Kärntner Brillenschaf

Kärntner Brillenschaf ist das Ergebnis Traditionellen Wissens über Schafzucht und Tierhaltung im Süden von Kärnten.

Registernummer: 105

Offenlegungsdatum

Die Rasse wurde erstmals 1844 beschrieben und 1880 unter der Bezeichnung „Seeländer Rasse“ bekannt.

Titel

Kärntner Brillenschaf

Kurzdarstellung oder Behauptung

Kärntner Brillenschaf ist das Ergebnis Traditionellen Wissens über Schafzucht und Tierhaltung im Süden von Kärnten.
Das Kärntner Brillenschaf ist eine Kreuzung des alten Landschafes mit dem Bergamaskerschaf und dem Paduaner Seidenschaf.
Das Fleisch weist einen würzigen, wildbretähnlichen Geschmack auf, der typische Beigeschmack nach „Schaf“ fehlt. Es ist feinfasrig und verfügt über einen geringen Fettansatz. Kärntnen Brillenschaf wird in traditioneller extensiver Schafhaltung in der alpinen Region gehalten und trägt damit zur Aufrechterhaltung der Kulturlandschaft bei.

Produktbezeichnung, Produktklasse

Schaf, Frischfleisch

Name der Region

Kärnten, Österreich

Suchgebiet

Lebensmittel und Landwirtschaft

Name des Informationsgebers

Friedhelm Jasbinschek
Verein der Kärntner Brillenschafzüchter Alpen-Adria

Name des Antragstellers für den Titel

Keine Angabe

Inhaber des Wissens oder zugehöriger Quellen

Keine Angabe

Empfänger, Inhaber, Bevollmächtigter, Eigentümer eines Titels

Keine Angabe

Beschreibung

Geschichte:

Schafe gehören zu den ältesten Haustieren der Welt und lieferten der Menschheit bereits seit der frühen Steinzeit Fleisch, Milch, Fell und Wolle. Die Schafzucht entstand wahrscheinlich in den Steppen Südwestasiens und kam über Persien und den Balkan nach Mitteleuropa.

Schafzucht in Kärnten:

Seit Mitte des 12. Jahrhunderts findet häufig eine Sonderform der intensiven Viehwirtschaft in Kärnten, sogenannte „Schwaigen“, Erwähnung. Das Wort „Schwaig“ stammt aus dem Mittelhochdeutschen und bezeichnet spezielle Siedlungs- und vor allem Wirtschaftsform im alpinen Raum. Vielfach wurden "Schwaighöfe" als Dauersiedlungsform von den Landesherren zum Zweck der Rinder- und Schafzucht oder vor allem der Milchviehzucht (besonders für die Käseerzeugung) selbst gegründet.
Sie sind für Kärnten seit dem frühen Mittelalter nachweisbar.
Der Begriff „Schwaige“ ging später fallweise auf nur während der Sommermonate bewirtschafteten Almen über. Senn und Sennerin werden auch "Schwaiger" und "Schwaigerin" genannt.

„Schafschwaige“ bezeichnet ein Gebiet, welches ausschließlich für die Schafzucht ausgerichtet ist.
Bis zum Ende des 14. Jahrhunderts war auf den Schwaighöfen die Schafhaltung vorherrschend.

Die Schafhaltung auf Almen, welche für die Rinderhaltung ungeeignet sind, hat in Kärnten eine lange Tradition und schon im Mittelalter stand mehr die Schafzucht im Vordergrund als die Aufzucht von Milchkühen.

Besonders in den Kalkalpen, wo auf steilen Hängen und aufgrund der Wasserdurchlässigkeit des Kalkes eher eine karge Vegetation vorherrscht, stellten robuste und anspruchslose Schafrassen eine wichtige Einnahmequelle für die Bevölkerung dar. Mit nur wenigen Tieren konnte der Eigenbedarf an Fleisch und Wolle gedeckt werden.

So werden in Kärnten bereits seit Jahrhunderten Lämmer gehalten, da sich diese für die steilen Almen und Berghänge bestens eigneten.

