Mattigtal Forelle

Traditionelle Zucht von Fischen aus der Familie Salmonidae (Bachforelle, Regenbogenforelle, Seeforelle, Lachsforelle und Saiblinge) in künstlich angelegten Teichen, Becken und Rinnen in der Region Mattigtal, Oberösterreich.

Registernummer: 88

Offenlegungsdatum

1829 erste urkundliche Erwährung der Bachfischerei Baumgartner in der Gemeinde Mattighofen.

Titel

Mattigtal Forelle

Kurzdarstellung oder Behauptung

Traditionelle Zucht von Fischen aus der Familie Salmonidae (Bachforelle, Regenbogenforelle, Seeforelle, Lachsforelle und Saiblinge) in künstlich angelegten Teichen, Becken und Rinnen in der Region Mattigtal, Oberösterreich.
Optimales Zusammenwirken von Boden, Klima, Wasserhaushalt und Gelände ermöglichen eine ökologisch orientierte, extensive Haltung von Forellen, die Fleisch von besonderer Qualität liefern.
Extensive Fischzucht in naturnahen Teichen trägt zu Bewahrung der Landschaft bei.

Produktbezeichnung, Produktklasse

Forelle, Fisch

Name der Region

Mattigtal, Oberösterreich, Österreich

Suchgebiet

Lebensmittel und Landwirtschaft

Name des Informationsgebers

Ulrike Sander-Baumgartner

Name des Antragstellers für den Titel

Keine Angabe

Inhaber des Wissens oder zugehöriger Quellen

Fischzüchter in der Region Mattigtal

Empfänger, Inhaber, Bevollmächtigter, Eigentümer eines Titels

Keine Angabe

Beschreibung

Geschichte:

Die Geschichte des Fischfanges ist so alt wie die Geschichte der Menschheit selbst. Dies beweisen fossile Fischreste, die immer wieder zusammen mit den Gebeinen der Vorzeitmenschen gefunden wurden.
Die Region rund um das Mattigtal war aufgrund des Fischreichtums bereits vor 7.000 Jahren besiedelt.

1829 wurde die Bachfischerei Baumgartner in der Gemeinde Mattighofen erstmals urkundlich erwähnt. Demzufolge ist sie eine der ältesten naturbelassenen Bachfischereien Oberösterreichs.

In den letzten 60 Jahren wurden mehrere Fischereibetriebe entlang der Quellbäche im Mattigtal errichtet.
2008 wurde der Verein „Mattigtal Forelle“ gegründet.

Ein Meilenstein in der Entwicklung der heutigen Europäischen Forellenzucht war die Einfuhr von Regenbogenforellen aus Kalifornien zwischen 1880 und 1890 und von weiteren verwandten Arten/Unterarten aus dem Nordwesten von Amerika zwischen 1907 und 1926 nach Europa. Die Züchtung von einheimischen Forellen mit verschiedenen eingeführten Forellen führte zur heutigen Regenbogenforelle, die weltweit zu einer wirtschaftlich wichtigen „Tierspezies“ wurde.

Gebiet/ Region:

Das Mattigtal liegt im politischen Bezirk Braunau am Inn, Oberösterreich.
Das Mattigtall ist begrenzt im Norden durch Deutschland, im Osten durch den Kobernaußerwald, im Süden durch den Tannberg und im Westen durch den Siedelberg und seinen Ausläufern.
Das Mattigtal umfasst die Gemeindegebiete Burgkirchen, Helpfau-Uttendorf, Jeging, Mattighofen, Mauerkirchen, Munderfing und Pfaffstätt.

Klima:

Das Mattigtal hat mitteleuropäisches Übergangsklima. Die Sommer sind kühl und feucht, die Winter mild und schneereich. Die Jahresmitteltemperatur liegt zwischen 7,5 °C im Süden und 8,7 °C im Norden. Die Jahresniederschlagsmenge liegt zwischen 900 mm im nördlichen Braunau und 1400 mm im Bereich der Trumerseen.

Lebensraum:

Die meisten Fischereibetriebe liegen an den Quellbächen der Mattig (Brunnenbach in Schalchen, Kühbach in Mattighofen, Brunnbach in St. Florian, Steinbichlbach sowie Blankenbach in Braunau). Die Quellbäche versorgen die künstlichen Teiche, Becken und Rinnen mit unverschmutztem Wasser hoher Qualität.
Zusätzlich gibt es noch eine Anzahl von sogenannten „Himmelsteichen“ (künstliche Baggerseen, die mit Regenwasser versorgt werden), die hauptsächlich von Fischereivereinen verwaltet werden.

Pflegemaßnahmen der Teiche:

Die Teiche werden nicht gedüngt. Nach dem Abfischen bleiben die Teiche für 4 Wochen trocken und werden dann wieder bespannt.

