60-Mio.-Euro-Maßnahmenpaket für Land- und Forstwirtschaft

Bundesregierung hilft rasch und unbürokratisch dürregeschädigten Landwirten. Neben kurzfristigen Sofortmaßnahmen konnten auch langfristige Maßnahmen beschlossen werden. Weg vom Katastrophen- hin zum Vorsorgeprinzip.

Trockenheit, Dürre, Waldbrände, Borkenkäferplagen, Starkwetterereignisse sind nur einige der wenigen Ausläufer des Klimawandels. Die zum Teil extreme Trockenheit der letzten Monate ist vor allem für Land- und Forstwirtschaft zu einem immer größeren Problem geworden. Sie ist eine Folge klimatischer Veränderungen, die heuer besonders sichtbar, aber schon im Verlauf der letzten Jahre zu beobachten war. Experten rechnen in den nächsten Jahren mit einer Verschärfung bei Hitze und Wasserknappheit. Die Anzahl der Hitzetage wird von 15 auf 35 Tage steigen.

Bereits in diesem Jahr sind die Ernteeinbußen im Ackerbau zwischen 10 und 15 Prozent. Aber auch im Grünland sind 40 prozentige Einbußen in manchen Regionen keine Seltenheit. Das Problem ist aber nicht nur die Trockenheit, sondern vor allem der Schädlingsdruck, der durch die Trockenheit immer höher geworden ist.

In den Wäldern hat der Borkenkäfer Schäden in der Höhe von 200 Millionen Euro angerichtet. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen. Ober- und Niederösterreich waren die Hauptbetroffenen der Folgen aber auch Teile von Vorarlberg, Tirol und Salzburg waren betroffen.

Nun hat die Bundesregierung ein Maßnahmenpaket in Höhe von 60 Mio. Euro beschlossen, um rasch und unbürokratisch helfen zu können.

Maßnahmen für die Forstwirtschaft:

  • Seit August Standardkostensätze, damit auch wirklich jeder Festmeter Holz ersetzt wird.
  • 20 Millionen Euro einerseits für die Errichtung von Nass- und Trockenlager damit das Schadholz zwischengelagert werden kann und andererseits für die Vorbeugung von Schäden und die Wiederherstellung von Wäldern mit klimafitten Sorten.
  • Das Kontingent für Saisoniers wurde um 500 erhöht, damit das Schadholz schneller abtransportiert werden kann.

Maßnahmen für die Landwirtschaft:

  • Die Senkung der Versicherungssteuer von 11 auf 0,02 Prozent bei allen Elementarrisikoversicherungen und Anhebung der Prämienunterstützung für alle Elementarrisikoversicherungen von 50 auf 55 Prozent. Somit wird der Abschluss von Versicherungen für Bäuerinnen und jeden Bauern attraktiver.
  • Einführung einer Tierausfallsversicherung mit ein Prämienunterstützung von 55 Prozent. Somit können sich Bäuerinnen und Bauern in Zukunft gegen den Ausfall von Tieren versichert.
  • Zahlreiche kleinere Sofort-Maßnahmen, wie zum Beispiel die Öffnung der Biodiversitätsflächen.
  • 1 Million Euro jährlich für die Züchtung von klimafitten Sorten, die gegen Wetterextrem besser gerüstet sind.
  • Maßnahmen zur Unterstützung von Agrarinvestitionskrediten durch den Zinszuschuss bei Darlehen bzw. Laufzeitverlängerungen. Damit werden Darlehen für Betriebsmittel aber auch Futtermittel attraktiver.
  • Um der regionalen Betroffenheit sofort entgegenzuwirken wird es auch Direktbeihilfen für von Trockenheit betroffene tierhaltende Betriebe geben. Insgesamt werden 20 Millionen Euro zur Verfügung stehen.
Veröffentlicht am 06.09.2018, Pflanzliche Produktion (Abteilung II/5)