DAS EU-SCHULPROGRAMM FÜR OBST, GEMÜSE UND MILCH

Ab dem heurigen Schuljahr werden die bisher eigenständig laufenden EU-Programme für Schulmilch und für Schulobst- und –gemüse, mit denen Kindern und Jugendlichen eine gesunde Ernährung nahe gebracht werden soll, im Rahmen des EU- Schulprogramms für Obst, Gemüse und Milch gemeinsam fortgeführt.

Ab dem Schuljahr 2017/18 werden das EU-Schulmilchprogramm und das EU-Schulobst- und –gemüseprogramm zum EU- Schulprogramm für die Abgabe von Obst, Gemüse und Milch an Kinder in schulischen Einrichtungen, zusammengelegt. Damit sind einige Änderungen verbunden.

Das Ziel, gesunde Ernährungsgewohnheiten bei Kindern und zukünftigen Generationen zu fördern bleibt gleich. Schulkinder sollen in einem für die Geschmacksbildung wichtigen Alter zu gesunden Ernährungsweisen trainiert werden und außerdem die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Herkunft und Herstellung von Lebensmitteln, Landwirtschaft und Umwelt verstehen zu lernen.

Zu diesen Zwecken finanziert die Europäische Union aus dem Agrarbudget Gemeinschaftsbeihilfen für die vergünstigte Abgabe von Obst, Gemüse und Milch an Kinder in schulischen Einrichtungen.

Alle teilnehmenden Mitgliedstaaten erhalten von der Kommission für jedes Schuljahr zwei endgültige Budgetmittelzuteilungen für jeden der beiden Sektoren Milch sowie Obst und Gemüse. Alle österreichischen Schulen und Kindergärten können wie bisher am Programm teilnehmen und bis zur Erschöpfung der von der EU für Österreich zugeteilten Finanzmittel eine Förderung erhalten..

Informationen zur Programmteilnahme und zur Förderungsabwicklung sind unter dem link https://www.ama.at/Fachliche-Informationen/Schulprogramm/Allgemeine-Informationen abrufbar.

EU-Schulobst- und -gemüse

Der Ankauf von frischem Obst und Gemüse für Schüler und Kindergartenkinder im Rahmen des Programms wird mit einer Förderung aus EU-Mittel in Höhe von 50% der Produktkosten gestützt. Die Beihilfe ist bei 6,50 EUR/kg gedeckelt, d.h. die maximale Beihilfe beträgt max. 3,25 EUR/kg. Die restlichen Kosten müssen durch andere Träger wie Elternvereine, Gemeinden oder aus privaten Mitteln übernommen werden, ebenso wie die Mehrwertsteuer, die von der Förderung ausgenommen ist.

Damit noch mehr regionales und saisonales Obst und Gemüse an Kinder und Jugendliche verteilt werden kann, sind nur noch bestimmte Obst und Gemüsearten förderbar. Dazu zählen Äpfel, Birnen, Weintrauben, Melonen, Walnüsse, Kiwi, Marillen, Kirschen, Pfirsiche, Nektarinen, Zwetschken, Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Stachelbeeren, Heidelbeeren, schwarze, weiße und rote Johannisbeeren, Karotten, Gelbrüben, Paradeiser, Paprika, Radieschen, Rettich, Gurken, Kohlrabi, Sellerie sowie Erbsenschoten und nur im Lieferzeitraum November bis Februar Orangen, Mandarinen, Clementinen, Satsumas und Grapefruits.

Schulmilch

Eine vielfältige Produktpalette bestehend aus Konsummilch, Sauer- und Buttermilch, Naturjoghurt, aber auch Kakao, Fruchtjoghurt und Fruchtmilch, wird gefördert. Der Fokus ist auf gesunde Ernährung gerichtet, denn der Zusatz von Salz, Fett, Süßungsmittel oder künstlichen Geschmacksverstärkern ist verboten. Zuckerzusatz ist nur beschränkt möglich.

Schulmilchprodukte stellen eine wertvolle Pausenverpflegung dar und sind oft die erste Mahlzeit für Kinder, die ohne gefrühstückt zu haben, in die Schule kommen.

Die Schulmilchlieferanten sind fast ausschließlich regionale Direktvermarkter. Die Produkte werden frisch hergestellt und je nach Region und Lieferant entweder in Glasflaschen, Becher oder Kartonverpackungen geliefert. Die Leergebinde werden nach Möglichkeit von den Lieferanten wieder zurückgenommen.

Neu für den Schulmilchsektor ist die Möglichkeit der Teilnahme an flankierenden Maßnahmen.

Begleitmaßnahmen

Das Ziel der flankierenden Maßnahmen ist die pädagogische Unterstützung bei der Abgabe von Obst und Gemüse, Milch und Milcherzeugnissen. Durch sie sollen Kenntnisse über gesunde Ernährungsweisen, über die Produktion von Lebensmitteln, Landwirtschaft und Umwelt, sowie über Produktvielfalt, Regionalität und Saisonalität den Kindern vermittelt werden.

Als Maßnahmen stehen Verkostungen und Exkursionen auf landwirtschaftliche Betriebe zur Auswahl. Bei den Verkostungen können noch weitere landwirtschaftliche Erzeugnisse und Verarbeitungserzeugnisse an Kinder verteilt werden, wie Käse, Topfen, Honig und verarbeitetes Obst und Gemüse.

Für jeden Teilnehmer wird eine Pauschale aus EU-Mittel gewährt. Nähere Informationen zur Projekteinreichung und Förderungsabwicklung sind unter dem link https://www.ama.at/Fachliche-Informationen/Schulprogramm/Allgemeine-Informationen abrufbar.

Umsetzung in Österreich

Seit seiner Einführung hat sich das EU-Schulobst- und - gemüseprogramm in Österreich sehr erfolgreich weiterentwickelt und etabliert.

Im Schuljahr 2010/11 wurden 199 t Produkte geliefert, vier Jahre später bereits 831 t.

Im Schuljahr 2015/16 wurden 1.147 Tonnen Obst und Gemüse an ca. 316.000 Kinder in 2.689 Schulen und Kindergärten verteilt und 2,74 Mio. € an EU-Beihilfen ausbezahlt.

Die am häufigsten gelieferten Produkte sind mit Abstand Äpfel. Der Anteil an Gemüse bei den konsumierten Produkten beträgt rund 20 %. Etwa 40 % der verteilten Produkte stammen aus biologischer Produktion.

Im Schuljahr 2015/16 wurden 3.167 t Schulmilchprodukte an etwa 71.000 Kinder in insgesamt 2.588 Schulen und Kindergärten verteilt. Das beliebteste Produkt mit einem Anteil von etwa 60 % ist der Kakao. Der Anteil an Bioprodukten beträgt ungefähr 22 %.

Veröffentlicht am 18.08.2017, Abteilung II/8 - Agrarische Wertschöpfungskette und Ernährung