Grüner Veltliner

Grüner Veltliner ist die häufigste Rebsorte Österreichs, mit Hauptvorkommen im Weinviertel (Niederösterreich).

Registernummer: 231

Offenlegungsdatum

Erste urkundliche Erwähnung des heutigen Grünen Veltliners als „Muscateller“ 1581 in einem Vertrag zwischen der Wiener Hofkammer mit dem Wiener Kaufmann Jobst Croy.

Titel

Grüner Veltliner

Kurzdarstellung oder Behauptung

Grüner Veltliner ist die häufigste Rebsorte Österreichs, mit Hauptvorkommen im Weinviertel (Niederösterreich).
Er entstand vermutlich durch eine Kreuzung zwischen Traminer und der erst kürzlich in St. Georgen im Leithagebirge (Burgenland) entdeckten Sorte mit der Bezeichnung „St. Georgen“.
Der Grüne Veltliner wird meist trocken ausgebaut. Der Wein ist im Allgemeinen würzig, pfeffrig und fruchtbetont.
Weine aus der Rebsorte Grüner Veltliner können gemäß DAC-Verordnung vermarktet werden: Weinviertel DAC, Traisental DAC, Kremstal DAC, Kamptal DAC und Leithaberg DAC.

Produktbezeichnung, Produktklasse

Wein

Name der Region

Österreich

Suchgebiet

Lebensmittel und Landwirtschaft

Name des Informationsgebers

Keine Angabe

Name des Antragstellers für den Titel

Keine Angabe

Inhaber des Wissens oder zugehöriger Quellen

Keine Angabe

Empfänger, Inhaber, Bevollmächtigter, Eigentümer eines Titels

Keine Angabe

Beschreibung

Geschichte:

Die genaue Herkunft des Grünen Veltliners ist bis heute nicht eindeutig geklärt.
Oft wird behauptet, seine Geschichte lasse sich bis zu den Römern zurückverfolgen.

Da in historischen Überlieferungen vor dem 19. Jahrhundert mit dem „Veltliner“ der „Rote Veltliner“ gemeint war, entstanden zahlreiche Irrtümer über die Sorte. Zudem wurde der Grüne Veltliner oft, teilweise sogar bis 1930, als „Grüner Muskateller“ bezeichnet. Auch die Bezeichnung „Weißgipfler“ war geläufig.

Entstehung und Etymologie:

Historischen Überlieferungen zufolge wurden verschiedene Weinbaugebiete mit der Entstehung der Sorte „Grüner Veltliner“ in Verbindung gebracht. Im 16. Jahrhundert wurde dem Wein aus dem italienischen „Valtellina“ (Veltlin) eine Verwandtschaft zum Grünen Veltliner nachgesagt.
Einer Legende nach soll der Pfalzgraf Johann Kasimir bereits zwischen 1583 und 1592 Reben aus der Region Veltlin in die Gegend von Heidelberg (Deutschland) gebracht lassen haben.

Dem österreichischen Historiker Erich Landsteiner zufolge wurde der Grüne Veltliner als „Muscateller“ erstmals 1581 urkundlich in einem Vertrag zwischen der Wiener Hofkammer mit dem Wiener Kaufmann Jobst Croy über die Lieferung von 8.000 Eimer Wein (4.640 hl) für das Proviantwesen in Ungarn, erwähnt.
Im 18. Jahrhundert ist der Grüne Veltliner urkundlich unter der Bezeichnung „Grüner Muskateller“ in Niederösterreich nördlich der Donau und in den angrenzenden Weinbaugebieten der March und Thaya sowie im Gebiet des Manhartsberges nachweisbar.

Schams berichtet 1832 in seinem Werk „Ungarns Weinbau in seinem ganzen Umfange oder vollständige Beschreibung sämmtlicher berühmter Weingebirge des ungarischen Reiches in statistisch-topographisch-naturhistorischer und ökonomischer Hinsicht“ über die Pressburger Stadtordnung, die 1804 von der Pflanzung des Grünmuskatellers abrät.
Weiters berichtet Franz Scham von der „Vorliebe der Pressburger Hauer für den bekannten grünen Muskateller". Zu dieser Zeit gilt der Grünmuskateller als Massenträger, der nur einfachste Weinqualität ermöglicht. Der Name Muskateller wird zudem als unrichtig erkannt.

