Schlierbacher Geflügel

Die Aufzucht von Schlierbacher Geflügelist das Ergebnis traditioneller Zucht und extensiver Viehhaltung in Schlierbach, Oberösterreich.

Registernummer: 143

Offenlegungsdatum

Traditionelle Haltung von Geflügel für den Eigenbedarf. Gezielte Zucht von Schlierbacher Geflügel in der Region ab 1986.

Titel

Schlierbacher Geflügel

Kurzdarstellung oder Behauptung

Die Aufzucht von Schlierbacher Geflügelist das Ergebnis traditioneller Zucht und extensiver Viehhaltung in Schlierbach, Oberösterreich.
Das Fleisch des Schlierbacher Geflügels zeichnet sich im Allgemeinen besonders durch seine feinfaserige Struktur und Zartheit sowie durch den geringen Bratverlust aus, bedingt durch die artgerechte Auslaufhaltung mit viel Bewegung. Die spezielle, extensive Fütterung der Tiere sorgt außerdem für einzigartiges Aroma und besonderen Geschmack.

Produktbezeichnung, Produktklasse

Geflügelfleisch, Fleischprodukte

Name der Region

Schlierbach, Oberösterreich, Österreich

Suchgebiet

Lebensmittel und Landwirtschaft

Name des Informationsgebers

Ing. Max Gala
IGV (Innovative Gemeinschaft Voralpenland) – ARGE Huhn & Co

Name des Antragstellers für den Titel

Keine Angabe

Inhaber des Wissens oder zugehöriger Quellen

Ca. 40 Geflügelbauern aus und rund um die Region Schlierbach

Empfänger, Inhaber, Bevollmächtigter, Eigentümer eines Titels

Keine Angabe

Beschreibung

Geschichte:

Geflügel allgemein:
Das Geflügel zählt zu den ältesten Nutztieren der Menschen. Bereits zwischen 5000 und 4000 vor Christus wurde in Asien, aber auch in Ägypten, Hausgeflügel gehalten. Von dort aus dürften die unterschiedlichen Vogelarten über die Griechen zu den Römern gelangt sein.

Das Huhn stammt höchstwahrscheinlich vom asiatischen Bankivahuhn (Gallus gallus) ab.
Der phönizische Welthandel brachte das Haushuhn an die Küsten des Mittelmeeres, wo es seit nunmehr 3000 Jahren heimisch ist. Wie Münzfunde aus 500 vor Christus bekunden, war die Hühnerzucht zur Zeit der Kelten und Germanen auch in (Mittel-) Europa schon weit verbreitet.
Die Hühnerhaltung erreichte im alten Rom ihre Blütezeit. Den Römern waren bereits mehrere Hühnerrassen bekannt, unter anderem Zwerg- und Haubenhühner. Sie besaßen ein umfassendes Wissen über die Hühnerhaltung und -zucht.
Hühner sollen durch die Römer auch in das heutige Gebiet von Österreich gelangt sein.

Bereits 50 nach Christus beschrieb der römische Schriftsteller Columella in seinem Werk „De re rustica“ einige Hühnerrassen sowie deren Haltung, Züchtung und Pflege. Daraus kann geschlossen werden, dass das Huhn damals sowohl Bedeutung für Kulturzwecke als auch für die menschliche Ernährung hatte.
Jedoch wurden Hühner bis zum Mittelalter nicht primär wegen des Fleisches und der Eier gehalten, sondern um die männlichen Hähne bei Hahnenkämpfen antreten zu lassen. Erst im Mittelalter nahmen Hühner und Hühnereier einen wichtigen Platz in der Ernährung ein. Sie zählten daher auch zu den häufigsten Abgaben der Hörigen an die Grundherren.
Im Laufe der Zeit dürften sich aus den von den Römern eingebürgerten Rassen in den einzelnen Gebieten, bedingt durch unterschiedliche klimatische Einflüsse, lokale Hühnerschläge entwickelt haben.

Die wilde Graugans (Anser anser) wurde bereits von den Griechen und Römern wegen ihres Fleisches und ihren Federn gehalten. Der römische Ackerbauschriftsteller Columella (1. Jahrhundert nach Christus) berichtete von der Haltung und Zucht von Gänsen.
Die Rassenbildung begann hauptsächlich in Europa.

