Fachbeirat für Bodenfruchtbarkeit und Bodenschutz

Ein gesunder Boden mit intakten Funktionen ist die Grundlage für eine nachhaltige Land- und Forstwirtschaft.

Ein gesunder Boden mit intakten Funktionen ist die Grundlage für eine nachhaltige Land- und Forstwirtschaft.

Boden - Basis unseres Lebens

Der Boden ist auf Grund seiner Bedeutung für die Lebensmittel- und Biomasseproduktion, seiner Filterfunktion in Bezug auf das Grundwasser, seiner Speicherfunktion für Wasser, Nährstoffe und Kohlenstoff sowie seiner Lebensraumfunktion für zahlreiche Organismen (Genreserve) eines der kostbarsten Güter der Menschheit.

Bodenschutz in Österreich als Querschnittsmaterie

In Österreich ist der Bodenschutz als Querschnittsmaterie in einer Vielzahl von Gesetzeswerken auf Bundes- und Landesebene verankert, wobei häufig an die jeweiligen Gefahrenquellen angeknüpft wird. Relevante Bestimmungen enthalten beispielsweise das Luftreinhaltegesetz,  das Klimaschutzgesetz, das Altlastensanierungsgesetz, das Smogalarm- und Ozongesetz, das Düngemittelgesetz, das Forstgesetz, das Wasserrechtsgesetz, das Abfallwirtschaftsgesetz, das Chemikaliengesetz, die Gewerbeordnung und insbesondere die Bodenschutzgesetze der Länder.

Boden als nicht vermehrbare Ressource

Boden ist nicht vermehrbar und nur schwer regenerierbar, weshalb vor allem die flächenhafte Sicherung multifunktionell nutzbaren Bodens gewährleistet sein muss.

Fachbeirat für Bodenfruchtbarkeit und Bodenschutz – Entwicklung und Aufgaben

Der Fachbeirat für Bodenfruchtbarkeit und Bodenschutz ist ein Gremium zur Beratung der Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus in bodenrelevanten Themenbereichen.

In den ersten Jahren der Aktivitäten des Fachbeirates wurde unter dem Vorsitz von E. Rossol (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft) und der Geschäftsführung durch Otto Danneberg (Bundesamt und Forschungszentrum für Landwirtschaft) in verschiedenen Arbeitsgruppen vor allem an Fragen zur sachgerechten Düngung und zur Bewertung von organischen Düngern gearbeitet. Während zunächst die Bereiche Ackerbau, Grünland und Wald im Vordergrund standen, wurde der Aktivitätsbereich in der Folge auch auf Sonderkulturen ausgeweitet.

Neben der Produktionsfunktion des Bodens rückten in der Folge vermehrt auch die übrigen Bodenfunktionen wie die Filter-, Speicher- und Transformationsfunktion in den Vordergrund. Die zunehmende Bedeutung des Bodens in Zusammenhang mit Umweltthemen machte eine teilweise Neuorientierung des Beirates erforderlich.

Unter dem Vorsitz von Herbert Etz (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft) und Andreas Baumgarten (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) als Leiter der Geschäftsstelle wurden die Statuten der neuen Situation entsprechend angepasst – sowohl der Kreis der Mitarbeiter als auch die Themenstellungen der Arbeitsgruppen wurden deutlich erweitert. Während die Mitglieder des Fachbeirats auf Vorschlag ihrer jeweiligen Dienststelle von der Bundesministerin nominiert werden, steht die Teilnahme an den Facharbeitsgruppen allen interessierten Experten offen. Zu den Mitgliedern der Arbeitsgruppe zählen Vertreter von Behörden, Interessensvertretungen, Universitäten, wissenschaftlichen Institutionen, Ämtern und weitere Fachleute mit besonderem Bezug zum jeweils behandelten Thema.

Seit 2007 agiert der Fachbeirat unter dem Vorsitz von Monika Stangl (Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus).