1837 nennt Burger in „Systematische Klassifikation und Beschreibung in den österreichischen Weingärten vorkommenden Traubenarten“ als Zentren für die Kultivierung der Plinia austriaca (oder Grünmuskateller) die Retzer Gegend (Pulkau, Zellerndorf, Rötz, Haugsdorf und Stinkenbrunn), die Brünner und Horner Straße. Dort wurde sie schon reinsortig gepflanzt.

Laut Babo/Mach wurde der Grüner Veltliner um 1874 als eine neue Rebsorte gehandelt, und war, wie schon bei Burger, vornehmlich im Retzer Raum verbreitet.

Bereits 1887 berichtete der Ampelograph Hermann Goethe im „Handbuch der Ampelographie“ richtigerweise, dass der Grüne Veltliner nicht zur Familie der Veltliner gehört.
Zur damaligen Zeit wurde schon erkannt, dass auf Grund seiner Traminer-Abstammung eine genetische Verwandtschaft zum Rotgipfler als Halbgeschwistersorte besteht.
Vermutlich lässt sich ihre falsche Zuordnung zur Familie der Veltliner wie folgt erklären: Die Sorte Roter Veltliner ist eine jahrhunderte alte Sorte. Eine (von vielen) mutierte Form davon ist der Braune Veltliner mit zur Reifezeit braungrauen Trauben. Da man aber Reben der Sorte Brauner Veltliner mit dem Weißgipfler vermengt bzw. verwechselt hat, wurde die Bezeichnung auf die Beerenfarbe abgestimmt und die Rebe als Grüner Veltliner bezeichnet. Damit glaubte man der Grüne Veltliner sei eine Mutante des Braunen oder nach heutiger Kenntnis des Roten Veltliner. Dieser Braune Veltliner wird auch heute noch in manchen Gebieten als „Österreicher“ bezeichnet. Durch diverse Abstammungen und der genetischen Struktur des Roten Veltliners konnte erkannt werden, dass diese Sorte die Schlüsselsorte im Zentrum der Veltlinerfamilie ist.

Im 19. Jahrhundert war der Grüne Veltliner bereits weit verbreitet und wurde zum Teil gegen den Widerstand der Landesherrn gepflanzt.

Erst in den 1920er Jahren wurde mit einer gezielten Selektion von Grünem Veltliner begonnen.

Lange Zeit galt der Grüne Veltliner als Massenwein. Vor allem in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg empfahl man den Winzern Grünen Veltliner anzupflanzen um große Mengen an Wein produzieren zu können. 20.000 kg pro Hektar waren zu erzielen.
Erst mit dem Aufkommen eines neuen Qualitätsbewusstseins kam es zur radikalen Ertragsreduktion.

Ein wichtiger Entwicklungsschritt zur Qualitätssteigerung der Reben, so auch des Grünen Veltliners, war der Anbau in Hochkulturen. Diese Anbaumethode wurde von Lenz Moser (1905 bis 1978) in den 1930er Jahren entwickelt. Nach den Frostjahr 1956 setze sich dieses Erziehungssystem endgültig durch und löste die bislang übliche Stockkultur ab.

Seit den 1950er Jahren begann man auch zunehmend mit der Klonenzucht. In den 1970er Jahren entstanden auf Grund extremer Züchtungen Weine mit unerwünschtem Geschmack, sogenannten „Sämlingstönen“. Um dem entgegenzuwirken wurde begonnen, alte, kleinbeerige Klone aufzuspüren und diese wieder zu vermehren.

1972 wurde die Rebsorte „Grüner Veltliner“ als Qualitätsrebsorte anerkannt (BGBL. 2/1972).

1995 wurde die Rebsorte Grüner Veltliner von der Europäischen Gemeinschaft als „Empfohlene Rebsorte“ in den Bundesländern Wien, Niederösterreich und Burgenland und als „Zugelassene Rebsorte“ in der Steiermark anerkannt (Verordnung (EG) Nr. 2276/95). Die Kategorie „empfohlene Rebsorten“ umfasst jene Sorten, die zur Zeit in der Gemeinschaft angebaut werden und zur Art vitis vinifera zählen oder von interspezifischen Kreuzungen verschiedener Rebenarten (v. vinifera mit v. riparia) stammen. Die Sorten gehen mit jenen der österreichischen Qualitätsweinrebsorten-Verordnung des Weingesetzes konform. Die Kategorie der „zugelassenen Rebsorten“ umfasst all jene Sorten, aus denen normalerweise Weine von durchschnittlicher Qualität und handelsüblicher Beschaffenheit hergestellt werden. Die Qualität ist geringer als die von Wein aus empfohlenen Rebsorten.

