Sixtus Lanner Stipendium an zwei Studentinnen vergeben

Sixtus Lanner gilt als Pionier der Entwicklung des ländlichen Raums. Daher hat Landwirtschafts- und Umweltminister Andrä Rupprechter anlässlich des 80. Geburtstages von Dr. Sixtus Lanner im Sommer 2014 ein Leistungsstipendium zur Anerkennung von außerordentlichen Studienleistungen im Zusammenhang mit der Entwicklung des ländlichen Raums ins Leben gerufen und im Jahr 2015 erstmals an drei Studentinnen vergeben.

Heuer wurden erneut die Arbeiten von zwei Studentinnen prämiert. Die feierliche Stipendienverleihung fand am 28. November 2017 im Marmorsaal des BMLFUW statt.

Mit dieser Auszeichnung sollen junge Menschen unterstützt werden, die visionäre Ideen für den ländlichen Raum haben. Das Stipendium ist mit jeweils 2.500 Euro dotiert. Es wurde in zwei Kategorien ausgeschrieben: für Arbeiten zur Entwicklung des ländlichen Raums in Österreich sowie für internationale Themen der Ländlichen Entwicklung. Voraussetzung für den Erhalt dieses Stipendiums war eine sehr gute Studienleistung sowie eine herausragende Masterarbeit oder Dissertation.

Die Südtirolerin Verena Gramm wurde in der Kategorie „International“ für ihre an der Universität für Bodenkultur vorgelegte Diplomarbeit „Sichtweisen und Erfahrungen von AkteurInnen sozialer Landwirtschaft in Südtirol mit Berücksichtigung der Auswirkungen auf das Sozialkapital von LandwirtInnen“ ausgezeichnet. Sie spürt den Antworten nach, wie durch gesellschaftliche Herausforderungen wie Alterung der Bevölkerung, Betreuungsnotwendigkeit von Kindern und psychisch Kranken, Rückführung von Suchtkranken und Strafgefangenen in das Erwerbsleben sich neue Chancen gerade für Bäuerinnen und Bauern am Hof eröffnen. Die Autorin lotet aber auch durch Interviews aus, wo in der Praxis die Fallstricke eines solchen Engagements lauern und welche Rahmenbedingungen für die soziale Landwirtschaft deshalb unabdingbar sind. Die Arbeit schließt mit Schlussfolgerungen für den bevorstehenden einschlägigen Gesetzgebungsprozess in Südtirol.

In der Kategorie „Österreich“ wurde die an der TU Wien vorgelegte Diplomarbeit der Waldviertlerin Edith Schroll „Vierseithof. Nachhaltig. Weiterdenken. Nachhaltige Entwicklung regionaltypischer Hofstrukturen am Beispiel der Vierseithöfe im südlichen Waldviertel“ ausgezeichnet. Die Preisträgerin macht eine Folgeerscheinung des landwirtschaftlichen Strukturwandels zum Thema, die starke Auswirkungen auf das Orts- und Landschaftsbild hat. Die Diplomarbeit von Schroll greift ein für die Entwicklung des ländlichen Raumes seit langem in Fachkreisen bekanntes, aber noch kaum im Bewusstsein der Öffentlichkeit verankertes Problem auf: das der sensitiven Nach- bzw. Umnutzung von landwirtschaftlichen Hofstellen. Wie breit thematisch diese Herausforderung anzulegen ist, zeigt die Verfasserin am besonders schwierigen Beispiel der großvolumigen Vierseithöfe in Einzellage, wie sie im südwestlichen Waldviertel vorzufinden sind.

Veröffentlicht am 28.11.2017, Schulen, Zentren für Lehre und Forschung (Abteilung Präs. 4)