Die Aufgabe des Fachbeirates ist die Erarbeitung von Vorschlägen für ein dem Stand der Wissenschaft entsprechendes Bodenmanagement sowie von Standpunkten zu bodenrelevanten Themen. Ziel ist die Erhaltung und Verbesserung aller Bodenfunktionen unter Berücksichtigung der gegenwärtigen und zukünftigen Erfordernisse der Ökologie und der Ökonomie. Diese erarbeiteten Vorschläge des Fachbeirates werden meist in Form von Richtlinien veröffentlicht. Diese sind per se nicht verbindlich, fließen aber teilweise in Gesetze ein und werden sowohl in Behördenverfahren als auch für Förderungsrichtlinien als fachliche Grundlage herangezogen. Darüber hinaus werden sie auch für den Unterricht im Bereich Land- und Forstwirtschaft eingesetzt. Die von den einzelnen Arbeitsgruppen erarbeiteten Vorschläge werden im einmal jährlich stattfindenden Plenum abgestimmt. Die Broschüren werden grundsätzlich veröffentlicht, es liegen jedoch nicht alle Broschüren in gedruckter Form vor. Sie können entweder über die Homepage des BMNT (https://www.bmnt.gv.at/land/produktion-maerkte/pflanzliche-produktion/boden-duengung/Bodenschutz.html) oder der AGES (https://www.ages.at/themen/umwelt/boden/partner-und-netzwerke/fachbeirat-bodenfruchtbarkeit/) heruntergeladen werden.

Im Mai 2014 hat der Fachbeirat im Rahmen einer Festveranstaltung unter Anwesenheit von Herrn Bundesminister Rupprechter und hochrangigen Bodenexperten sein 25jähriges Jubiläum gefeiert.

Nachfolgend werden die Arbeitsgruppen kurz beschrieben:

Arbeitsgruppe „Ackerbau“

Die Arbeitsgruppe Ackerbau bearbeitet überwiegend Themenstellungen aus dem Bereich Pflanzenernährung, wobei in Zusammenarbeit mit den Arbeitsgruppen Wirtschaftsdünger und Grünland das Standardwerk „Richtlinien für die sachgerechte Düngung“ erstellt und laufend aktualisiert wird.

Die derzeit gültige 7. Auflage der "Richtlinien für die sachgerechte Düngung im Ackerbau und im Grünland" gilt als Grundlage für die gute landwirtschaftliche Praxis in Österreich. Daneben werden auch spezielle Fragestellungen abgehandelt sowie Standpunkte zu aktuellen Themen formuliert.

Arbeitsgruppe „Grünland“

Die Arbeitsgruppe Grünland beschäftigt sich mit Fragen der Bewirtschaftung, der Futtererträge, der Futterqualitäten, der ökologischen und technischen Ausrichtung für Grünland- und gemischte Betriebe sowie der Kreislaufwirtschaft in den Gunst- und Berglagen. Das Grünland umfasst 55% der landwirtschaftlichen Nutzfläche Österreichs. Die Nutzungsformen reichen von sehr extensiv genutzten Standorten (Almen, Hutweiden, Streuwiesen, einmähdige Wiesen) bis hin zu den mehrschnittigen Wirtschaftswiesen. Die Erkenntnisse der Arbeitsgruppe fließen auch in die „Richtlinien für die sachgerechte Düngung im Ackerbau und im Grünland“ ein.

Arbeitsgruppe „Wirtschaftsdünger“

Die Arbeitsgruppe Wirtschaftsdünger und deren Mitglieder zeichnen neben der unmittelbaren Arbeit im Fachbeirat auch für zahlreiche düngungsrelevante Fachartikel und Sonderbeilagen verantwortlich, die den Landwirten eine optimale Ergänzung zur Richtlinie für die sachgerechte Düngung bieten. Neben Fragen zur zeitgemäßen Technik der Ausbringung von Flüssig- und Festmist, der Kalkdüngung von Acker- und Grünland, dem Einsatz von Kompost sowie der richtigen Lagerung von Stallmist werden dabei auch Aspekte der Behandlung und Veredelung von Wirtschaftsdüngern behandelt.

Die Arbeitsgruppe befasst sich auch intensiv mit Fragen der Anfallsmengen an Wirtschaftsdüngern unterschiedlicher Nutztierkategorien sowie deren Nährstoffgehalten sowie mit der Wirksamkeit der in Wirtschaftsdüngern enthaltenen Nährstoffe.

