AMA - Gütezeichensysteme

Die Agrarmarkt Austria Marketing GmbH (AMA Marketing) entwickelte in den letzten Jahren zahlreiche Gütesiegelrichtlinien für unterschiedliche Lebensmittel.

AMA - Gütesiegelrichtlinien

Gütesiegelrichtlinien existieren für folgende Lebensmittel:

  • Frischfleisch
  • Geflügelfleisch
  • Fleischerzeugnisse
  • Be- und Verarbeitungsprodukte wie Speiseöle. Bier, Salz, Knödel, Tiefkühlgemüse, Halbfertigprodukte, Brot und Gebäck usw.
  • Milch und Milchprodukte
  • Speiseeis
  • Obst, Gemüse, Speisekartoffeln
  • Frischeier

Mit Stand 31.12.2009 nahmen:

  • 624 Verarbeitungsbetriebe (Schlachthöfe, Molkereien etc.)
  • Handelsunternehmen mit 1.637 Betriebsstätten
  • 29.404 Landwirte

am AMA-Gütesiegelprogramm teil.

Landwirtschaftliche Produktionsbestimmungen gibt es für:

  • Schweinemast
  • Rinder- und Kälbermast
  • Hendlmast
  • Putenmast
  • Obst, Gemüse und Speisekartoffeln
  • Milch für Speiseeis
  • Haltung von Kühen zur Milch- und Fleischgewinnungen

Das AMA Gütesiegel ist ein behördlich genehmigtes Gütezeichen, mit dem Lebensmittel gekennzeichnet werden dürfen. Betriebe die am AMA -Gütesiegel-Programm teilnehmen müssen die Anforderungen der entsprechenden Richtlinie einhalten und werden umfassend kontrolliert.

Die drei Säulen des AMA-Gütesiegels sind:

  • Hohe Qualität
  • Nachvollziehbare Herkunft
  • Unabhängige Kontrolle

TeilnehmerInnen des AMA-Gütesiegelprogramms schließen mit der AMA-Marketing einen Lizenzvertrag ab. Die sogenannten Lizenznehmer haben dafür Gebühren zu entrichten. Die landwirtschaftlichen Betriebe werden mit einem Erzeugervertrag eingebunden.

Das AMA-Gütesiegel stellt für die KonsumentenInnen eine einfache Orientierungshilfe dar. Es weist in der österreichischen Bevölkerung eine hohe Bekanntheit auf.

In einer Repräsentativbefragung (n=1006) nannten ungestützt, das heißt ohne Nennung von einschlägigen Gütesiegeln, 51 % der Befragten das AMA Gütesiegel. Gestützt erhöhte sich dieser Wert auf 95 %, wobei hier die Gütesiegel vorgegeben wurden.

Neben der AMA-Gütesiegelrichtlinie wurden weitere Kennzeichnungs- und Registrierungssysteme von AMA-Marketing für die tierische Produktion entwickelt:

  • Rindfleischkennzeichnungssystem „bos“
  • Eikennzeichnungssystem „ovum“
  • Schweinefleischkennzeichnungssystem „sus“
  • Futtermittelrichtlinie „pastus+“

BOS – Das Rindfleisch-Kennzeichnungssystem

Aufgrund der Verunsicherung der KonsumentInnen durch die BSE-Vorkommnisse hat der Rat der Europäischen Kommission die Verordnung (EG) Nr. 1760/20000 zur Kennzeichnung von Rindern und Rindfleisch erlassen.