Der Truthahn stammt ursprünglich aus Mittel- und Nordamerika, sehr wahrscheinlich aus Mexiko, und wurde von dort aus um 1550 von spanischen Seefahrern nach Europa gebracht und danach überall gezüchtet, besonders intensiv in den Donauländern.

Geflügel in der Küche:
Conrad Hagger beschreibt bereits 1719 in seinem „Saltzburgischen Koch-Buch“ unterschiedliche Geflügel-Rezepte.

1805 erscheint das „Linzer Kochbuch“ von Maria Elisabeth Meixner mit einem Rezept für „Gebackene Hendl“.

Im 19. Jahrhundert symbolisierte das Geflügel auf dem Tisch der Bürger und Bauern deren Sieg über die Feudalherrschaft des Adels. Bis dahin stellte das Geflügel eine höfische Delikatesse dar. Auf den bäuerlichen Tisch kam ein Huhn nämlich nur dann, wenn die Henne oder der Bauer krank war.

Geflügel in Schlierbach:
Geflügel wurde schon immer für den eigenen Bedarf in der Region Schlierbach gehalten

1986 wurde Schlierbacher Geflügel, insbesondere das „Biowildhendl“, in der Region als regionaltypisches Leitprodukt aufgenommen.

Als erster Betrieb in der Region Schlierbach begann Anton Hoffmann 1990 mit der gezielten Gänsehaltung. Seit 1996 gibt es die Gemeinschaft „Traunviertler Weidegans“, die auch der Genussregion Schlierbacher Geflügel angehört.

Truthähne werden etwa seit 1990 gezielt in Schlierbach gezüchtet.

Gebiet/ Region:

Die Gemeinde Schlierbach liegt im politischen Bezirk Kirchdorf an der Krems, Bundesland Oberösterreich.

Die Region Schlierbach ist eine hügelige Landschaft im Alpenvorland auf 478 m Seehöhe im Traunviertel südlich der Donau und geht im Süden in die Gebirge der Alpen über.
Sie besitzt eine Gesamtfläche von 18,5 km². 71,9 % der Gesamtfläche sind landwirtschaftlich genutzt.

Klima:
Die Region liegt am Rand des pannonischen Klimagebietes.
Das pannonische Klima mischt sich mit kühlen Winden, dadurch ergeben sich große Schwankungen zwischen Tag- und Nachttemperatur. Die Region ist charakterisiert durch eine hohe Luftfeuchtigkeit.

Flora:
Die Bergflora der Almen ist durch die Boden- und Klimaverhältnisse bedingt und gekennzeichnet durch eine Vielfalt an alpinen Pflanzen.

Schlierbacher Geflügel:

Geflügel ist der Oberbegriff für alle Vogelarten, die als Nutztiere gezüchtet und gehalten werden.
Beim Schlierbacher Geflügel handelt es sich um die Produkte mit der Bezeichnung Schlierbacher Biowildhendl, Schlierbacher Biotruthahn, Traunviertler Weidegans und Kremstaler Freilandpute.
Schlierbacher Geflügel ist allgemein gekennzeichnet durch eine artgerechte Auslaufhaltung mit viel Bewegung und einer speziellen, extensiven Fütterung der Tiere. Die Tiere wachsen langsam heran, wodurch hoch qualitative Produkte mit besonderem Geschmack und einem geringeren Bratverlust entstehen.
Das Geflügelfleisch ist feinfaserig, zart und aromatisch.

Etwa 40 Geflügelbauern aus der Region Schlierbach sind Mitglieder der Innovativen Gemeinschaft Voralpenland (IGV) und produzieren und vermarkten Schlierbacher Geflügel. 30 % davon wirtschaften biologisch.

