biologischen Landwirtschaft.

Das Programm LE 14-20 bietet dazu Bildungs- und Innovationsprojekte sowie bewusstseinsbildende Maßnahmen. Biobetriebe, die in benachteiligten Gebieten liegen („Zone 3“ und „Zone 4“), dürfen sich zudem darüber freuen, dass die Ausgleichszulage trotz eingeschränkter Rahmenbedingungen bestmöglich aufgewertet wurde. Die ÖPUL-Maßnahme „Biologische Wirtschaftsweise“ bietet Lösungen für eine sichere, zukunftsorientierte und nachhaltige Landwirtschaft. Durch den Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel, die Einschränkung zugelassener Düngemittel und die Einhaltung vielfältiger Fruchtfolgen steigert der Biolandbau die Vielfalt von Pflanzen und Tieren. Organische Düngung, geeignete Pflanzenarten und Fruchtfolge-Diversität leisten außerdem einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des Bodenhumusgehalts sowie zur Verringerung der Bodenerosion. Böden mit hohem Humusgehalt gewinnen vor dem Hintergrund der Klimaerwärmung zunehmend an Bedeutung, da sie ein hohes Wasser- und Kohlenstoffspeichervermögen besitzen. Angesichts des steigenden Intensivierungsdrucks wurde das Design der Maßnahme „Biologische Wirtschaftsweise“ durch die Integration von Biodiversitätsauflagen weiterentwickelt.

Veröffentlicht am 04.05.2017, Agrarumwelt (ÖPUL), Bergbauern und Benachteiligte Gebiete, Biologische Landwirtschaft (Abteilung II/3)