Die zu dieser Zeit in Kärnten übliche Rasse war das Kärntner Landschaf, das dem in weiten Teilen Europas verbreiteten Zaupelschaf entsprach.
Es war robust und genügsam, lieferte jedoch nur wenig Fleisch und grobe Wolle.

Im 18. Jahrhundert galt Wolle als wichtigste Nutzungsrichtung der Schafzucht und man suchte nach Rassen mit feinerer Wolle. Zu diesem Zweck wurden aus Apulien und dem nahegelegenen paduanischen Gebiet in Italien Paduaner Böcke, auch als „Seidenschaf“ bezeichnet, nach Kärnten eingeführt.

Der daraus entstehende Schaftyp wurde 1844 erstmals beschrieben und 1880 unter der Bezeichnung „Seeländer Rasse“ (heutiges Kärntner Brillenschaf) bekannt.
Der Name geht auf das hauptsächliche Verbreitungsgebiet der Schafrasse rund um das Dorf Seeland (Region in Kärnten, die nach dem Ersten Weltkrieg zu Slowenien kam), zurück.

Das „Seeländer Schaf“ wurde folgendermaßen beschrieben: „Die Nase ist stark geramst, die großen Ohren hängen schlaff herab; weiße Wolle, die Augen aber dunkel eingefasst“.
Es zeichnete sich durch sein schweres/beachtliches Gewicht, seine feine Wolle, besondere Stärke und Munterkeit aus und galt als robust, abgehärtet und an das raue Klima in den Alpen angepasst.

Seine Vorzüge sprachen sich rasch herum und der Schaftyp verbreitete sich, ausgehend von den südlichen Kalkalpen, in ganz Kärnten, in weite Teile Österreichs, vor allem Salzburg, Tirol und Vorarlberg, bis hin ins bayrische Voralpenland. Es diente oft der Veredelung minderer Landschafe.

Die aus Kärnten stammenden Schafe waren auch aufgrund ihrer vorzüglichen Fleischqualität äußerst begehrt.
Bis ins 20. Jahrhundert wurden jährlich 30.000 Schafe bis nach Paris und etwa 14.000 in die Schweiz verkauft.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Zölle für lebende Schafe erhöht und damit der Absatz der Kärntner Schafe im Ausland erheblich erschwerte. Von 1869 bis 1910 ging die heimische Schafzucht, bedingt durch den Import billiger, aber qualitativ guter Wolle aus Übersee, stark zurück.

Als Verbesserungsmaßnahme versuchte man, die Fleischleistung der Seeländer Schafe durch Einkreuzung von Original-Bergamasker Riesenschafen aus Oberitalien weiter zu steigern. Als unerwünschter Nebeneffekt stellte sich jedoch eine Vergröberung der Wolle ein.

Anfang des 20. Jahrhundertes wurde durch Prämierungen von Zuchtschafen versucht das Interesse an der Schafzucht wach zu halten. Dabei wurde vor allem die Fleischleistung dieser Rasse in den Vordergrund gestellt.

Ab 1911 führte ein erhöhter Fleischbedarf der Bevölkerung zu einer Erhöhung der Preise für Schafe, wodurch die Schafhaltung wieder rentabel wurde.

Während des Ersten Weltkrieges und in der Zeit danach erfreuten sich die Kärntner Schafe wegen ihrer Größe, ihrer Schlachtausbeute und Genügsamkeit großer Beliebtheit. Im Pustertal soll das Kärntner Schaf wegen seiner hervorragenden Fleischqualität sogar als „Edelschaf“ bezeichnet worden sein.

Im Jahr 1923 erreichte die Schafhaltung in Kärnten ihren Höhepunkt. Zu dieser Zeit gab es zwar schon einen einheitlichen Typ des Kärntner Schafes jedoch existierte eine Fülle an regionalen Bezeichnungen wie „Seeländer“, „Uggowitzer“, „Canaltaler“, „Gurktaler“, „Bleiburger“ oder „Petzener“.
Die Gemeinsamkeiten der Schafe bezogen sich nur auf die Größe, Hängeohren, Ramsnase und schlichte Wolle. Die heute für das Kärntner Schaf typische schwarze Zeichnung war nur bei einem Teil der Tiere ausgeprägt.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurden alle diese gleichartigen Schafe unter der Bezeichnung „Kärntner“ zusammengefasst und der Name „Kärntner Schaf“ auch bei gleichartigen Populationen außerhalb Kärntens verwendet.