Aufbauend auf einer zentralen Registrierung aller Rinder und Kälber (Lebendrinder-Datenbank) ist Rind- und Kalbfleisch mit bestimmten Angaben zu kennzeichnen und zu registrieren. Die gesetzlichen Bestimmungen zur Rindfleisch-Kennzeichnung haben zum Ziel, das Vertrauen der KonsumentInnen durch folgende Anforderungen zu stärken und Irreführungen zu verhindern:

  • mehr Transparenz durch klare Kennzeichnungsvorschriften
  • Rückverfolgbarkeit von Warenströmen durch genaue Registrierungs-vorgaben
  • Umfassende Kontrollen der Kennzeichnung und der Warenströme

 

Grundsätzlich sind zwei Ebenen der Rind- und Kalbfleischkennzeichnung zu unterscheiden. Eine gesetzlich verpflichtende Mindestkennzeichnung bildet die Basis. Darauf aufbauend ist eine freiwillige Rindfleischkennzeichnung möglich. Zur freiwilligen Kennzeichnung benötigt man ein so genanntes „freiwilliges Rindfleischkennzeichnungssystem“.

Die verpflichtenden Kennzeichnungserfordernisse sind:

  • Staat, in denen das Tier geboren, aufgezogen, geschlachtet (inkl. Zulassungsnummer des Schlachtbetriebs) und zerlegt (Zulassungsnummer des Zerlegebetriebs) wurde
  • Identifikationsnummer (Ohrmarke)

Gekennzeichnet werden muss:

  • auf jeder Vermarktungsstufe (Schlachtung, Zerlegung, Vertrieb)
  • frisches, gekühltes und tiefgekühltes Rind- und Kalbfleisch
  • faschiertes Rind- und Kalbfleisch (Anteil Rind-/Kalbfleisch mehr als 50 %)

Nicht kennzeichnungspflichtig sind u.a. verarbeitetes Rind- und Kalbfleisch (z.B. in Wurstwaren), Knochen, Innereien, Faschiertes mit geringerem Anteil als 50 %, zubereitetes Rind- und Kalbfleisch (z.B. in der Gastronomie).

Zusätzlich freiwillige Angaben sind alle sonstigen näheren Angaben zur Herkunft, Produktionsweise oder Qualität des Fleisches wie z.B. Angabe des Geschlechts, Angabe des Bauernnamens, Rasse, Alter etc. Diese Angaben dürfen nicht ohne Teilnahme an einem freiwilligen Rind- und Kalbfleischkennzeichnungssystem getätigt werden.

Das mit Abstand bedeutendste freiwillige Rind- und Kalbfleisch-Kennzeichnungssystem in Österreich ist das System „bos“ der AMA Marketing.

Die Inhalte der Kennzeichnungssystem „bos“ erstrecken sich vom Stall bis ins Geschäft.

„Bos“ definiert umfangreiche Anforderungen an das Kennzeichnungs- und Registrierungssystem der teilnehmenden Betriebe. Die Einhaltung der Anforderungen wird durch unabhängige Kontrollstellen überwacht.

Derzeit nehmen nach Angaben der AMA Marketing 90 % der Schlacht- und Zerlegebetriebe und 10 % der gewerblichen Fleischereien am System „bos“ teil, beim Lebensmitteleinzelhandel sind es ca. 80 % der Unternehmen.

ovum - Kennzeichnungs- und Registrierungs-system für verpackte Frischeier

Bei der Richtlinie „ovum“ handelt es sich um ein Kennzeichnungs- und Registrierungssystem für verpackte Frischeier.

Erfasst wird die gesamte Menge von Frischeiern der Güteklasse A gem. Artikel 2 der VO (EG) Nr. 589/2008, aller Gewichtsklassen, egal welcher Herkunft und Haltungs-form, die von den teilnehmenden Packstellen und Vermarktern umgesetzt wird.

Damit soll für den Verbraucher die Sicherheit gewährleistet werden, dass Frischeier korrekt etikettiert sind. Mit dem System sollen Manipulationen bestmöglich ausgeschlossen werden und den Kontrollinstanzen ermöglicht werden, eine effiziente Überprüfung der Richtigkeit der Etikettierungsangaben vorzunehmen.