Traunviertler Weidegans:

Methode der Produktion:
Etwa 30 Geflügelbauern aus dem gesamten Traunviertel (speziell rund um Schlierbach und Steyr) produzieren Traunviertler Weidegänse nach den Produktionsrichtlinien der Organisation „Österreichische Weidegans“undwerden von der IGV betreut. Ein geringer Teil produziert auch biologisch.
Die Gemeinschaft „Österreichische Weidegans“ hat einen Elterntierbetrieb in Zell am Pettenfirst (OÖ) und eine Brüterei in Grafendorf bei Hartberg. Traunviertler Weidegänse stammen ausschließlich von diesen Betrieben.

Zucht/Mast:
Im Traunviertel werden rund 6.000 Weidegänse gehalten.

Es handelt sich um eine artgerechte, naturnahe und extensive Haltungsform mit viel Bewegung und schonender Mästung. Die Besatzdichte ist mit 100 Gänsen pro Hektar limitiert.

Nach einer sehr behutsamen Aufzucht der Gösseln (Gänseküken) in einem warmen, mit Stroh eingestreuten Stall, dürfen die Gänse schon im Alter von 2 bis 3 Wochen auf die grünen Wiesen und Weiden. Nach der 6. bis 8. Lebenswoche sind die Tiere voll befiedert und widerstandsfähig gegen schlechtes Wetter. Von nun an sind sie tagsüber auf der Weide. In der Nacht werden sie zum Schutz vor Raubtieren in den Stall gebracht. Traunviertler Weidegänse werden bis zur Schlachtung tagsüber im Freien gehalten.

Fütterung:
Das Hauptfuttermittel der Gänse ist frisches Gras von den saftigen Weiden der Region, in Kombination mit hofeigenem Getreide (Hafer, Gerste etc.).
Intensivkraftfutter und Mais sind als Futtermittel nicht erlaubt.

Transport und Schlachtung:
Traunviertler Weidegänse werden zu Martini und zu Weihnachten im Alter von ca. 28 Wochen, mit einem Gewicht zwischen 3,5 und 4 kg geschlachtet.

Die Schlachtung, Zerlegung und Verarbeitung der Gänse erfolgt in 4 Gemeinschaftsbetrieben in der Region Traunviertel. Die Anlieferung erfolgt durch die Bauern selbst. Auf kurze Transportwege, eine Ruhepause vor der Schlachtung sowie eine stressfreie Schlachtung wird besonderer Wert gelegt.

Die Schlachtbetriebe sind registrierte Betriebe ohne EU-Zulassung. Deshalb erfolgt auch keine Fleischbeschau. Gemäß der Leitlinie für Geflügelschlachträume werden mehrmals Nackenhautproben in ein genehmigtes Labor geschickt und auf Salmonellen untersucht. Vor der Schlachtung werden die Tiere ebenfalls auf Salmonellen untersucht.

Jährlich werden etwa 6.000 Weidegänse geschlachtet.

Fleischbeschreibung:
Durch die Grasfütterung und die Bewegung im Freien ist das Fleisch der Traunviertler Weidegans von ganz besonderer Qualität. Das Fleisch weist eine dunkle Farbe auf, ist feinfaserig mit einem geringen Fettanteil, zart und aromatisch und hat einen typischen Eigengeschmack.

Qualitätskontrolle:
Derzeit unterliegen Traunviertler Weidegänse keinen gesetzlichen Kontrollen, ausgenommen Bio-Betriebe, die jährlich hinsichtlich der Produktqualität überprüft werden.

Die Einhaltung der Produktionsstandards der Gemeinschaft „Österreichische Weidegans“ werden stichprobenartig überprüft.

Schlierbacher „Biowildhendl“, Schlierbacher „Biotruthahn“:

Methode der Produktion:
Sechs bäuerliche Betriebe erzeugen „Biowildhendl“ und ein Betrieb „Biotruthahn“ in der Region Schlierbach nach den Produktionsrichtlinien der BIO AUSTRIA.
Schlierbacher Biowildhendl ist kein Wildgeflügel, sondern wird aufgrund der wildähnlichen, dunklen Fleischfarbe von den Geflügelbauern aus der Region so bezeichnet.

Zucht/Mast:
In der Region werden ca. 250 Biowildhendl und ca. 300 Biotruthähne pro Betrieb gehalten.
Das Geflügel muss grundsätzlich aus eigener Zucht oder von anderen anerkannten Bio-Betrieben ausschließlich aus der Region Schlierbach stammen.