1939 kam es im Dritten Reich zu einer beinah vollständigen Verdrängungskreuzung mit reinweißen „Deutschen Bergschafen“.
Nur in kleinen Beständen konnte sich das Kärntner Brillenschaf vereinzelt halten.

Mit Kriegsende (1945) wurde die „Rassenbereinigung“ wieder aufgehoben. Doch der Bestand der Kärntner Schafe verringerte sich trotzdem stetig weiter und erreichte Anfang der 1980er Jahre mit 200 Tieren ihren Tiefpunkt.

Gründe für das beinahe Verschwinden der Rasse waren unter anderem ein akuter Arbeitskräftemangel durch die Weltkriege, die Abwanderung in die Städte, eine starke Förderung der Rinderzucht auf Grund des erhöhten Fleischbedarfs sowie Verluste durch Bären.

Daraufhin wurde versucht, durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit das Interesse an dieser alten Rasse erneut zu wecken. Vor allem die Sonderschau „Erhaltung gefährdeter Nutztierrassen“ auf der Internationalen Grünen Woche Berlin 1984 lenkte das Augenmerk auf die Rasse „Kärntner Schaf“.

Mitte der 1980er Jahre wurde mit der Erhaltungszucht der Rasse begonnen. In Österreich und Deutschland wurden gezielt Restbestände der alten Kärntner Rasse gesucht, welche (17 weibliche und 6 männliche Tiere) 1987 zu einer Herde zusammengefasst wurden. Um einer zu massiven Inzucht entgegenzuwirken, wurden auch Tiere aus dem Seeland, dem Ursprungsgebiet der Rasse und damals schon zu Slowenien gehörig, eingeführt. Gemeinsam mit den Universitäten Wien und Laibach wurde ein Zuchtprogramm entwickelt, das bis heute seine Bedeutung hat.

Seit 1992 wird vom Landesschaf- und Ziegenzuchtverbandes Kärnten ein zentrales Herdbuch (Register über die Abstammung der Tiere) auf elektronischer Basis geführt.

1995 wurde der „Verein der Kärntner Brillenzüchter Alpen-Adria“ mit Sitz in Ferlach gegründet. Der Verein hat es sich zum Ziel gemacht, die Kärntner Brillenschafpopulation vor der Gefährdung zu schützen und die Rasse wieder heimisch zu machen. Mit der gezielten Vermarktung der Produkte soll die Wirtschaftlichkeit der Schafrasse wieder gesteigert werden.

Im selben Jahr startete das grenzüberschreitende Interreg-Projekt „Kärntner Brillenschafzucht ohne Grenzen“, in dessen Rahmen österreichische und slowenische Schafzüchter eng zusammenarbeiteten (Interreg = Gemeinschaftsinitiative des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Regionen der Europäischen Union).

Ziel war es ein slowenisches Pendant zum Verein der Kärntner Brillenzüchter Alpen-Adria aufzubauen. Gemeinsam wurde ein Zuchtprogramm mit Zuchttieraustausch entwickelt. Auch mit den deutschen und südtiroler Züchtern findet immer wieder Informationsaustausch statt.

1997 erfolgte die Registrierung der Bezeichnung „Kärntner Brillenschaf“ als Wortbildmarke.

Heute ist das Kärntner Schaf unter dem Namen „Kärntner Brillenschaf“ bekannt.
Wann jedoch genau der Übergang von der Bezeichnung „Kärntner Schaf“ auf „Kärntner Brillenschaf“ stattfand kann nicht genau festgelegt werden, vermutlich jedoch um das Jahr 1995.