Weitere wesentliche Eckpunkte der Richtlinie „ovum“:

  • Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben
  • Kennzeichnungskette vom Erzeuger bis zum Verbraucher
  • Sicherstellung der Rückverfolgbarkeit und Nachvollziehbarkeit von an- und ausgelieferten Frischeiern
  • Salmonellenmonitoring auch auf Packstellenebene

sus - Schweinefleischkennzeichnungsystem

Um das Vertrauen der Konsumenten in das Produkt Schweinefleisch zu festigen bzw. weiter auszubauen hat die AMA Marketing das System „sus“ für Schweinefleisch entwickelt.

Sämtliche nähere Angaben zu Schweinefleisch müssen definiert, nachvollziehbar und unmissverständlich sein.

So wurde z.B. das Wort „Herkunft“ im Rahmen von „sus“ wie folgt definiert:

Geburt, Mast und Schlachtung in ein und demselben Land.

Neben Angaben zur Herkunft, können auch Angaben zur Qualität (z.B. pH-Wertmessung), Produktionsweise (z.B. Freilandschwein) oder Markenprogrammen (z.B. Tullnerfelder Schwein) abgesichert werden.

Da alle Beteiligten (Landwirt, Schlachthof, Zerlegebetrieb und Handel) in das System integriert sind, ist eine lückenlose Nachvollziehbarkeit möglich. Dies wird durch unabhängige Kontrollen überprüft und gewährleistet.

PASTUS+ - Futtermittelkennzeichnungssystem

„Pastus+“ ist ein Qualitätssicherungssystem für die Bereiche Einzel- und Mischfuttermittel sowie für Betreiber von fahrbaren Mahl- und Mischanlagen.

Landwirte die am AMA-Gütesiegelprogramm teilnehmen, müssen verpflichtend Futtermittel von zertifizierten Herstellern zukaufen. Für den Handel zwischen Landwirten wurde eigens ein Futtermittellieferschein konzipiert.

Die AMA Marketing hat gemeinsam mit Vertretern der Futtermittelwirtschaft und Landwirtschaft, der Wirtschaftskammer sowie der Landwirtschaftskammer Österreich die Futtermittel-Richtlinie pastus+ entwickelt. Diese wurde vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft genehmigt.

AMA-Gütesiegel Landwirte verpflichten sich ausschließlich Futtermittel zu verwenden, die mit dem Siegel "pastus+ AMA-Gütesiegel tauglich" gekennzeichnet sind.

Die wesentlichen Kriterien der Futtermittel-Richtlinie sind:

  • ein internes Qualitätsmanagement,
  • Rohstoffmanagement,
  • Dokumentation und Nachvollziehbarkeit der Warenströme,
  • Erstellung einer Kontaminationsmatrix,
  • Endproduktkontrollen gemäß Stichprobenplan sowie
  • die Einhaltung der Positiv- und Negativliste für Einzelfuttermittel.

 AMA-Gastrosiegel

Um die Herkunft der Produkte, die in der Gastronomie verwendet werden, transparent zu machen hat die AMA-Marketing ein Rückverfolgbarkeitssystem entwickelt.

Mit dem AMA-Gastrosiegel werden Betriebe ausgezeichnet und zertifiziert, die regionale Produkte in der Küche verwenden.

Österreichs Wirte, die das AMA-Gastrosiegel tragen, garantieren dem Gast, dass die angebotenen Speisen mit Rohstoffen aus Österreich zubereitet werden.

Gastronomiebetriebe können individuell aus 5 Produktkategorien jene Produkte auswählen, deren Herkunft in der Speisekarte ausgezeichnet werden soll:

Fleisch, Milch & Milchprodukte, Eier, Erdapfel & Obst & Gemüse sowie Wild und Süßwasserfisch.

Das AMA-Gastrosystem ist freiwillig, verpflichtet aber zur Herkunftskennzeichnung von 5 Rohstoffen. Mit dem AMA-Gastrosiegel steht damit die Transparenz der Rohstoffe im Vordergrund.

Veröffentlicht am 17.10.2014, Kommunikation und Service (Abteilung Präs. 5)