Grüner Bericht 2018

Die positive Entwicklung der Einkommen in der Land- und Forstwirtschaft in den letzten beiden Jahren erlaubt einen optimistischeren Blick in die Zukunft. Bessere Erzeugerpreise bei Milch und Getreide, höhere Erntemengen im Obst- und Weinbau waren 2017 ausschlaggebend. Im Durchschnitt konnten die österreichischen Betriebe ein knapp 14 Prozent höheres Einkommen erzielen als 2016.

Besonders erfreulich ist, dass dieses positive Ergebnis auch in den Berggebieten erreicht wurde. Mit Ausnahme der Marktfruchtbetriebe konnten im Jahr 2017 bei allen Betriebsformen steigende Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft verzeichnet werden. Im Durchschnitt betrugen die Einkünfte 31.133 Euro je Betrieb.

Ausschlaggebend für diese positive Entwicklung 2017 waren höhere Erträge aus dem Milchverkauf aufgrund der gestiegenen Erzeugerpreise, deutliche Ertragssteigerungen in der Schweinehaltung durch höhere Preise und eine Produktionsausweitung, die Zunahme der öffentlichen Gelder, insbesondere der ÖPUL-Zahlungen sowie der Sonderzahlungen für die Frostschäden, gestiegene Erzeugerpreise in der Rinderhaltung sowie ein verstärkter Holzeinschlag. Auf die Einkommen dämpfend wirkten sich geringere Erntemengen im Ackerbau durch einen hitzereichen und trockenen Sommer sowie höhere Aufwendungen für Abschreibungen, Futtermittel, Instandhaltung und Personalaufwand aus.

Den höchsten Einkommensanstieg mit 36 % erzielten die Veredelungsbetriebe, die in erster Linie von gestiegenen Erzeugerpreisen und den Produktionsausweitungen im Schweinesektor profitierten. Die Versicherungsentschädigungen für die durch die Frühjahrsfröste im Jahr 2017 entstanden Schäden, die aber im Vergleich zu 2016 deutlich geringer waren, machten bei den Dauerkulturbetrieben ein Einkommensplus von 6 % möglich. Die Futterbaubetriebe erzielten aufgrund der gestiegenen Erträge im Milchverkauf ein Plus von 30 %, die Forstbetriebe erreichten durch einen höheren Holzeinschlag ein Plus von 6 %. Die landwirtschaftlichen Gemischtbetriebe erzielten einen geringen Einkommensanstieg von 1 %. Die heiße und trockene Witterung im Frühsommer 2017 führte zu geringeren Erntemengen im Ackerbau, weshalb bei den Marktfruchtbetrieben ein Minus von 16 % zu verzeichnen war.

Einkommen der Bergbauernbetriebe stiegen überdurchschnittlich

Bei den Bergbauernbetrieben betrugen die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft im Durchschnitt 25.912 Euro je Betrieb. Sie stiegen gegenüber dem Vorjahr um 20 %, das ist mehr als die bundesweite Steigerung. Im Vergleich zu 2016 hat sich der Einkommensabstand der Bergbauernbetriebe zu den Nichtbergbauernbetrieben auf 10.564 Euro weiter verkleinert.

Bei den Biobetrieben stiegen 2017 die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft um 6 %. Sie betrugen 30.736 Euro je Betrieb und lagen um knapp über dem Durchschnitt aller Betriebe. Die öffentlichen Gelder waren um 20 % über dem Durchschnitt der Zahlungen an alle Betriebe. Von den öffentlichen Geldern entfielen 40 Prozent auf das Agrarumweltprogramm (ÖPUL), 33 Prozent auf Zahlungen der 1. Säule der GAP und 20 Prozent auf die Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete, da die Biobetriebe einen hohen Anteil an Bergbauernbetrieben haben.

Im Jahr 2017 stiegen die Einkünfte aus der Land- und Forstwirtschaft im Vergleich zum Vorjahr in fast allen Bundesländern an. In Oberösterreich war bei den Einkünften mit einem Plus von 47 % die höchste Steigerung festzustellen. In den Bundesländern Steiermark, Salzburg und Burgenland gab es ebenfalls eine Einkommenssteigerung von über 10 %. Nur die Betriebe in Niederösterreich verzeichneten bei den Einkünften ein Minus von 5 %, vor allem aufgrund der durch die Trockenheit bedingten sinkenden Erträge durch die Bodennutzung.

Haupterwerbsbetriebe erreichen höhere Einkünfte

Betriebe, die überwiegend Land- und Forstwirtschaft ausüben (Haupterwerbsbetriebe), konnten mit 56.587 Euro je Betrieb ein fast doppelt so hohes Einkommen aus der Land- und Forstwirtschaft erzielen wie der Durchschnitt aller Betriebe, während die Betriebe mit überwiegend außerbetrieblichen Einkünften (Nebenerwerbsbetriebe) nur 7.754 Euro je Betrieb erreichten. Demgegenüber betrugen die außerbetrieblichen Einkommen mit 9.900 Euro bei den Haupterwerbsbetrieben nur ein knappes Drittel von jenen der Nebenerwerbsbetriebe mit 34.844 Euro.

Veröffentlicht am 06.09.2018, Grundsatzabteilung Agrarpolitik, Datenmanagement und Weiterbildung (Abteilung II/1)

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