Mattigtal Forelle:

Das Wort “Forelle“ wird für eine Anzahl von Fischarten der Familie der Salmonidae verwendet. Im Zusammenhang mit der Genussregion „Mattigtal Forelle”umfasst die Bezeichnung Forelle Bachforellen (Salmo trutta fario), Regenbogenforellen (Oncorhynchus mykiss), Seeforellen (Salmo trutta lacustris), Saiblinge (Salvelinus sp.) und Lachsforellen.
Forellen sind schlanke Fische mit zahlreichen runden kleinen Schuppen und einem gegabelten Schwanz. Gegen Ende des Rückens haben sie eine Fettflosse ohne Flossenstrahlen.
Forellen bevorzugen sauberes, kaltes und sauerstoffreiches Wasser. Sie sind kaltstenotherm, was bedeutet, dass sie nur in einem begrenzten Temperaturbereich überleben können. Die optimale Temperatur liegt zwischen 8 °C und 18 °C.

Forellen sind im Alter von 3 bis 5 Jahren geschlechtsreif.

Erzeugungsverfahren

Haltung und Zucht:

Die Besatzfische stammen aus eigener Nachzucht oder werden von Züchtern aus der Region zugekauft.
Zwecks künstlicher Vermehrung werden Eier und Spermien durch leichtes Drücken entlang des Bauches der Fische aus der Geschlechtsöffnung gepresst. Für die Befruchtung werden Eier und Spermien vermischt und Wasser hinzugefügt. Die ausgebrüteten Fische werden in Brutanlagen aufgezogen.

Fütterung:

Die Fische ernähren sich von anderen im Teich lebenden Organismen und werden zusätzlich mit speziellen Futtermitteln manuell einmal pro Tag gefüttert.

Abfischen und Besatzbestimmung:

Die Fische werden mit Zugnetz oder Kescher gefangen. Anschließend werden die Fische nach Größe, Gewicht und Art sortiert. Sie verbleiben bis sie als Besatz- oder Speisefische Verwendung finden in Hälterbecken.
Die Teiche werden nur etwa alle 2 bis 3 Jahre komplett ausgefischt und neu besetzt.

Schlachtung:

Die Fische werden auf stressfreiem Wege geschlachtet.
Die Verarbeitung findet in eigens adaptierten Räumen statt, wo die Fische vakuumverpackt werden.

Fleisch und Geschmack:

Mattigtal Forellen zeichnen sich durch ihr Fleisch aus, welches fest, schmackhaft, fein strukturiert und sehr schmackhaft ist.

Qualitätskontrolle:

Die Wasserqualität der Teiche wird von der Landwirtschaftskammer kontrolliert. Das Fischfleisch ist Gegenstand offizieller Lebensmittelkontrollen durch das Bundesland.

Vermarktung:

Mattigtal Forellen sind das ganze Jahr über erhältlich. Sie werden direkt, über diverse Märkte und in der Gastronomie verkauft.

Zusammenhang mit dem geographischen Gebiet und Traditionellem Wissen

  • Besondere Boden-, Klima-, Wasserhaushalt- und Geländeverhältnisse im Mattigtal bieten Bedingungen für eine Forellenzucht in Teichen.
  • Mattigtal Forellen werden in der Region geboren und aufgezogen.
  • Die Herstellung von Mattigtal Forellen ist das Ergebnis Traditionellen Wissens, das von Generation zu Generation über Jahrhunderte weitergegeben wurde: Traditionelles Wissen und Erfahrung der Züchter (Anpassung der Haltung von Salmoniden an die Gegebenheiten der Umwelt, Know-how der Züchter, künstliche Befruchtung, traditionelles Teichmanagement) und der Fischer (Fangmethode mit Netzen, Schlachtung, Lagerung und Verarbeitung).

Verwertung:

Mattigtal Forellen werden küchenfertig, als Fischfilet oder  in Form von Aufstrichen, Salaten und verschiedenen Fischgerichten angeboten.

Schlüsselworte

Lebensmittel und Landwirtschaft, Traditionelles Wissen, Österreich, Oberösterreich, Region Mattigtal, Fisch, Forelle, Salmonidae, Mattigtal Forelle

Bibliographie/ Referenzen

Letzter Zugriff aller Internetreferenzen erfolgte am 7. September 2009.

Sprachcode

Deutsch

Regionaler Ansprechpartner

Obmann Franz Köstler
Blankenbach 1
5282 Ranshofen
Telefon: 07722-87897
Mobil: 0699-11175141
E-Mail: franz.koestler@gmail.com

Autoren

Mag. Doris Reinthaler, Mag. Eva Sommer, Dr. Erhard Höbaus

Veröffentlicht am 02.10.2017, Agrarische Wertschöpfungskette und Ernährung (Abteilung II/8)

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