Arbeitsgruppe „Garten- und Feldgemüsebau“

Ursprünglich waren die Richtlinien für die sachgerechte Düngung im Garten- und Feldgemüsebau nur als „Beiblatt“ für die Richtlinien im Ackerbau formuliert. Die Vielfalt der Kulturen und die teilweise sehr hohen Nährstoffentzüge ließen es sinnvoll erscheinen, eine eigene Richtlinie zu erstellen.

Im Vergleich zum Ackerbau wird der Nmin – Untersuchung ein besonderer Stellenwert beigemessen und die Stickstoffdüngung am Kultur begleitenden Stickstoff – Sollwert System ausgerichtet.

Die Düngung mit den übrigen Hauptnährstoffen basiert auf einem Netto – Konzept, d.h. es werden nur die tatsächlich vom Feld abgefahrenen Nährstoffmengen für die Düngung berücksichtigt. In der noch gültigen 3. Auflage der Richtlinien wurde das N – Düngekonzept weiter differenziert, zusätzlich wurden auch Hinweise für die Fertigation integriert. Aufgrund der Weiterentwicklung im Sektor wird diese Richtlinie derzeit wieder überarbeitet.

Arbeitsgruppe „Weinbau“

Im Zentrum der Arbeitsgruppe „Weinbau“ steht die optimale Ernährung der Weinreben, die für eine ökonomisch und ökologisch nachhaltige Traubenproduktion von wesentlicher Bedeutung ist. Aus Sicht der Rebenernährung spielt die Kenntnis der funktionellen Zusammenhänge zwischen Boden, Pflanze und Umweltfaktoren eine wichtige Rolle. Dadurch können ökonomische Nachteile für die weinbauliche Praxis vermieden werden. Eine Nährstoffzufuhr im Übermaß ist nicht nur unwirtschaftlich, sondern kann auch negative Auswirkungen auf die Pflanzen und die Umwelt auslösen. Andererseits bringen unterversorgte Reben nur unzureichende Erträge und minderwertige Qualitäten. Hauptziel der Rebenernährung ist daher, Wege zur Optimierung der Düngermengen im Einklang mit der Bodenfruchtbarkeit, der Ertragsoptimierung und der Qualitätsverbesserung unter bestmöglicher Umweltschonung zu finden. Um das zu erreichen, werden laufend wissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt. Ergebnisse werden in Form von wissenschaftlichen Publikationen und in Fachzeitschriften publiziert und wurden außerdem in den beiden Broschüren „Richtlinien für die Sachgerechte Düngung im Weinbau“, 1. Auflage 2003 und „Sachgerechte Düngung im Weinbau“, 2. Auflage 2014 zusammengefasst und veröffentlicht. Das Wissen wird auch im Rahmen von Vorträgen, Seminaren und Kursen weitervermittelt und den Schülerinnen und Schülern im Unterricht nähergebracht.

Arbeitsgruppe „Obstbau“

Die Arbeitsgruppe Obstbau beschäftigt sich mit Fragen zu der Ernährung von Obstkulturen. Die Richtlinie für die sachgerechte Düngung im Obstbau wurde von der Arbeitsgruppe 2009 fertiggestellt und wird laufend aktualisiert und ergänzt, erst kürzlich mit einem Beitrag zur Nährstoffversorgung von Edelkastanien. Weitere Ergänzungen werden folgen, da sich der Obstbau rasant weiterentwickelt. In den letzten Jahren sind beispielsweise ca. 500 ha Aronia- und über 1000 ha Walnussanlagen neu gepflanzt worden, auch wird beispielsweise im Beerenobstbereich immer häufiger in Substrat kultiviert, was ebenfalls mit unterschiedlichen Anforderungen an die Düngung verbunden ist.

Arbeitsgruppe „Wald“

Das Arbeitsgebiet der AG Wald umfasst das weite Feld der Waldernährung, des Nährstoffkreislaufs, des Düngereinsatzes im Wald, der Nährstoffmobilisierung, des Bodenschutzes und die Behandlung von Spezialkulturen. Hier sind insbesondere die Richtlinien für die sachgerechte Düngung von Christbaumkulturen sowie für Kurzumtriebsflächen mit Weide und Pappel zu erwähnen.