Im Zuge von Recherchen zum 700-jährigen Jubiläum von St. Georgen (Stadtbezirk von Eisenstadt) ging der Verein „Dorfblick" vereinzelten Hinweisen nach, wonach es eine ganz alte Rebe auf dem Grundstück der Freistadt Eisenstadt geben sollte.
Das Grundstück wurde im Mittelalter letztmalig als Weingarten genutzt und diente über längere Zeit den Bauern in St. Georgen als Hutweide.

Diese alte Rebe wurde 2000 gefunden, konnte jedoch nicht zugeordnet werden. Auch erste Untersuchungen durch die Bundesanstalt in Klosterneuburg im Jahr 2003 brachte keine weiteren Ergebnisse.

Erst als 2005 im Zuge von Sanierungsarbeiten des bedeutenden Trockenrasens der ehemaligen Hutweide am „Hetscherlberg“ (der heutigen Viehtrift, Leithagebirge) der älteste Weinstock des Dorfes beinahe gerodet worden ist, wurden weitere Proben gezogen. Nach eingehenden Untersuchungen und Genanalysen in den Folgejahren kam der Genetiker Regner (BA und HBLA Klosterneuburg) zum Befund, dass es sich bei der alten Rebe aus St. Georgen im Burgenland um den bisher unbekannten Elternteil des Grünen Veltliners handelt. Der mehrfache und teilweise abgestorbene Stamm sowie die vermutete Letztbepflanzung des Grundstückes lassen darauf schließen, dass die Rebe dort schon einige Jahrhunderte gestanden haben dürfte. Sie hat trotz Reblaus und Mehltaubefall überlebt.

Aus ampelografischer Sicht hätte sich diese Sorte beim Grünen Veltliner gegenüber dem Traminer, dem zweiten Elternteil, deutlicher durchgesetzt. Möglicherweise ist das auch der Grund, warum der Wechsel zum Veltliner nicht erkannt wurde und daher nicht in die Geschichte einging.

Nachdem die Rebe inmitten von aufkommenden Sträuchern dahinvegetierte, litt sie markant unter Sonnenmangel. Sie zeigte ein geschwächtes Gesamtbild und nur ganz kurze Triebe und kleine Blätter. Als erste Schritte wurden daher die Pflege des Weinstockes (freilegen) und die Gewinnung von veredelungsfähigen Rebmaterial betrieben, um ausreichendes Traubenmaterial zu gewinnen und so im Rahmen einer Mikrovinifikation einen Wein aus der Rebe keltern zu können.

Der Fund dieser Rebe am Leithagebirge gibt jedoch keine Auskunft über die ehemalige Verbreitung dieser Sorte. Erste Vergleiche des genetischen Profils mit Datenbanken in Ungarn und Kroatien blieben bisher erfolglos.

Weinviertel DAC:

Seit 2002 bietet das österreichische Weingesetz Weinbaugebieten die Möglichkeit, Qualitätsweine mit regionaltypischen Herkunftscharakter und unverkennbarem Geschmacksprofil unter der Bezeichnung DAC (Districtus Austriae Controllatus) zu vermarkten.

2003 wurde dem Grünen Veltliner der erste österreichische DAC-Wein (Districtus Austriae Controllatus), der „Weinviertel DAC“, gewidmet.

2006 folgte ein weiterer DAC aus dieser Rebsorte, der „Traisental DAC“, und 2007 der „Kremstal DAC“ der am Weißweinsektor als erster DAC eine Reservelinie gestattet. 2008 folgten der „Kamptal DAC“ und 2009 der „Leithaberg DAC“.

Gebiet/ Region:

Der Grüne Veltliner nimmt mehr als ein Drittel der Gesamtrebfläche in Österreich ein (rund 17.500 ha, Stand 2008) und gilt somit als wichtigste Sorte Österreichs.

Hauptanbaugebiet des Grünen Veltliners ist das Bundesland Niederösterreich (rund 14.900 ha, Stand 2008) mit Schwerpunkt in den Regionen Weinviertel, Kamptal, Kremstal, Donauland und Wachau.