Der aktuelle Bestand am Kärntner Brillenschaf in Österreich beträgt etwa 5.000 Tiere (davon ca. 250 Zuchtwidder) die von 220 Zuchtbetrieben betreut werden.

Das Kärntner Brillenschaf gilt in Österreich als gefährdete Haustierrasse.
Laut ÖPUL 2007 wird das Kärntner Brillenschaf als „hochgefährdet“  eingestuft und wird als „Seltene Nutztierrasse“ gefördert.

Weiters wirken lokale Vereine wie der „Verein zur Erhaltung gefährdeter Haustierrassen“ (VEGH) und der „Verein zum Schutze und zur Bewahrung der Erbanlagen heimischer gefährdeter landwirtschaftlicher Nutztierrassen“ (ÖNGENE) bei der Erhaltung des Kärntner Brillenschafes mit.

Gebiet/Region:

Kärntner Brillenschafe werden in ganz Österreich gezüchtet, wobei die züchterischen Schwerpunkte im Südkärntner Raum, in der Gegend rund um St. Pölten und im Salzburger Raum liegen.

Außerhalb von Österreich sind Kärntner Brillenschafe in Südostbayern, Norddeutschland, in Slowenien (dort heißt die Rasse „Jezersko-Solcavska“ Rasse) und in Südtirol (hier wird die Rasse unter dem Namen „Villnößer Schaf“ gezüchtet) verbreitet. Einzelne Zuchten liegen auch weit außerhalb des ursprünglichen Zuchtgebietes, so z.B. in der Eifel, in Bremen und auf der Insel Föhr.

Kärntner Brillenschafe sind aufgrund ihrer Eigenschaften vor allem für die Haltung in niederschlagsreichen Hochgebirgslagen geeignet.

Kärntner Brillenschaf:

Das Kärntner Brillenschaf entwickelte sich aus dem alten in Kärnten bodenständigen Landschaf, dem Bergamasker und vor allem dem Paduaner Schaf.

Synonym kennt man auch die Bezeichnung „Spiegelschaf“. Die in der Schweiz als „Spiegelschaf“ bezeichnete Rasse ist jedoch nicht mit dem Kärntner Brillenschaf ident.

Rassenbeschreibung:

Das Kärntner Brillenschaf ist ein kräftiges, mittelgroßes weißes Schaf mit stark geramstem (d.h. mit stark hervorgewölbter Nasenpartie), unbewolltem Kopf und mittellangen, hängenden bis leicht abstehenden Ohren.

Besondere Kennzeichen sind schwarze Flecken (Brillen) um die Augen- dadurch können die Schafe das UV-Licht besser vertragen- sowie die in der äußeren Hälfte bis zu zwei Drittel schwarze Ohren, fallweise auch schwarze Flecken an den Lippen. Die Pigmentierung reicht von einem schwarzen Augenrand ohne Ohrenpigment bis zu einer ausgeprägten, Pigmenteirung. Der Kopf ist unbewollt und hornlos, die Wolle beginnt erst hinter den Ohren.

Der Widder verfügt über eine Widerristhöhe von 75 bis 80 cm, das Schaf von 70 bis 75 cm und über ein Gewicht von 75 bis 95 kg bzw. 55 bis 75 kg. Der mittelgroße Typ beinhaltet auch größerrahmige Tiere, die bei den Zuchtwiddern Gewichte von bis zu ca. 100 kg und bei den Mutterschafen bis 85 kg erreichen können.

Es hat feinknochige, lange Beine mit straffen Fesseln und harten Klauen.

Das Fell der Brillenschafe ist mit 12 bis 15 cm überdurchschnittlich lang und weist meist seidigen Glanz auf. Früher waren auch melierte, braune und tiefschwarze Vliese zu finden.

Der Wollcharakter reicht von stichelhaariger Schlichtwolle (= stärkeres Haar, das außen aufliegt) bis zu einem Vlies (Gesamtwolle des Rückens) mit einer Faserstärke von 32 bis 38 Mikron (entspricht einer Wollfeinheit C-DE=grob).
Der jährliche Wollertrag beträgt bei Widdern 3 bis 5 kg, bei weiblichen Tieren 2,5 bis 4,5 kg.