Konventionelle Junghennen (nicht älter als 18 Wochen) und konventionelle Mastküken (nicht älter als 3 Tage) dürfen nur mehr nach bestätigter Nicht-Verfügbarkeit und nach vorheriger Genehmigung durch die Kontrollstelle zugekauft werden. Der Zukauf konventioneller Tiere muss in den Aufzeichnungen festgehalten werden.

Der Tierbestand muss an die landwirtschaftliche Nutzfläche angepasst sein. Auf Bio-Betrieben dürfen nur so viele Geflügel gehalten werden, dass 170 kg Stickstoff/ha/Jahr nicht überschritten werden.

Die tiergerechte Geflügelhaltung muss den Tieren die Erfüllung ihrer physiologischen und Verhaltensbedürfnisse ermöglichen, wie ausreichende Bewegungsfreiheit und genügend Platz für Ruhe- und Schlafhaltungen.

Allen Tieren wird Weidegang gewährt. Besteht ein ständig begehbarer Auslauf, so ist der Vorplatz befestigt und überdacht auszuführen. Der Auslauf erfolgt ganztägig, im Sommer mindestens 8 Stunden und im Winter zumindest 4 Stunden täglich.

Schlierbacher Biowildhendl wachsen innerhalb von 9 Wochen auf und haben neben viel Platz im Stall von Anfang an die Möglichkeit zur Weidenutzung.

Schlierbacher Biotruthähne werden bis zur 8. Lebenswoche im Stall gehalten und haben danach die Möglichkeit einen überdachten Schlechtwetterauslauf oder die Weide zu nutzen.

Die Weiden in der Region Schlierbach befinden sich auf einer Seehöhe zwischen 400 und 600 m.

Fütterung:
Das Hauptfuttermittel des Schlierbacher Biowildhendls und Biotruthahns ist frisches Gras von den saftigen Weiden der Region, in Kombination mit hofeigenem, biologischem Getreide und Futtermittel, wie Mais, Weizen, Sojabohnen, Erbsen, Maiskleber, Kürbiskernkuchen, Sonnenblumenkuchen.
Werden Futtermittel zugekauft, stammen diese von inländischen BIO AUSTRIA-zertifizierten Betrieben.

Konventionelle Futtermittel dürfen bei Nicht-Verfügbarkeit von biologischem Futter eingesetzt werden, aber in der Tagesration den Anteil von 25 % nicht überschreiten. Ab 2012 ist eine 100 %ige Biofütterung verpflichtend.

Transport und Schlachtung:
Zur Sicherung einer optimalen Fleischqualität haben Verladung und Transport möglichst ohne Stress für die Tiere zu erfolgen. Der Transport darf im Allgemeinen 6 Stunden nicht überschreiten.

Biowildhendl werden mit etwa 9 Wochen, mit einem Lebendgewicht von 2 kg und einem Schlachtgewicht von ca. 1,6 kg geschlachtet. Der Großteil der Schlachtung, Zerlegung und Verarbeitung der Biowildhendl erfolgt in einem EU-Schlachtbetrieb in Pfaffstätt, Bezirk Braunau, wo sie von den Bauern selbst hingebracht werden. Ca. 20 % der Biowildhendl werden regional in bäuerlichen Geflügelschlachträumen geschlachtet.
Im Jahr werden etwa 25.000 Schlierbacher Biowildhendl erzeugt.

Jährlich werden etwa 1.500 Schlierbacher Biotruthähne mit etwa 20 Wochen (männlich) bzw. 16 Wochen (weiblich), bei einem Gewicht von ca. 17 kg (männlich) bzw. ca. 9 kg (weiblich) geschlachtet. Die Schlachtung, Zerlegung und Verarbeitung erfolgt direkt am Hof des Erzeugerbetriebs.

Fleischbeschreibung:
Schlierbacher Biowildhendl und Schlierbacher Biotruthahn weisen eine dunkle Fleisch-Farbe auf. Das Fleisch ist fest, zart, aromatisch und hat einen typischen Eigengeschmack. Weiters zeichnet es sich durch einen geringeren Bratverlust aus.

