Basisdienstleistungen und Dorferneuerung in Ländlichen Gebieten

Der ländliche Raum in Österreich weist im EU-Vergleich gute Entwicklungsdaten mit hoher Lebensqualität auf.

Trotzdem gibt es Gemeinden und Regionen, die mit Herausforderungen wie Abwanderung, Überalterung der Bevölkerung und Ausdünnung der öffentlichen Infrastruktur konfrontiert sind.

Nur ein vielfältiges Maßnahmenbündel kann diesen Entwicklungen entgegenwirken und den Zukunftsraum Land als attraktiven Wohn- und Arbeitsraum für die nächsten Generationen sicherstellen.

Die Maßnahme „Basisdienstleistungen und Dorferneuerung in ländlichen Gebieten“ im Programm für die Ländliche Entwicklung 2014-2020 leistet durch vielschichtige Ansatzpunkte einen wichtigen Beitrag. Dafür stehen über die Periode 2014-2020 insgesamt ca. 717 Mio. Euro an öffentlichen Mitteln zur Verfügung. Das entspricht rund 9 % des Gesamtprogrammvolumens.

Ziel der Maßnahme ist es die Attraktivität der ländlichen Regionen als Wirtschafts-, Lebens-, Wohn-, Erholungs- und Naturraum nachhaltig weiter zu entwickeln und die Aufrechterhaltung der infrastrukturellen Grundversorgung zu unterstützen.

Neben der Sicherstellung, Entwicklung und dem Ausbau von lokalen Infrastrukturen und lokalen Basisdienstleistungen sind Aktivitäten zur Erhaltung und Verbesserung des kulturellen und natürlichen Erbes zentrale Bestandteile dieser Maßnahme.

Dorferneuerung

Die Förderung für die Ausarbeitung von Dorferneuerungsplänen und deren Umsetzung trägt zur Erneuerung, Entwicklung und Erhaltung von sozial, kulturell und wirtschaftlich lebendigen Dörfern bei. Die regionale Identität und die Belebung und Stärkung der Ortskerne wird z.B. über sektorübergreifende Initiativen verfolgt.

Lokale Agenda 21

Bei der Lokalen Agenda 21 wird besonderer Wert auf Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligungsprozesse, die Stärkung des Bottom-up-Ansatzes und die Fokussierung auf die lokalen Problemstellungen im Rahmen regionaler Entwicklungsstrategien gelegt. Die Lokale Agenda 21 trägt zu den Gleichstellungszielen und der Vernetzung im ländlichen Raum bei.

Erneuerbare Energien und Energieeffizienz

Hier wird die Nutzung von erneuerbaren Energien sowie die Umsetzung von Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz gefördert.

Die Förderung des Auf- bzw. Ausbaus energieeffizienter Anlagen im ländlichen Raum forciert die Substitution nicht erneuerbarer Rohstoffe durch nachwachsende Rohstoffe für die Energieversorgung.

Zudem wird einer breiten Öffentlichkeit die Machbarkeit und Sinnhaftigkeit des Einsatzes von erneuerbaren Energieträgern demonstriert. Dadurch wird die Bevölkerung im ländlichen Raum zum Nachahmen angeregt.

Weitere Informationen finden sie HIER.

Klimafreundiche Mobilitätslösungen (klimaaktiv mobil)

Im Mittelpunkt steht die Förderung von Investitionen in klimafreundliche Mobilitätslösungen im ländlichen Raum zur Forcierung des Radverkehrs, von umweltschonendem Mobilitätsmanagement und der Umstellung von

  • Transportsystemen,
  • Fuhrparks und
  • Flotten

auf alternative Antriebe und Kraftstoffe, insbesondere Elektromobilität.  

 

Breitbandinfrastruktur

Über die Unterstützung für den Ausbau der Breitband-Hochleistungszugänge sollen Anreize geschaffen werden, um eine bessere Versorgung der ländlichen Bevölkerung durch den Markt mit zuverlässigen und preiswerten Breitbandzugängen zu initiieren. Mit dieser Förderung wird zur Schließung der digitalen Kluft zwischen Stadt und Land beigetragen.