Eigenschaften:

Das Kärntner Brillenschaf ist durch eine gute Steigfähigkeit und Widerstandsfähigkeit sowie eine hohe Wetterfestigkeit charakterisiert Die schlichte Wolle des Schafs gewährleistet, dass der Regen nicht in das Vlies eindringt. Darüber hinaus gilt die Schafrasse als sehr anpassungsfähig, anspruchslos und leichtfuttrig.

Methode der Produktion:

Haltung:

Kärntner Brillenschafe werden in Herden unterschiedlicher Größe gehalten, der Durchschnitt liegt bei 20 Mutterschafen. Von Frühjahr bis Herbst werden die Tiere auf der Weide gehalten, im Winter in Aufstallungen.
Das grasende Schaf findet auf den Gebirgsweiden und Almen eine große Auswahl an aromatischen Kräutern und Pflanzen.

Fütterung:

Die Lämmer werden die ersten drei Monate von der Mutter gesäugt und danach von der dieser getrennt in einer Jungschafherde gehalten, wo sie entsprechendem Futter versorgt werden.
Ab der 1. Lebenswoche erhalten die Lämmer Zugang zu einem Lämmerschlupf, wo sie getrennt von der Herde, individuell und jederzeit eiweißreiches Futter, Getreidemischungen, Kraftfuttermischungen und Grummet (2. Grasschnitt, besser verdaulich als das Heu der ersten Ernte) aufnehmen können.
Lämmer, die von der Mutter nicht angenommen werden oder deren Mutter krank oder verstorben ist, werden mit der Flasche aufgezogen.
Zusatzfutter (Kraftfutter) zur Endmast darf verwendet werden, einerseits geschrotet, oder als Fertigfutter pelletiert.
Die Verwendung von Silofutter ist erlaubt.

Ablammung:

Der Brunstzyklus der Brillenschafe ist asaisonal, wodurch die Lämmer den Konsumenten ganzjährig zur Verfügung stehen.
Weibliche Tiere sind mit 6 Monaten, männliche Tiere mit 5 Monaten geschlechtsreif.
Die Tiere zeichnen sich durch eine gute Fruchtbarkeit mit dreimaliger Lammung in zwei Jahren und häufigen Zwillingsgeburten aus. Die Ablammquote liegt bei rund 150 %. Die Tiere verfügen über einen guten Mutterinstinkt.

Transport und Schlachtung:

Die Tiere sind mit 5 bis 6 Monaten und einem Lebendgewicht von 37 bis 45 kg schlachtreif.
Kleine Chargen werden in der Umgebung auf EU-Schlachthöfen geschlachtet, größere werden auch weiter z.B. nach Wien transportiert und erst dort geschlachtet.
In der Regel wird der gesamte Schlachtkörper vermarktet. Das Fleisch wird sowohl als Frischfleisch als auch vakuumverpackt angeboten.

Fleischbeschreibung:

Das Fleisch des Kärntner Brillenschafs weist einen würzigen, wildbretähnlichen Geschmack auf. Der typische Beigeschmack nach „Schaf“ fehlt. Das Fleisch ist feinfasrig und verfügt über einen geringen Fettansatz.

Ursprungsnachweis:

Die Lämmer sind, gemäß der Tierkennzeichnungs- und Registrierungsverordnung 2007, durch ein offizielles Zeichen (Ohrmarke) gekennzeichnet.

In der Folge ist die Rückverfolgbarkeit von der Verkaufsstelle zum Aufzuchtbetrieb gewährleistet. Dies bedeutet, dass in jeder Phase der Erzeugung das betreffende Lamm und sein Ursprungsbetrieb genau ermittelt werden kann.

Alle Tiere sind herdbuchmäßig erfasst. Die Züchter werden zweimal im Jahr von der zentralen Herdebuchführung nach ihrer Bestandsentwicklung abgefragt.