Arbeitsgruppe „Biogas“

Durch die rasante Entwicklung der Anzahl der Biogasanlagen entstand großes Interesse der Landwirte und der Behörden an rechtlichen und düngungsrelevanten Fragen zum Thema Gärreste aus Biogasanlagen.

Die Arbeitsgruppe befasst sich neben der rechtlichen Einstufung der Gärreste (Biogasgülle und Gärrückstände) mit düngungsrelevanten Eigenschaften sowie Fragen der Qualität der Gärreste hinsichtlich der landwirtschaftlichen Verwertung und der Ausbringung. Das bisher in der Arbeitsgruppe erarbeitete und gesammelte Wissen wurde in der mittlerweile 2. Auflage der Richtlinie "Der sachgerechte Einsatz von Biogasgülle und Gärrückstände im Acker- und Grünland" veröffentlicht.

Arbeitsgruppe „Kompost“

Seit Mitte der 1980er Jahre rückten die Themen Kompostierung, Kompostqualität und dessen sachgerechte Anwendung immer mehr in den Vordergrund. Durch eine Optimierung des Sammelsystems für biogene Abfälle konnten sowohl die Akzeptanz als auch die Qualität der Komposte deutlich verbessert werden.

Nach intensiven Diskussionen wurde 1998 die erste Auflage der „Anwendungsrichtlinie für Kompost aus biogenen Abfällen in der Landwirtschaft“ publiziert. Im Jahr 2001 wurde die „Kompostverordnung“ des Ministeriums veröffentlicht. Eine überarbeitete Kompostbroschüre des Fachbeirats wurde 2010 veröffentlicht.  Dem Anwender sollen hiermit praxisgerechte Hinweise für die erforderliche Kompostqualität, die rechtlichen Rahmenbedingungen und anwendungstechnische Hinweise gegeben werden. Ziel soll es sein, die im Kompost enthaltene organische Substanz bzw. die Nährstoffe im Sinne einer nachhaltigen Wirtschaftsweise dem Boden zurückzuführen und gleichzeitig die Zufuhr von unerwünschten Bestandteilen möglichst niedrig zu halten.

Arbeitsgruppe „Rekultivierung“

Bei Baumaßnahmen, Verfüllungen oder Geländekorrekturen kommt es in der Regel zu Veränderungen der Erdoberfläche mit entsprechenden Eingriffen in Struktur und Aufbau der natürlich gewachsenen Böden sowie deren Funktionsfähigkeit. Eine standortgerechte Rekultivierung ist daher bei jeder Form der Flächeninanspruchnahme ein zentrales Anliegen des Bodenschutzes.

Ziel der Arbeitsgruppe war die Erstellung von fachlichen Grundlagen für die Planung, Durchführung und Beurteilung von Bodenrekultivierungen unter dem Aspekt eines nachhaltigen Bodenschutzes.

Baumaßnahmen ziehen häufig Rekultivierungsmaßnahmen nach sich, da es in der Regel zu Veränderungen der Erdoberfläche mit entsprechenden Eingriffen in Struktur und Aufbau der natürlich gewachsenen Böden kommt. Die Verwertung von anfallendem Bodenmaterial, auch auf land- und forstwirtschaftlichen Böden, wird dabei grundsätzlich als sinnvoll und ressourcenschonend im Sinne eines nachhaltigen Bodenschutzes erachtet. Wesentlich dabei ist, dass sowohl das Material als auch die technische Ausführung zur (Wieder-) Herstellung von Böden führt, welche optimale standortstypische Eigenschaften insbesondere hinsichtlich der Bodenfunktionen übernehmen können. Unsachgemäße Rekultivierungen können langfristige Bodenschäden wie Verdichtung, Humusverlust, gestörter Bodenwasserhaushalt mit einhergehender Beeinträchtigung der Bodenfruchtbarkeit hervorrufen.

