Bodenschutz und Agrar-Umweltprogramm

Boden ist ein Schwerpunkt des ÖPUL-Programmes 2015

Gemäß Bundesverfassung fällt der Bodenschutz in Österreich in die Verantwortung der Bundesländer, die hier konkrete Regelungen auf Länderebene festlegen können und festlegen.

Davon abgesehen gibt es auf Bundesebene zahlreiche Aktivitäten zum Bodenschutz.

Die Ländliche Entwicklung 2014 - 2020, und da im speziellen  das darin enthaltene Agrar-Umweltprogramm ÖPUL 2015 wird auf Bundesebene umgesetzt. Das ÖPUL beinhaltet wichtige Bodenschutzmaßnahmen, die den Landwirtinnen und Landwirten offen stehen.

Boden ist ein Schwerpunkt des ÖPUL-Programmes 2015. Es enthält zahlreiche Maßnahmen, die sich positiv auf die Böden auswirken wie beispielsweise verschiedene Begrünungsvarianten, die Mulch- und Direktsaat, die Bewirtschaftung auswaschungsgefährdeter Ackerflächen und spezielle Erosionsschutzmaßnahmen im Wein-, Obst- und Hopfenanbau sowie die Anlage von Biodiversitäts- oder Gewässerbegrünungen (inkl. Naturschutz).

Die Beteiligung der österreichischen Landwirtinnen und Landwirte an den Agrar-Umweltmaßnahmen ist traditionell sehr hoch. Dies hat mittlerweile dazu geführt, dass beispielsweise der Bodenkohlenstoffgehalt in den österreichischen Böden nachweislich gestiegen ist und die meisten landwirtschaftlichen Nutzflächen einen optimalen Humusgehalt aufweisen.

Die biologische Wirtschaftsweise spielt in Österreich traditionell eine große Rolle. Der schonende Umgang mit dem Boden wirkt positiv auf Boden und Bodenqualität.

Boden- und Wasserschutz bedingen einander und sind entsprechend kombiniert zu regeln. Bodenschutzmaßnahmen spielen daher in Zusammenhang mit dem Gewässerschutz eine bedeutende Rolle. ÖPUL-Maßnahmen zur Verhinderung der Bodenerosion und des Nährstoffeintrags in Gewässer, wie beispielsweise die durchgehende Begrünung besonders auswaschungsgefährdeter Ackerflächen oder die Erhaltung und Entwicklung gewässerschutzfachlich bedeutsamer, gewässernaher Flächen tragen zur Erreichung der Ziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie bei. Maßnahmen zum Wasserrückhalt in der Fläche spielen auch für den Hochwasserschutz eine wesentliche Rolle.

Seit 25 Jahren ist im BMLFUW das Beratungsgremium des Fachbeirates für Bodenfruchtbarkeit und Bodenschutz angesiedelt. Expertinnen und Experten des Bundes, der Bundesländer, der Landwirtschaftskammern und verschiedener Forschungseinrichtungen erarbeiten und publizieren Empfehlungen zu verschiedenen Bodenthemen wie z.B. die Düngung verschiedener Kulturen, die Rekultivierung oder die Bodenfunktionsbewertung. Diese Empfehlungen finden in den Regelungen der ÖPUL-Maßnahmen Anwendung.

Ein wichtiger Pfeiler für die Weiterentwicklung des Bodenschutzes in Österreich ist die Forschung. Die österreichischen Forschungsinstitutionen (wie z. B. AGES, BOKU, Bundesamt für Wasserwirtshaft, LFRZ Raumberg-Gumpenstein) sind sowohl national als auch international sehr aktiv. Diese Forschung ist auch die Grundlage der Inhalte der Maßnahmen für den Bodenschutz im ÖPUL.

 

Maßnahmen des ÖPUL 2015 mit starker Wirkung auf den Bodenschutz:

Begrünung von Ackerflächen – Zwischenfruchtanbau (6):

Jährliche, flächendeckende Begrünung (mindestens 10% der Ackerfläche) gemäß Varianten (Zeiträume), Verzicht Stickstoff-Düngung und Pflanzenschutz in Begrünungen

Begrünung von Ackerflächen – System Immergrün (7):

Flächendeckende Begrünung von mindestens 85% der Ackerfläche (maximaler nicht begrünter Zeitraum: 50 Tage), Dokumentation, Verzicht Stickstoffdüngung und Pflanzenschutz in Begrünungen

Mulch und Direktsaat (inklusive Strip-Till) (8):

Teilnahme an Begrünung - Zwischenfrucht, Jährliche Mulch- oder Direktsaat bzw. Strip-Till nach Begrünung, Anbau Folgekultur innerhalb 4 Wochen nach Umbruch

Erosionsschutz Obst, Wein, Hopfen (10):

Ganzjährige, flächendeckende Begrünung in Fahrgassen von Obst und Wein bzw. zumindest Winterbegrünung von Hopfen und Wein <25% Hangneigung, Dokumentation

Vorbeugender Grundwasserschutz (16):

Acker: Reduzierte Düngung, Ausbringungssperrfristen, Dokumentation, Weiterbildung, Bodenproben Grünland: Reduzierte Düngung, Verzicht Grünland-Umbruch, Bodenprobe, Weiterbildung

Bewirtschaftung auswaschungsgefährdeter Ackerflächen (17):

Einsaat einer winterharten Begrünungsmischung auf auswaschungsgefährdeten Ackerflächen mit Boden-Klima-Zahl <40, Verzicht Düngung und Pflanzenschutz, jährliche Pflege/Nutzung (keine Weide)

Vorbeugender Oberflächengewässerschutz auf Ackerflächen (18):

Einsaat eines mindestens 12 m breiten Gewässerrandstreifens entlang von ausgewiesenen Gewässern, Verzicht Düngung und Pflanzenschutz, jährliche Pflege/Nutzung (keine Weide)

Naturschutz (19):

Bewirtschaftung gemäß Projektbestätigung der Naturschutzbehörde, optional Einbindung in regionalen Naturschutzplan oder Ergebnisorientierter Naturschutzplan

Biologische Wirtschaftsweise (20):

Einhaltung EU-Bio-Verordnung sowie Anerkennung als Bio-Betrieb, Erhaltung Landschaftselemente, Grünland-Erhaltung, Weiterbildung.

Veröffentlicht am 04.05.2017, Agrarumwelt (ÖPUL), Bergbauern und Benachteiligte Gebiete, Biologische Landwirtschaft (Abteilung II/3)