Fairnesskatalog gegen unlautere Geschäftspraktiken

Um gegen unlautere Geschäftspraktiken vorzugehen, wurde vom BMNT ein Fairnesskatalog für Unternehmen erstellt.

Europas Agrarpolitik steht vor großen Herausforderungen: von den Folgen des Klimawandels über den harten internationalen Wettbewerb bis zum rasanten Fortschritt der Digitalisierung. Entscheidend ist, dass alle entschlossen an einem Strang ziehen. In diesem Sinne sollen die Beziehungen im Agrar- und Lebensmittelsektor in der gesamten Europäischen Union fairer gestaltet werden. Für einen starken, stabilen Agrarsektor ist es wichtig, dass die bäuerlichen Familienbetriebe nicht von deutlich größeren Unternehmen ausgenutzt werden. Nur mit dem notwendigen Rückhalt können Landwirtinnen und Landwirte die Menschen weiterhin mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln versorgen und die einzigartige Kulturlandschaft pflegen. Von fairen, sicheren Rahmenbedingungen für bäuerliche Familienbetriebe profitiert die gesamte Bevölkerung.

 

Gerechtes System gegen unlautere Geschäftspraktiken

In der Vergangenheit haben Landwirtinnen und Landwirte oft nur geringen Anteil des Preises erhalten, den die Konsumentinnen und Konsumenten im Supermarkt bezahlen. Ohne faire, unumgängliche Regeln ist es für Großunternehmen viel zu leicht, ihre Verhandlungsstärke auszuspielen. Darum ist es so wichtig, unlauteren Geschäftspraktiken einen Riegel vorzuschieben. Das BMNT tritt für ein gerechtes System im Agrar- und Lebensmittelsektor ein, das Landwirtinnen und Landwirte für Qualität belohnt und ihnen einen fairen Lebensstandard garantiert. Verspätete Zahlungen, Stornierung von Aufträgen in letzter Minute und einseitige Vertragsänderungen sollen der Vergangenheit angehören.

 

Der Fairnesskatalog soll Unternehmen ein Verständnis mitgeben, um wirtschaftliches Handeln fairer zu gestalten. Märkte, in denen ungleiche Machtverhältnisse herrschen, können stärker von unfairem Handeln betroffen sein. Dies kann zu Wettbewerbsverzerrungen führen. Unter unfairem Handeln versteht man zum Beispiel Behinderungspraktiken, wie Geschäftsverweigerung oder Diskriminierung. Auch Ausbeutungspraktiken, wie etwa die Forderung von unangemessen niedrigen Einkaufspreisen oder die Ausnützung einer Monopolstellung, sind Beispiele für unfaires Handeln.

 

Um Hinweise auf Verstöße gegen das Kartellgesetz anonym an die Bundeswettbewerbsbehörde übersenden zu können, wurde eine Beschwerde-Website eingeführt.

Veröffentlicht am 22.10.2018