Behörden, Bauherren und Landwirte sollen durch diese Empfehlungen zu einem sachgerechten Umgang mit dem Boden bei Rekultivierungsarbeiten angehalten werden. Die „Richtlinie für die sachgerechte Bodenrekultivierung land- und forstwirtschaftlich genutzter Flächen“ wurde 2012 veröffentlicht.

Arbeitsgruppe „Bodenfunktionsbewertung“

Boden ist eine endliche Ressource, aber auch die Vielfältigkeit seiner Funktionen macht ihn zu einem sehr begehrten Gut. Für die Land- und Forstwirtschaft spielt sicherlich die Produktionsfunktion die bedeutendste Rolle. Aber auch die Qualität des Grundwassers wird von der Funktion des Bodens als Filter und Puffer für Schadstoffe mitbestimmt. Durch den im Boden enthaltenen Humus werden große Mengen an Kohlenstoff gespeichert, was sich auch positiv auf den Klimaschutz auswirkt.

Andererseits ist Boden aber auch Bauland oder Rohstofflieferant. In der Raumplanung werden in erster Linie diese beiden Funktionen an vorderste Stelle gereiht, während die ökologische Bedeutung des Bodens oft wenig Berücksichtigung findet. Dies ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass bislang keine Übersicht über vorhandene Methoden zur Verfügung stand, die eine Bewertung der Bodenfunktion im Sinne der Raumplanung ermöglichen.

Die nun vorliegende Anleitung stellt solche Verfahren zur Bewertung von Bodenfunktionen zur Verfügung. Damit kann die nicht erneuerbare Ressource Boden in den Entscheidungsprozessen der Raumplanung besser berücksichtigt und ein weiterer Beitrag zu einem schonenden Umgang mit dem Boden geleistet werden.

Es handelte sich hier um eine gemeinsame Arbeitsgruppe des Ministeriums und des Österreichischen Normungsinstitutes. Die erarbeitete Broschüre „Bodenfunktionsbewertung: methodische Umsetzung der ÖNORM L 1076“ wurde 2013 veröffentlicht.

Arbeitsgruppe „Boden und Klima“

Die Erhaltung der Böden, ihrer Qualität und Vielfalt an der Schnittstelle zur Atmosphäre, Biosphäre, Hydrosphäre und Geosphäre sind im Zusammenhang mit Klimaschutz und Klimawandelanpassung von entscheidender Bedeutung.

Die Arbeitsgruppe hat sich daher zum Ziel gesetzt, einen Bericht zu erarbeiten, in dem es um Möglichkeiten, aber auch Grenzen einer klimaschonenden Bodenbewirtschaftung auf land- und forstwirtschaftlichen geht. Dieser Bericht wurde 2015 veröffentlicht.

Arbeitsgruppe „Bodenverbrauch“

Auf Beschluss der Landesagrarreferenten wurde Ende 2014 eine Arbeitsgruppe zum Thema Bodenverbrauch mit dem Ziel gegründet, Vorschläge für Maßnahmen zur Erhaltung und Sicherung von Böden bzw. zur Reduzierung des Bodenverbrauchs zu erstellen. Dabei sind die in der Bodencharta 2014 aufgestellten Forderungen entsprechend aufgegriffen worden. Die Arbeiten dieser Arbeitsgruppe wurden Mitte 2015 finalisiert und publiziert. Eine weitere Publikation dieser Gruppe zum Thema „Flächeninanspruchnahme durch Kompensationsmaßnahmen“ wurde 2019 publiziert. In den darin präsentierten Vorschläge ist es gelungen, sowohl die Interessen des Naturschutzes als auch der Landwirtschaft zu berücksichtigen.

Arbeitsgruppe „Biokohle“

Welches Anwendungspotential hat Biokohle in der Land- und Forstwirtschaft und welche aktuellen Rahmenbedingungen sind zu berücksichtigen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich eine Gruppe aus österreichischen Experten und Expertinnen aus Forschung, Praxis und Verwaltung. Die Ergebnisse sind in einem Sachstandsbericht zusammengefasst, welcher den aktuellen Stand des Wissens über Herstellung und Eigenschaften von Biokohle, die Potentiale und Limitierungen der Anwendungsmöglichkeiten sowie Umweltauswirkungen zusammenfasst. Weiters wird auf mit Biokohle verwandte Karbonisierungsprodukte und Einsatzmöglichkeiten außerhalb der Land- und Forstwirtschaft verwiesen. Der Bericht gliedert sich in einen kurzgefassten, praxisbezogenen Teil im Stil einer Zusammenfassung sowie in einen ausführlicheren wissenschaftlichen Teil. Die Veröffentlichung ist 2017 erfolgt.