Ländliche Verkehrsinfrastruktur

Die Förderung einer landschaftsschonenden wegebaulichen Erschließung bzw. Instandsetzung des sonst vernachlässigten Netzes der Kleinstraßen und Güterwege trägt zur sozialen und wirtschaftlichen Wohlfahrt, zur Sicherung der Siedlungsstrukturen und zum Erhalt der Kulturlandschaft vor allem auch in den peripheren Lagen bei.

Soziale Dienstleistungen

Durch den Ausbau sozialer Dienstleistungen wie Kinderbetreuung, Pflege, Gesundheitseinrichtungen und -dienstleistungen einschließlich Gesundheitsförderung, können diese Einrichtungen für alle, die im ländlichen Raum Bedarf daran haben, in hoher Qualität zugänglich gemacht werden. Für Menschen, die besonderer Unterstützung bedürfen wie Kinder und Jugendliche, Ältere sowie Menschen mit Beeinträchtigungen oder in besonderen Notlagen, werden bedarfsorientierte Angebote geschaffen.

Näheres entnehmen Sie bitte dem Artikel zu Sozialen Dienstleistungen.

Kleine touristische Infrastrukturen

Für die ländlichen Gebiete stellt der Tourismus einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar und trägt wesentlich zur Schaffung von Arbeitsplätzen im Dienstleistungssektor bei. Tourismusentwicklung im ländlichen Raum kann auch mit kleinen investiven Maßnahmen unterstützt werden. Auf diese Weise können die touristischen Entwicklungsperspektiven verbessert und Beschäftigung und Wertschöpfung im Tourismus im ländlichen Raum gesteigert werden.

Natürliches Erbe und Kulturlandschaft

Die Erhaltung, Wiederherstellung und Verbesserung der biologischen Vielfalt, die nachhaltige Verbesserung der Gewässerökologie und des Landschaftswasserhaushaltes in landwirtschaftlich genutzten Regionen sowie der Waldbiodiversität sind wichtige Themen, wenn es um die Entwicklung ländlicher Gebiete und die Sicherung der Lebensqualität geht.

Prioritär ist die Implementierung des Natura 2000-Netzwerks und die Erhaltung der Schutzgüter der Fauna-Flora-Habitat- sowie der Vogelschutz-Richtlinie. Diese werden über die Erstellung von Managementplänen, Investitionen zum Schutz oder zur Wiederherstellung der Lebensraumtypen und Arten sowie bewusstseinsbildende Aktivitäten sichergestellt. In diesem Kontext wird bewusst die Zusammenarbeit der Akteurinnen und Akteure dieses Bereichs unterstützt und gestärkt.

Die Erhaltung der biologischen Vielfalt kann u.a. durch Schaffung von Lebensräumen und Biotopverbundsystemen gewährleistet werden.

Durch Grundankauf,  Abgeltung von Nutzungsrechten und  Pachten, erfolgt ein Beitrag zur Sicherung von naturschutzfachlich wertvollen Flächen.

Durch den Ausbau der Funktionalität bestehender Schutzinfrastrukturen sowie deren vorausschauende Planung können die Schutzfunktion von Wäldern und die Prävention vor Naturgefahren und Bodenerosion beibehalten und gestärkt werden.

Alpiner ländlicher Raum

Bei der Unterstützung der Umsetzung der Alpenkonvention steht der alpine ländliche Raum als vielfältiger und attraktiver Lebens-, Wirtschafts- und Kulturraum im Fokus.

Über Bewusstseinsbildung und Motivation der Akteurinnen und Akteure soll die alpine Umwelt und Landschaft verbessert und die Lebensqualität gesteigert werden („Bergsteigerdörfer“).

Weiterführende Informationen zur Maßnahme Basisdienstleistungen, wie detaillierter Programmtext, Rechtsgrundlagen und Informationen zum Auswahlverfahren sowie Auswahlkriterien, finden sich unter der Rubrik Förderinfo.

Veröffentlicht am 23.01.2018, Innovation, Lokale Entwicklung und Zusammenarbeit (Abteilung VII/6)