Qualitätskontrolle:
Die Bio-Betriebe unterliegen dem Kontrollsystem der BIO AUSTRIA. Sie werden mindestens einmal jährlich von den Kontrollstellen der BIO AUSTRIA unangemeldet kontrolliert.

Vor der Schlachtung erfolgt sowohl beim Biowildhendl als auch beim Biotruthahn eine Lebendbeschau und eine Salmonellenuntersuchung.
Eine Totbeschau wird nur auf dem EU zugelassenen Schlachtbetrieb durchgeführt. Nach der Schlachtung wird zur Eigenkontrolle mehrmals im Jahr eine Nackenhautprobe genommen, um die Tiere auf Salmonellen zu untersuchen.

Schlierbacher Biowildhendl und Biotruthahn ist durch die EU Bio-Verordnung sowie im Rahmen des Österreichischen Lebensmittelbuches Codex Kapitel A8 (Landwirtschaftliche Produkte aus biologischem Anbau und daraus hergestellte Folgeprodukte) geregelt.
Das Schlierbacher Biowildhendl wird mit Biozeichen, wie Bio Austria, Zurück zum Ursprung und Ja! Natürlich verkauft. Der Schlierbacher Biotruthahn ist mit dem Bio-Zeichen der Bio Austria versehen.

Kremstaler Freilandpute:

Methode der Produktion:
Ein Betrieb in der Region Schlierbach erzeugt Kremstaler Freilandputen.

Die Puten stammen ausschließlich aus Oberösterreich, damit Transportwege so kurz wie möglich sind. Der Stallboden ist mit viel Stroh und Hobelspänen bedeckt. Zwischen der 7. und 9. Woche bekommen die Puten bei entsprechenden Wetterverhältnissen Tag und Nacht Auslauf in die grüne Wiese.

Fütterung:
Der wesentliche Unterschied zum Schlierbacher Biotruthahn besteht darin, dass die Fütterung nicht ausschließlich biologisch erfolgt.
Das Futter wird großteils am eigenen Betrieb erzeugt und direkt am Hof wöchentlich zusammengemischt. Bestandteile sind: Weizen, Mais, gentechnisch unverändertes Soja, Rapsöl und Kürbiskuchen.

Schlachtung:
Ab der 14. Woche werden die Tiere am Hof geschlachtet.

Bioeier:
Als ein weiteres Produkt der Genuss Region Schlierbacher Geflügel gelten die Bio-Eier.
Die Geflügel GmbH Schlierbach erzeugt insgesamt ca. 38 Millionen Bioeier pro Jahr.

In der Region Schlierbach halten etwa 20 Bauern ca. 60.000 „Biolegehennen“.

„Biolegehennen“ leben ca. 1 Jahr am Bauernhof und werden in modernen, artgerechten Ställen bei Tageslicht gehalten. Sie können scharren, haben ein eingestreutes Legenest und Sitzstangen zum Übernachten.
Die Besatzdichte im Stall beträgt 6 Tiere pro m².
Die Tiere haben jederzeit die Möglichkeit, in den Auslauf zu gehen. Bei Schlechtwetter nutzen sie den überdachten Vorplatz, welcher direkt im Anschluss an das Stallgebäude vorhanden ist.
Auf der Weide stehen pro Tier 10 m² Auslauffläche zur Verfügung.

Die Fütterung der Tiere erfolgt nach den Grundsätzen des biologischen Landbaus.

Vermarktung Schlierbacher Geflügel:

Traunviertler Weidegans wird unter der Dachmarke „Österreichische Weidegans“ vermarktet und ist als „Traunviertler Weidegans“ gekennzeichnet.
Traunviertler Weidegänse werden bratfertig (gerupft, ausgenommen, verpackt, gekühlt) angeboten.
Die Vermarktung erfolgt über die Bauern selbst (Direktvermarktung, Bauernläden), über regionale Gastronomiebetriebe im Traunviertel sowie über den Lebensmitteleinzelhandel in ganz Österreich.

