Regierung beschließt Maßnahmenpaket für Land- und Forstwirtschaft

Um den Auswirkungen des Klimawandels in der Land- und Forstwirtschaft entgegen zu wirken, wurden kurzfristige und langfristige Maßnahmen beschlossen.

Die Auswirkungen des Klimawandels haben in den letzten Wochen wieder gezeigt, dass die Land- und Forstwirtschaft die Hauptbetroffenen des Klimawandels sind. Nun sind rasche und punktgenaue Maßnahmen notwendig, um den Schaden möglichst gering zu halten.

Klimawandel ist nicht abstrakt, er wirkt sich schon jetzt auf Landwirtschaft aus

Die Auswirkungen des Klimawandels führen in Österreich seit mittlerweile vielen Jahren besonders häufig zu langanhaltender Trockenheit und Hitze. Dies könnte zukünftig zu noch größeren Ernteeinbußen und Schäden bei Ackerland und Grünland führen. Auch die Frostschäden haben sich in den letzten Jahren stark gehäuft. Versicherungen werden in Zukunft in der Landwirtschaft eine wesentlich höhere Rolle spielen, damit Starkwetterereignisse besser abgefedert werden können. Daher wurden von der Bundesregierung zwei Maßnahmen zur verstärkten Ausübung einer eigenverantwortlichen Risikovorsorge getroffen:

  • Einführung einer steuerlichen Risikoausgleichsrücklage

Für eine bessere Absicherung gegen Preis- und Ertragsschwankungen wird den Landwirten ermöglicht, die durchschnittlichen Einkünfte aus der Land- und Forstwirtschaft über mehrere Jahre der Besteuerung zugrunde zu legen um einen Risikoausgleich im einkommenssteuerlichen Bereich sicherzustellen. Zur genauen Ausgestaltung dieser Maßnahme wird eine Arbeitsgruppe vom Finanzministerium eingesetzt.

  • Vereinheitlichung der Versicherungssteuer bei allen landwirtschaftlichen Elementarrisikoversicherungen

Die Absicherung zunehmender Risiken in der Landwirtschaft durch Agrarversicherungen ist ein wichtiger Bestandteil einer Eigenvorsorge der Landwirtinnen und Landwirte. Diese Maßnahme soll bereits im Zuge des Jahressteuergesetzes 2018 verankert werden und mit 1.1.2019 Inkrafttreten. Damit wird die Leistbarkeit der Elementarrisikoversicherungsprämien auch bei steigenden Risiken sichergestellt.

 

Kurzfristige Maßnahmen: Um die aktuellen Schäden abzufedern

Die aktuell anhaltende Trockenheit einhergehend mit einem extremen Schädlingsbefall belastet die heurige Ertragslage für die Landwirtschaft in dramatischem Ausmaß. Ein Viertel der österreichischen Zuckerrübenanbaufläche (rund 10.000 ha) sind durch Trockenheit und durch den Schädlingsbefall bereits derart geschädigt, dass große Teile dieser Flächen für den Zuckerrübenanbau verloren gegangen sind. Diese Schadensfälle haben existenzbedrohende Ausmaße erreicht. Daher hat die Regierung alle Möglichkeiten im Rahmen des ÖPUL-Programmes ausgeschöpft, um den Landwirten in dieser schwierigen Situation zur Seite zu stehen.

  • ÖPUL Maßnahme „Überschreitung des 75 %-Getreide-Maisanteils“
    Diese Regelung ermöglicht die ausnahmsweise Überschreitung des 75 %-Getreide-Maisanteils im Jahr 2018 für betroffenen Betriebe.

  • ÖPUL Maßnahme „Einjährige Biodiversitätsflächen“
    Damit wird der Anbau von einjährigen statt normalerweise zweijährigen Biodiversitätsflächen nachfolgend auf umgebrochene Zuckerrüben ermöglicht. Für Biodiversitätsflächen zwischen 5 und 10 % der Ackerfläche wird dabei eine Prämie in Höhe von 450 EUR gewährt.

  • Nutzungsmöglichkeit ÖPUL-Biodiversitätsflächen
    Die frühzeitige Nutzung von Biodiversitätsflächen auf Acker und Grünland in der Maßnahme „Umweltgerechte und biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung“ im ÖPUL wird in den durch langanhaltender Trockenheit betroffenen Regionen Österreichs ermöglicht.

  • Schadholzlagerung aufgrund des „Föhnsturm YVES“ und Borkenkäferdrucks im Jahr 2018
    Allein der „Föhnsturm Yves“ im Winter 2017 verursachte einen Schaden von 550.000 Festmeter. Eine kurzfristige und zeitliche beschränkte Erlaubnis der Manipulation und Lagerung auf beihilfefähigen Flächen ohne bzw. geringem Beihilfeverlust wird nun ermöglicht.

Veröffentlicht am 23.05.2018, Referat II/5a