Arbeitsgruppe „Pflanzenasche“

Die energetische Nutzung von Biomasse hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Besonders in waldreichen Gebieten wie Österreich leistet dieser Bereich einen wesentlichen Beitrag für eine nachhaltige regionale Energieversorgung. Während früher Asche oft als ein „lästiges Abfallprodukt“ gesehen wurde, hat der Fachbeirat bereits in den späten 1990er Jahren den besonderen Wert dieses Sekundärrohstoffes erkannt. Eine Rückführung der Mineralstoffe entspricht dem ökologischen Prinzip der geschlossenen Stoffkreisläufe und hilft, die knapper werdenden natürlichen Mineralstoffreserven zu schonen. In die Erstellung der Richtlinie, die 2011 publiziert wurde, wurden nicht nur die Expertinnen und Experten des Fachbeirates, sondern auch Vertreter der Heizwerkbetreiber sowie Experten für Verbrennungstechnik und Aschecharakterisierung mit eingebunden. Dadurch kann eine ökologisch sinnvolle und für die Umwelt unbedenkliche Anwendung von Pflanzenaschen in der Land- und Forstwirtschaft bei gleichzeitiger hoher Akzeptanz durch die Ascheproduzenten sichergestellt werden.

Arbeitsgruppe „Boden und Umwelt“

Aufgrund der Bedeutung des Bodenschutzes und des Düngungsmanagements im Zusammenhang mit der Erreichung von Umweltzielen (z. B. Klimaschutz, Luftreinhaltung etc.), wurde beim Plenum 2017 eine neue Arbeitsgruppe gegründet, die sich nunmehr mit dieser Thematik beschäftigt.

Im Rahmen der Umsetzung der NEC („National Emission Ceilings“ – nationale Emissions-Obergrenzen) - Richtlinie sind die Mitgliedstaaten verpflichtet, einen entsprechenden Ratgeber für Landwirte zur Reduktion von potentiellen Emissionen zu erstellen. Betreffend die Luftreinhaltung war neben den Bereichen Stallhaltung und Fütterung die Düngung ein dritter wesentlicher Teil. Für diesen Bereich hat diese Arbeitsgruppe an der Erstellung des Ratgebers mitgearbeitet. Die Ergebnisse der Gruppe wurden zusammen mit den Ergebnissen der anderen Gruppen 2018 im NEC Ratgeber veröffentlicht (https://www.bmnt.gv.at/land/produktion-maerkte/klimawandel-risikomanagement-luftreinhaltung/Landwirtschaft-und-Luftschadstoffe.html)

Unterarbeitsgruppe „Sustainable Development Goals“

Das Umweltbundesamt und die Österreichische Bodenkundliche Gesellschaft (ÖBG) haben das Bodenforum Österreich, das gemeinsam mit der ÖBG-Jahrestagung am 6./7. November 2018 veranstaltet wurde, dem Thema „Boden und die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Was bedeuten die Sustainable Development Goals für den Bodenschutz?“ gewidmet. Das Bodenforum bildete den Impuls für eine Initiative einiger Bundesländer-Vertreter, eine österreichweite Abstimmung zwischen den relevanten Stakeholdern im Bereich Boden und Nachhaltigkeitsziele anzuregen. Das Anliegen wurde vom Plenum des Fachbeirats für Bodenfruchtbarkeit und Bodenschutz am 4. Dezember 2018 positiv beurteilt und mit der Entscheidung zur Einrichtung der Subarbeitsgruppe „Boden und Nachhaltige Entwicklungsziele“ innerhalb der Arbeitsgruppe „Boden und Umwelt“ verbunden.