Qualitätssicherung:

Jährlich findet eine zentrale Widderankörung unter der Leitung des Landesschaf- und Ziegenzuchtverbandes Kärnten statt. Die Mindestanforderung für die Ankörung eines Zuchtwidders ist ein Jährlingsgewicht von 65 kg mit korrektem Fundament und Zahnbild. Am Körper dürfen außer am Kopf keine Pigmente vorhanden sein.
Zuchtschafe müssen für eine Ankörung (erfolgt direkt am Hof, laufend) ein Halbjahresgewicht von mindestens 45 kg und ebenfalls ein korrektes Fundament aufweisen. Außer den rassetypischen Pigmenten am Kopf werden leichte Pigmente im Beinbereich toleriert.

Vermarktung:

Das Fleisch des Kärntner Brillenschafs sowie daraus hergestellte Produkte sind ganzjährig erhältlich und werden direkt sowie über die Gastronomie vermarktet.

Regionale Restaurants, die Menüs oder Gerichte aus dem Fleisch vom Brillenschaf zubereiten, wird das Logo des Vereins der Kärntner Brillenschafzüchter als Gütesiegel verliehen.

Zusammenhang mit dem geographischen Gebiet und Traditionellem Wissen

  • Besondere Boden und Klimaverhältnisse im Gebiet Südkärnten ergeben eine vielfältige natürliche alpine Flora, die eine Schafhaltung auf Almen ermöglichen.
  • Dank dieser Haltungsweise kann Schaffleisch mit charakteristischen Merkmalen bezüglich Zusammensetzung erzeugt werden. Das Fleisch des Kärntner Brillenschafs ist feinfasrig, verfügt nur über einen geringen Fettansatz und weist einen wildbretähnlichen Geschmack auf.
  • Die Aufzucht von Kärntner Brillenschafen ist das Ergebnis Traditionellen Wissens, das an die in diesem Bereich Tätigen weitergegeben wurde: Traditionelles Wissen und Erfahrung der Tierhaltung (Anpassung der Haltung der Herden an die Gegebenheiten der Umwelt, Know-how der Landwirte, Art der Schaffleischproduktion, Verbesserung des Erbguts), Know-how der Schlachter (Tiertransport, Erfahrung bei Schlachtung, Zerlegung, Fleischreifung) und die Erfahrung Vereins der Kärntner Brillenzüchter Alpen-Adria.

Verwertung:

Frisches Schaffleisch und verarbeitetes Fleisch gelten als regionale Delikatessen. Als solche gelten Salami, Leberkäse, Hauswürste u.v.m.

Neben der Fleischproduktion des Mölltal-Glockner Lamms spielt auch die Herstellung von traditionellen Schafmilchspezialitäten wie z.B. Schafskäse sowie die Veredelung des naturnahen Rohstoffs Schafwolle eine wichtige Rolle.

Neben dem Fleisch wird teilweise auch die Wolle des Kärntner Brillenschafs verarbeitet. Einige kleine Betriebe stellen daraus Hüte, Polster, Hausschuhe, u.v.m. her.

Schutz:

Wortbildmarke „Kärntner Brillenschaf“ (Österreichisches Patentamt Register Nr. 172246, 27.10.1997)

Schlüsselworte

Lebensmittel und Landwirtschaft, Traditionelles Wissen, Österreich, Kärnten, Region, Südkärnten, Schaf, Schaffleisch, Kärntner Brillenschaf

Bibliographie/ Referenzen

Letzter Zugriff aller Internetreferenzen erfolgte am 18. Mai 2010.

Sprachcode

Deutsch

Regionaler Ansprechpartner

Friedhelm Jasbinschek
Verein der Kärntner Brillenschafzüchter Alpen-Adria
Sponheimer Platz 1
9170 Ferlach
Telefon: 04227/5119
Mobil: 0664/2716183
E-mail: verein@brillenschafe.at

Autorin

Mag. Doris Reinthaler

Veröffentlicht am 25.09.2017, Agrarische Wertschöpfungskette und Ernährung (Abteilung II/8)