Weitere Anbauflächen finden sich in Wien und im Burgenland.
Zu finden ist die Rebe auch noch in Ungarn, Tschechien, in der Slowakei, am Balkan (Kroatien u.a.) und mit wenigen Hektar in Deutschland.

Weinviertel:

Im Weinviertel, als größtes Anbaugebiet des Grünen Veltliners, nimmt dieser eine Fläche von rund 8.500 ha (Stand 2008) ein.

Die Grenzen des Weinviertels beschreiben zum einen die Flüsse Thaya im Norden, die March im Osten und die Donau im Süden, zum anderen den Manhartsberg im Westen. Westlich grenzt das Weinviertel an das Waldviertel, nördlich und östlich liegen Tschechien und die Slowakei.

Das Weinviertel umfasst die Gemeinden der Bezirke Gänserndorf, Mistelbach, Hollabrunn, Horn und Korneuburg.

Boden- und Klimaverhältnisse:

Die Bodentypen sind auf Grund des großen Gebietes sehr unterschiedlich.
Lössböden, entstanden durch angewehte eiszeitliche Quarzpartikel die sich an den Windschattenseiten in bis zu 25 Meter dicken Schichten angesammelt haben, kommen häufig vor. Diese, vor allem im nördlichen Weinviertel vorkommenden Lössböden eignen sich besonders gut für den Grünen Veltliner.

Weiters sind Lehm-, Urgestein- und Schwarzerdeböden zu finden.

Das Klima ist kontinental mit pannonischem Einfluss im äußersten Osten. Die Sommer sind überwiegend heiß und trocken; die Winter kalt, schneearm und frostreich.
Die Jahresmitteltemperatur liegt bei 10,4 °C. Der jährliche Niederschlag ist gering, zwischen 500 und 600 mm.

Grüner Veltliner:

„Grüner Veltliner“ ist eine Weißweinrebsorte, die als die am weitesten verbreitete Rebsorte Österreichs gilt. Sie gehört zwar dem Namen nach zur Vetlinerfamilie, ist botanisch aber nicht mit ihr verwandt.

Der Grüne Veltliner ist eine Zufallskreuzung. Mütterlicherseits ist der Grüne Veltliner ein Abkömmling des Traminers.

Väterlicherseits dürfte der Grüne Veltliner von der erst kürzlich entdeckten Rebsorte, die nach ihrem Fundort „St. Georgen“ benannt wurde, abstammen. Diese neu entdeckte Sorte dürfte sich beim Grünen Veltliner gegenüber dem Traminer deutlicher durchgesetzt haben.

Mittels Genanalysen konnte erkannt werden, dass der Grüne Veltliner am ehesten ein Weißgipfler ist, mit den Muskateller Reben keine genetische Beziehung hat, aber dafür den qualitativen Abdruck des Traminers im Genom erkennen lässt.

Die Übereinstimmung der beiden Sorten Grüner Veltliner und St. Georgen an allen Genorten ist nicht 100 %, wurde aber an allen 19 Chromosomen als zweifelsfrei erkannt.

Synonyme:

Synonym wird der Grüne Veltliner auch als Veltliner, Mouhardsrebe, Manhartsrebe, Grüner, Weißer, Weißmuskateller, Weißer Muskateller oder Weißgipfler, früher auch als Grüner Muskateller oder Grünmuskateller bezeichnet.
Weitere Synonyme sind Zleni Veltinac (Balkan), Veltlinske zelené (Tschechien, Slowakei) und Veltelini (Ungarn).

Die Bezeichnung „Grünmuskateller“ ist auf die frühere irrtümliche Annahme zurückzuführen, der Grüne Veltliner sei mit dem Muskateller verwandt. Die Bezeichnung „Weißgipfler“ weist auf seine weißlichen und behaarten Triebspitzen hin.

Der heute nicht mehr gebräuchliche Name „Mounhartsrebe“ nimmt Bezug auf seine frühere Verbreitung oder Herkunft im Gebiet des Manhartsberges.

Ampelographische Beschreibung: (Bundesamt für Wein- und Obstbau Klosterneuburg)

Die Triebspitze des jungen Triebes ist offen. Der Trieb ist stark wollig behaart, Anthozyanfärbung schwach. Die Triebhaltung ist halbaufrecht; die mittel-langen Ranken sind diskontinuierlich verteilt.
Die ventralen sowie die dorsalen Internodien sind grün gefärbt.
Die Anthozyanfärbung der Knospenschuppen fehlt.
Das junge Blatt ist an der Oberseite grün, die Unterseite weist eine starke Behaarung zwischen den Nerven auf. Die Blüte ist zwittrig.

