Europ. Innovationspartnerschaft "Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit" (EIP-AGRI)

Die Europäische Innovationspartnerschaft "Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit" ist ein neues Konzept zur Förderung von Innovation in der Land- und Forstwirtschaft .

Was ist die EIP-AGRI?

Ziel der EIP-AGRI ist es, den Austausch zwischen der modernen Forschung und Technologie und den Interessengruppen, darunter Land- und Forstwirte, Vertreter aus Wirtschaft und Industrie, Beratungsdienste und sonstige relevante Partner, zu verbessern.

Die EIP soll zur Schaffung eines wettbewerbsfähigen Primärsektors beitragen, der wichtige Voraussetzungen für die Lebensmittelsicherheit sicherstellt:

  • die weltweite Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln,
  • ein breites Produktspektrum und diversifizierte Produktionssysteme,
  • eine langfristige Versorgung mit unterschiedlichen Rohstoffen für die Herstellung von Lebensmitteln und Nichtlebensmitteln sowie
  • eine ausgewogene Wertschöpfungskette

Die operativen Ziele der EIP umfassen einen erfolgreichen Brückenschlag zwischen der modernen Forschung und Technologie und den Interessengruppen, darunter Landwirte, Vertreter aus Wirtschaft und Industrie, Beratungsdienste und NGO's.

Dies sollte dazu beitragen, Forschungsergebnisse in tatsächliche Innovationen schneller in die Praxis umzusetzen.

Durch Kooperation Synergien schaffen

Die EIP strebt danach, Synergien zu schaffen, durch die der Austausch zwischen Partnern aus unterschiedlichen Bereichen, Sektoren, Initiativen und Projekten gefördert wird.

Damit soll die Wirksamkeit von bestehenden Instrumenten verstärkt und diese, wo erforderlich, zugleich durch neue Maßnahmen ergänzt werden.

Die EIP folgt dem „interaktiven Innovationsmodell, das auf dem Wissensaustausch und der "bottom-up" Initiative relevanter Akteure (Landwirte, Wissenschaftler, vor- und nachgelagerter Bereich, Verbände) basiert.

Wie soll die EIP-AGRI funktionieren?

Die Umsetzung der EIP-AGRI erfolgt durch Operationelle Gruppen (OG):

Diese werden von interessierten Akteuren wie Land- und Forstwirten, Forschern, Beratern oder Unternehmen des Agrar- und Nahrungsmittelsektors gegründet, um entsprechend ihren Interessen gemeinsam innovative Projekte durchzuführen.

Die Europäische Kommission hat ein EIP-Netzwerk (EIP AGRI Servicepoint) eingerichtet:

Dieses Netzwerk soll die Bildung von operationellen Gruppen fördern, über die im Rahmen der EU-Politiken bestehenden Möglichkeiten informieren, Aktivitäten auf europäischer, nationaler, regionaler und lokaler Ebene anregen und den Erfahrungsaustausch zwischen den beteiligten Akteuren erleichtern. Außerdem verbindet das EIP-Netzwerk die EIP-AGRI mit den im Agrarbereich bestehenden europäischen Forschungsinitiativen.

Das EIP-Netzwerk richtet Fokusgruppen ein:

Die Fokusgruppen bestehen aus jeweils 20 Experten und analysieren spezielle EIP-AGRI relevante Themen. Ihr Wert liegt in der Vernetzung und der gemeinsamen Entwicklung und Bereitstellung von Informationsmaterialien und Berichten.

Die EIP-AGRI verfügt über ein hochrangiges Lenkungsgremium:

Das Lenkungsgremium umfasst ausgewählte Vertreter der Mitgliedstaaten und wichtiger Interessengruppen. Es hat einen strategischen Umsetzungsplan erarbeitet und bietet strategische Beratung und Lenkung an.

Wie wird die EIP-AGRI in Österreich umgesetzt?

Die Grundsätze der Umsetzung werden im „Österreichischen Programm für die Ländliche Entwicklung 2014-2020“ festgelegt.

Die Details sind in der Sonderrichtlinie "Unterstützung beim Aufbau und Betrieb Operationeller Gruppen der EIP" Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit" (16.1.1 und 16.2.1) des BMLFUW geregelt.

Die Projekte der Operationellen Gruppen können auf das gesamte Maßnahmenspektrum des künftigen Programmes LE 2014-2020 zurückgreifen und auch andere EU- oder nationale Programme ansprechen. Im Rahmen des ELER wird es jedoch zwei Hauptförderbereiche für EIP-/Innovationsvorhaben geben:

16.1.1:

Unterstützung für die Einrichtung und Tätigkeit operationeller Gruppen der EIP-AGRI, wie beispielsweise Kosten für die Entwicklung von Projektplänen oder die Projektkoordination.

16.2.1:

Unterstützung für die Durchführung innovativer Projekte zur Entwicklung und Testung neuer Erzeugnisse, Verfahren und Technologien der Land-, Ernährungs- und Forstwirtschaft („Innovationsmaßnahme“).

Für eine Förderung kommen operationelle Gruppen in Betracht, die mindestens zwei unabhängige Einrichtungen umfassen, interne Verfahrensregeln im Hinblick auf transparente Entscheidungsfindung festlegen, in Österreich aktiv sind, einen Aktionsplan vorlegen, ein innovatives Projekt durchführen, regelmäßig über die Projektfortschritte berichten und die erzielten Ergebnisse zumindest über das EIP-Netzwerk veröffentlichen.

Interessenten können Förderanträge bei der Antrags- und Bewilligungsbehörde einreichen. Die zu fördernden Projekte werden anhand von Projektauswahlkriterien ausgewählt. Für die Projektauswahl ist ein 2-stufiges Verfahren vorgesehen:

Die nationale Vernetzungsstelle wird in Österreich über die EIP-AGRI informieren und den Informationsaustausch zwischen den Interessensgruppen (Wissenschaftler, Landwirte, Berater, NRO, usw.) organisieren. Ein Innovationsbroker unterstützt die Interessenten bei der Entwicklung von Operationellen Gruppen.

Die EIP startete in Österreich mit einer Kick-Off Veranstaltung am 5. März 2015.

Diese bot einen Überblick über die Vielzahl von Maßnahmen mit innovationsfördernden Ansätzen, welche helfen sollen, zukünftige Herausforderungen der Land- und Forstwirtschaft effektiv zu bewältigen.

Nach Beendigung des ersten Auswahlverfahrens stehen sieben Operationelle Gruppen fest.

Veröffentlicht am 06.03.2017, Innovation, Lokale Entwicklung und Zusammenarbeit (Abteilung VII/6)