Wachauer Marillenbrand

Traditionell hergestellter Marillenbrand der Wachauer Marille g.U. in der Wachau/Niederösterreich.

Registernummer: 46

Offenlegungsdatum

Die Marille wurde in der Wachau erstmals 1509 nachgewiesen (Starhembergisches Archiv, Eferding).

 

Titel

Wachauer Marillenbrand

Kurzdarstellung oder Behauptung

Traditionell hergestellter Marillenbrand der Wachauer Marille g.U. (geschützte Ursprungsbezeichnung) in der Wachau/Niederösterreich.

Produktbezeichnung, Produktklasse

Spirituosen

Name der Region

Wachau, Niederösterreich, Österreich

Suchgebiet

Landwirtschaft und Spirituosen

Name des Informationsgebers

Keine Angabe

Name des Antragstellers für den Titel

Keine Angabe

Inhaber des Wissens oder zugehöriger Quellen

Keine Angabe

Empfänger, Inhaber, Bevollmächtigter, Eigentümer eines Titels

Keine Angabe

Beschreibung

Geschichte:

Der Name „Marille“ für Aprikosen ist bereits um das Jahr 1509 nachgewiesen. Der Anbau von lokalen Marillensorten in der berühmten Weinbauregion der Wachau wurde durch die Verwüstung von Weingärten durch die Reblaus um 1890 ausgelöst. Seither ist der Marillenanbau ein traditionell wichtiger Erwerbszweig dieser Region.

Gebiet/Region:

Wachau in Niederösterreich (Wachau-Mautern-Krems), festgelegt gemäß  EU Verordnung 1107/96 ABl. L 148/1ff/96 für die Wachauer Marille (g.U.).

Wachauer Marille g.U.:

Bei der Wachauer Marille g.U. handelt es sich vorwiegend um die regionaltypische Sorte „Klosterneuburger Marille“.

Die kegelförmige Frucht ist mittelgroß, 45 bis 60 g schwer. Sie hat eine honiggelbe Grundfarbe, ist bis zur Hälfte oder darüber hinausgehend gerötet, oft auch bräunlich bis rötlich gepunktet.

Die Wachauer Marille g.U. weist einen hohen Pektin-, Säure- und Zuckergehalt auf.

Marillenbäume werden meist kultiviert als Meterstamm mit Rundkronen-, Pyramiden- oder Hohlkronen.
Die Ernte erfolgt per Hand und ist sehr arbeitsaufwendig, wodurch eine Begrenzung der Anbaufläche je Betrieb bedingt ist.

Die folgeartige Reifung der Früchte erfordert ein oftmaliges Durchernten bis zu etwa fünf Mal pro Jahr, wobei immer nur die baumreifen bis vollreifen Früchte je nach Vermarktungsform (Direktverkauf/Handel) gepflückt werden.

Die unverwechselbare Qualität der Wachauer Marille g.U. ist ein Ergebnis des regionalen Klimas und Bodens sowie der über 100 Jahre alten Anbautradition (Sortenselektion und Sortenzusammensetzung sowie der verwendeten Veredelungsunterlagen).
Das Zusammentreffen mehrerer Klimate (Pannonisches und Waldviertler Klima, unmittelbare Nähe der Donau – sog. „Aromagürtel“), mit speziell zur Reifezeit der Marillen großen Unterschieden zwischen den Tag- und Nachttemperaturen, wirkt sich unmittelbar auf die Ausbildung der Geschmacks-, Aroma- und Inhaltsstoffe der Früchte aus.
Neben der großen wirtschaftlichen Bedeutung hat der Marillenanbau in der Wachau auch eine enorme touristische Bedeutung, da im Frühling das Landschaftsbild vollkommen von den blühenden Marillenbäumen geprägt wird.

Verwertung:

Die Wachauer Marille g.U. wird als Frischobst verkauft oder zu Marillenmarmelade, Nektar, Marillenlikör und Marillenbrand verarbeitet.

Die Herstellung des Wachauer Marillenbrands erfordert einen optimalen Erntezeitpunkt, eine Vollreife der Früchte, die Entfernung der Steinkerne und eine perfekte Vergärung der Maische.

Die Anwendung von traditionellem Wissen in der Destillation ergibt charakteristische Edelbrände mit dezentem, süßem Aroma.
Der Geschmack erinnert an Bittermandeln, Anis, Heu, Schokolade, Quitte, Birne, Rosen und Jasmin.

Die Ausbeute liegt bei ca. 7 Liter/100 l (37, 5 % bis 45 % vol. Alkoholgehalt).

Schutz:

Der „Wachauer Marillenbrand“ ist für das geographische Gebiet Wachau/Niederösterreich geschützt im Codex Alimentarius Austriacus Kapitel B 23: Spirituosen. Anhang 1: Geschützte Bezeichnungen

Verordnung (EWG) Nr. 2081/92 (geändert durch VO 510/2006). Antrag auf Eintragung: Art. 17, g.U. (Nationales Aktenzeichen: 1233-GR/95)

Schlüsselworte

Landwirtschaft und Spirituosen, Traditionelles Wissen, Österreich, Niederösterreich, Region, Wachau, Mautern, Krems, Wachauer Marille g.U., Wachauer Marillenbrand,Marille, Marillenbrand, Prunus armeniaca L.

Bibliographie/ Referenzen

Letzter Zugriff aller Internetreferenzen erfolgte am 11.06.2010.

Sprachcode

Deutsch

Regionaler Ansprechpartner

Obmann „Wachauer Marille g.U“
Franz Reisinger
Mitterndorf 1
3620 Spitz a.d. Donau
Telefon: 02713/2855
e-mail: info@obsthof-reisinger.at

Autorin

Eva Sommer

  

Veröffentlicht am 11.12.2017, Agrarische Wertschöpfungskette und Ernährung (Abteilung II/8)