Das ausgewachsene Blatt ist Fünfeckig bis kreisförmig mit 5 bis 7 Lappen und ebenem Profil, häufig auch nach außen umgerollt. Die Hauptnerven auf der Blattoberseite sind grün oder mit rotem Stielansatz. Die Spreite ist schwach gewaffelt und schwach bis mittel-stark blasig. Die Blattzähne sind gerade bis rundgewölbt, die Stielbucht etwas überlappend mit V-förmiger Basis und nicht von Nerven begrenzt. Zähne in der Stielbucht und in den oberen Seitenbuchten fehlen. Die Blattunterseite ist mittel-stark behaart, die Beborstung der Hauptnerven ist schwach.

Der Traubenstiel ist kurz (3 bis 5 cm). Die Traube ist mittelgroß (14 bis 18 cm), mitteldicht, die Grundtraube kegelförmig mit 1 bis 3 Flügeln. Eine Beitraube fehlt oder ist rudimentär vorhanden.

Die Beeren sind rundlich, oval (l = 14 bis 20 mm, b = 14 bis 20 mm) mit einem geringen Einzelbeerengewicht (~ 2 g). Ihre Haut ist grün-gelb und das Fruchtfleisch ungefärbt. Der Geschmack der Beere ist neutral, Samen sind vollständig ausgebildet.

Phänologische Beschreibung: (Bundesamt für Wein- und Obstbau Klosterneuburg)

Der Austrieb ist mittel bis spät, die Blütezeit sowie die Reifezeit sind mittel.
Die Rebsorte besitzt eine mittlere Resistenz gegenüber Winterfrost und eine schwache Regeneration nach Frühjahrsfrost.
Die Resistenzen gegenüber pilzlichen Schaderregern wie Plasmopara ist schwach, gegenüber Oidium ebenfalls schwach und gegenüber Botrytis mittel.
Die Beeren besitzen nach Herbstniederschlägen eine mittlere Neigung zum Platzen.

Der Veltliner ist mäßig anspruchsvoll benötigt jedoch Böden mit gutem Wasserabzug, bevorzugt Lössböden.
Zu finden ist der Veltiner aber auch auf sandigen Böden sowie auf Urgesteinsböden und Flysch.

Der Grüne Veltliner ist auf Grund seiner Frostbeständigkeit besonders für den Anbau in kühleren Klimaten ideal.

Zur Qualitätssteigerung muss eine Ertragsreduktion durchgeführt werden. Bei Spitzengewächsen lässt man pro Trieb nur eine einzige Traube heranreifen.

Die Sorte ist sehr gut geeignet für die Kultivierung in Hochkultur.

Geschmack:

Der Wein besticht durch sein intensives Bouquet und durch seine Frische.

Der Geschmack des Veltliners ist stark vom Bodentyp abhängig. So bringen Urgesteinsböden ein besonders stahliges, feinwürziges und elegantes Aroma hervor, auf Lössböden entsteht ein körperreicher Wein mit intensiven, fast dominanten Würzenoten.

Der Geschmack des Grünen Veltliners ist im Allgemeinen würzig, pfeffrig und fruchtbetont. Äpfel, Birnen, Grapefruit oder Ananas sowie weißer Pfeffer oder auch Tabak lassen sich erkennen.
Mit zunehmendem Alter kommt der Geschmack nach Brot, Nüssen und Mandeln zum Vorschein.
Der Grüne Veltliner wird meist trocken ausgebaut.

Unerwünscht ist der sogenannte „Sämlingston“, eine Note, die an das Aroma der Scheurebe (Johannisbeere) erinnert. Entstehen kann diese Note durch ungünstige Klonauswahl oder auch durch unsensible Weinbereitung wie z.B. einer starken Maischeschwefelung.

Methode der Produktion:

Die Bandbreite des Grünen Veltliners reicht von leichten, frischen Sommerweinen („Heuriger“) über Prädikatsweine mit würziger Aromatik und besonderem Sortencharakter bis zu sehr lagerfähigen Weinen, Trockenbeerenauslesen und Eisweinen, abhängig von der Herkunft, der Traubenreife sowie vom Alter des Weines.