Schlierbacher Biowildhendl ist sowohl regional (ab Hof, Direktvermarktung, Gastronomie, Lebensmitteleinzelhandel) als auch im Handel und in Biofachgeschäften in ganz Österreich erhältlich.
Schlierbacher Biotruthahn wird ausschließlich in der Region vermarktet.
Schlierbacher Biowildhendl und Schlierbacher Biotruthahn werden als Frischfleisch und in verarbeiteter Form angeboten.

Kremstaler Freilandputen sind sowohl ab Hof als auch in regionalen Geschäften sowie in regionalen Gastronomiebetrieben erhältlich.

Die Bioeier sind im regionalen Lebensmitteleinzelhandel, im Feinkosthandel und ab Hof erhältlich.

Verwertung Schlierbacher Geflügel:

Gänsefleisch wird in einer Vielzahl verschiedener traditioneller Gerichte am Tag des Heiligen Martin, den 11. November, gegessen. Traditionell wird das Martinigansl mit Apfelkraut, Kohlsprossen und Grieß bzw. Erdäpfelknödel zubereitet.

Das wertvolle Nebenprodukt Daune wird zu Bettwaren weiterverarbeitet und verkauft.

Das Bruststück des Truthahnfleisches eignet sich besonders als Schnitzel, Roulade, fürs Fondue, zum Braten oder als Steak. Der Flügel eignet sich bestens zum Braten, Grillen, Frittieren oder für Suppen. Die Ober- und Unterkeule haben ein dunkleres, sehr aromatisches Fleisch. Sie eignen sich für Rollbraten, zum Grillen, als Faschiertes, für Rostbraten oder als Gulasch.

Als besondere regionale Spezialitäten gelten die gefüllte Wildhendlrolle sowie der Truthahnrollbraten.

Schutz:

Wortbildmarke „Weidegans“ (Österreichisches Patentamt Register Nr. 230061, 16.2.2006). Markeninhaber ist der Landesverband landwirtschaftlicher Geflügelwirtschaft Oberösterreichs (LVG).

Zusammenhang zwischen dem geografischen Gebiet und Traditionellem Wissen:

  • Besondere Klimaverhältnisse in der Region Schlierbach bedingen eine reichhaltige lokale Flora, die eine extensive Haltung von Schlierbacher Geflügel auf Weiden ermöglicht.
  • Traditionelle Haltungssysteme: Extensivhaltung der Herden auf Weiden.
  • Dank dieser Haltungsweise kann Geflügel mit charakteristischen Merkmalen bezüglich Fleischbeschaffenheit erzeugt werden. Das Fleisch besitzt ein einzigartiges Aroma und einen einzigartigen Geschmack, welche in direkter Beziehung zur aufgenommenen lokalen Flora sowie dem Traditionellen Wissen um die artgerechte Haltung stehen.
  • Die Aufzucht des Schlierbacher Geflügels ist das Ergebnis Traditionellen Wissens und der Erfahrung der Tierhalter ( Art der Geflügelproduktion, Haltung mit Auslauf bzw. auf Weiden), Know-how der Schlachter (Erfahrung bei Schlachtung, Zerlegung, Verarbeitung).

Schlüsselworte

Lebensmittel und Landwirtschaft, Traditionelles Wissen, Österreich, Region, Oberösterreich, Schlierbach, Schlierbacher Geflügel, Schlierbacher Biowildhendl, Schlierbacher Biotruthahn, Traunviertler Weidegans, Kremstaler Freilandpute, Bioeier

Bibliographie/ Referenzen

Letzter Zugriff aller Internetreferenzen erfolgte am 03. März 2011.

Sprachcode

Deutsch

Regionaler Ansprechpartner

Ing. Max Gala
IGV – ARGE Huhn & Co
Klosterstraße 11
4553 Schlierbach
Telefon: 07582/81017-15
Mobil: 0650/4553015
Fax: 07582/81017-45
e-mail: max.gala@igv.at

Autoren

Daniela Trenker B.A., Mag. Eva Sommer

Veröffentlicht am 29.09.2017, Agrarische Wertschöpfungskette und Ernährung (Abteilung II/8)