Kinderbetreuung: Familie und Beruf besser vereinbaren

Die Betreuung 3- bis 6-Jähriger sehen 57 % hauptsächlich in einem Kindergarten23. Die Kinderbetreuung ist für viele Eltern eine große Herausforderung. Nicht nur der Berufswunsch beider Elternteile, sondern auch die finanzielle Notwendigkeit von zwei Einkünften erfordert ausreichende Betreuungsangebote. Für alleinerziehende Mütter und Väter ist die Situation meist noch fordernder.

Der Wandel der Arbeitswelt bietet neue perspektiven zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Neben Teilzeitjobs oder flexibleren Arbeitszeiten stehen Eltern auch Homeoffice-Lösungen zur Verfügung. Bei zahlreichen Arbeitsplätzen in Wirtschaft und Landwirtschaft ist eine flexiblere Gestaltung jedoch schwer möglich.

Die Kinderbetreuung im ländlichen Raum muss konkrete Antworten auf die unterschiedlichen Betreuungsbedürfnisse bieten.Neben dem Ausbau des Angebots für Kinder im Kindergartenalter müssen auch der Ausbau der Kleinkindbetreuung und Betreuung nach dem Schulunterricht am Programm stehen. Auch kurzfristige Formen der Betreuung sind notwendig, da viele Familien nicht immer auf Betreuungsdienste etwa durch Großeltern zugreifen können oder Babysitterinnen und Babysitter nicht zur Verfügung stehen.

Ziele

  • flexible und zeitlich abgestimmte Kleinkindbetreuung vor Ort 
  • ganzjährige Betreuung von Kindern unter schiedlicher Altersklassen 
  • längere Öffnungszeiten in Kindergärten 
  • Nachmittagsbetreuung von Kindern an Schulen

Handlungsoptionen

Ausbau der Kleinkindbetreuung

Sie ermöglicht jungen Müttern und Vätern eine frühe Rückkehr ins Arbeitsleben. Dabei soll die finanzielle Förderung der Kinderbetreuung an die Kommunalsteuereinnahmen gekoppelt werden, damit „finanzschwache“ Gemeinden die Mehrkosten tragen können.

  • Förderung des Ausbaus von Kleingruppen in den Gemeinden
  • Schaffung von Rahmenbedingungen für Betreuung durch Tagesmütter/-väter und Leihgroßeltern
  • Schaffung einer Plattform für „Betreuungssharing"

Betreuung von Kindern im Kindergartenalter ausweiten

Damit sollen Bevölkerung und Unternehmen zeitlich und kostenseitig spürbar entlastet werden. Normen, die in den letzten beiden Jahren keine Anwendungsfälle mehr fanden, werden im Rahmen einer breiten Erhebung bei Bund und Länderbehörden identifiziert und – wenn möglich – außer Kraft gesetzt.

  • Öffnungszeiten an die Bedürfnisse der Eltern anpassen
  • Naturbezug in die Kindererziehung einbauen (Naturpädagogik, etc.)
  • Kinderbetreuung am Bauernhof oder Kinderwerkstätten ermöglichen
  • Betriebskindergärten verstärkt unterstützen (auch ein Betreuungsvorteil für die Eltern)
  • Ausbau der Ferienbetreuung in Kindergärten (Kooperation mit Unternehmen und anderen Gemeinden)

Betreuung von Kindern rund um die Schule ausbauen

Viele Schulen bieten zu Mittag keine Verpflegung und keine Nachmittagsbetreuung an. Die Betreuung der Kinder ist trotzdem zu ermöglichen.

  • Förderung von Ferienaktivitäten und Ausbau einer ganzjährigen Betreuung
  • Zusammenarbeit diverser Bildungseinrichtungen für gemeinsame Betreuung
  • Ausbau der Nachmittagsbetreuung oder ganztägigen Schulen

 

[23] Der neue Jugendmonitor – 4. Welle: Meinungen und Einstellungen der Jugend zur Familie; Hrsg. Bundesministerium für Wirtschaft , Familie und Jugend, 2001

https://www.bmfj.gv.at/dam/jcr:123609c0-703c-480d-ac5d-b9fe628630e0/Jugendmonitor%20Mai%202011.pdf

 

Veröffentlicht am 19.07.2017, Kommunikation und Service (Abteilung Präs. 5)

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