Der Grüne Veltliner bringt bei klassischem Ausbau im Stahltank, wie auch bei Ausbau im großen Holzfass hervorragende Ergebnisse.

Vermarktung:

Grüner Veltliner wird ab-Hof, in Vinotheken sowie über die Gastronomie und den Lebensmittelhandel vermarktet und spielt auch im Export eine wichtige Rolle. Der Grüne Veltliner gilt als meistverkaufter österreichischer Wein in Deutschland.
Weitere wichtige Exportländer sind Großbritannien und USA.

Weinviertel DAC:

Wein der Sorte „Grüner Veltliner“ kann unter der Bezeichnung „DAC“ oder „Districtus Austriae Controllatus“ in Verbindung mit der Angabe des Weinbaugebietes Weinviertel in Verkehr gebracht werden. Damit wird dem Wein ein Herkunftsschutz gewährt.

Richtlinien:

Trauben für Weinviertel-DAC-Weine dürfen ausschließlich aus dem Weinbaugebiet Weinviertel geerntet und verarbeitet werden.
Der Wein muss aus der Qualitätswein-Rebsorte „Grüner Veltliner“ bereitet worden sein; ein bezeichnungsunschädlicher Verschnitt ist zu tolerieren.
Eine allfällige Angabe der Rebsorte oder einer kleineren geographischen Einheit als das Weinbaugebiet hat derart zu erfolgen, dass sie deutlich der Angabe „DAC“ bzw. „Districtus Austriae Controllatus“ und der Angabe des Weinbaugebietes Weinviertel untergeordnet ist.

Der Wein muss den gemeinschaftsrechtlichen Anforderungen an die Bezeichnung „trocken“ entsprechen.

Der vorhandene Alkoholgehalt muss mindestens 12 % vol. betragen.

Er darf nur in Glasflaschen an den Verbraucher abgegeben werden, es sei denn, dass er am Ort der Verabreichung sofort genossen werden soll. Bei der Abgabe in Glasflaschen sind Nennvolumina von 1,0 l und 2,0 l sowie ein Verschluss mit Kronenkork nicht zulässig.

Er darf nicht vor dem 1. März des auf die Ernte folgenden Jahres an den Verbraucher abgegeben werden.

Er muss folgende typische Eigenart aufweisen:

  • Farbe: hellgelb, grüngelb;
  • Geruch: typisches Sortenbukett;
  • Geschmack: fruchtig, würzig, pfeffrig; kein Holzton; nicht einseitig alkohollastig.

Wer beabsichtigt, Qualitätswein unter der Bezeichnung „DAC“ oder „Districtus Austriae Controllatus“ in Verbindung mit der Angabe des Weinbaugebietes Weinviertel in Verkehr zu bringen, hat dies einmalig dem Regionalen Weinkomitee Weinviertel schriftlich mitzuteilen.
Qualitätswein bis einschließlich des Jahrganges 2003 darf weiterhin unter Einhaltung der bisherigen bezeichnungsrechtlichen Regeln in Verkehr gebracht werden.

Wein aus der Qualitätswein-Rebsorte „Grüner Veltliner“ kann zudem als Traisental DAC, Kremstal DAC, Kamptal DAC und Leithaberg DAC vermarktet werden.

Verwertung:

Grüner Veltliner gilt als universaler Speisenbegleiter. Einerseits passt er hervorragend zur traditionellen österreichischen Küche, eignet sich aber auch – beispielsweise als gehaltvollerer Typ – bestens zu den Speisen der asiatischen oder orientalischen Küche.

Schutz:

DAC-Verordnung „Weinviertel“, „Traisental“, „ Kremstal“, „Kamptal“ und „Leithaberg“

Schlüsselworte

Lebensmittel und Landwirtschaft, Traditionelles Wissen, Österreich, Wein, Weißwein, Grüner Veltliner, Weinviertlel, Traisental, Kremstal, Kamptal, Leithaberg, DAC, Traminer, St. Georgen

Bibliographie/ Referenzen

Letzter Zugriff der Internetreferenzen erfolgte am 21.06.2010.

Sprachcode

Deutsch

Regionaler Ansprechpartner

Keine Angabe

Autorin

Mag. Eva Sommer

Veröffentlicht am 16.11.2017, Agrarische Wertschöpfungskette und Ernährung (Abteilung II/8)