Die Subarbeitsgruppe setzt sich unter anderem folgende Ziele:

  • Identifikation der für Österreich boden(schutz)relevanten Nachhaltigkeitsziele
  • Schaffung eines österreichweiten Überblicks zu laufenden und geplanten Aktivitäten unter Einbindung und Information aller relevanten Stellen und Personen
  • Identifizierung, Entwicklung und Monitoring fachlich sinnvoller Indikatoren für bodenrelevante Nachhaltigkeitsziele
  • Unterstützung für ein koordiniertes Berichtswesen
  • Impulse für Umsetzungsschritte zum Bodenschutz im Zusammenhang mit den Nachhaltigkeitszielen

Arbeitsgruppe „Fremdstoffe, Mikroplastik und deren Inhaltsstoffe im Boden“

Das Ziel der 2019 neu gegründeten Arbeitsgruppe ist es, Antworten auf die brennenden Fragen zum Problem mit Fremdstoffen, Mikroplastik und deren Inhaltsstoffe in unseren landwirtschaftlichen Böden zu finden. Dazu wird sie alle notwendigen Informationen sammeln, Fachexpertisen einholen und kombinieren, bei der Entwicklung Messmethoden mitarbeiten und Lösungsstrategien vorschlagen.

Zielgruppen für die kommenden Veröffentlichungen der Arbeitsgruppe sind Bürgerinnen und Bürger, Abfallbeauftragte der Gemeinden, Gemeindeverbände, kommunale Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, Landwirtinnen und Landwirte sowie Gärtnerinnen und Gärtner.

Arbeitsgruppe „hydroponische Substrate“

Gemäß Düngemittel-Gesetz sind Kultursubstrate Pflanzenerden, Mischungen auf der

Grundlage von Torf und andere Substrate, auch in flüssiger Form, die den Pflanzen als

Wurzelraum dienen, selbst wenn sie einen geringen Nährstoffgehalt aufweisen. Im geschützten Anbau, insbesondere in der Produktion von Fruchtgemüse, wird in hydroponischen Systemen (Pflanzenproduktion in festen Medien, ausgenommen im Boden oder in belüfteten Nährstofflösungen (Aquakulturen)). auf verschiedenen inerten und organischen Substraten produziert. Zu den inerten Substraten zählen unter anderem Mineralfasern („Steinwolle“), Perlit oder Vermiculit, zu den organischen Substraten zählen: Kokosfasern, Pflanzen- und Holzfasern oder Torfsubstrate. In der Praxis sind viele Mischformen der angeführten Substrate in Verwendung.

Aufgrund der Entsorgungsproblematik ist ein Trend zu zur Nutzung von organischen, kompostierfähigen Substraten zu verzeichnen. Nach Kulturende werden die Substrate entsprechend behandelt um direkt wiederverwendet oder zur Kultivierung von anderen Kulturarten genutzt. Europaweit wird an Projekten für Recyclingprozesse als Alternative zur Deponierung oder auch Verbrennung gearbeitet.

Der derzeit in Fertigstellung befindliche Leitfaden gibt einen Überblick über die Eigenschaften der Substrate und Empfehlung zum sachgerechten Verwendung und Entsorgung sowie eine Bewertung in Bezug auf die Verwendung. Da die ökonomischen Rahmenbedingungen raschen Veränderungen unterliegen, wurde dieser Aspekt nicht berücksichtigt.

Arbeitsgruppe „Haus- und Hobbygärten“

Auch für Haus- und Hobbygärten sind der sachgerechte Umgang mit dem Boden und eine ausgewogene Nährstoffversorgung der Pflanzen von großer Bedeutung. Einerseits geht es um die Sicherstellung der Qualität der Pflanzen und der Ernteprodukte, andererseits kann eine übermäßige Verwendung von Düngemitteln auch zu einer Beeinträchtigung der Umwelt führen.

In einem Leitfaden, der derzeit erarbeitet wird, werden die wichtigsten Informationen zur optimalen Nährstoffversorgung zusammengefasst. Diese reichen von der Durchführung einer Bodenanalyse und deren Interpretation bis hin zur Erstellung eines optimalen Düngeplans und die Auswahl eines geeigneten Düngemittels. Dabei wird besonderer Wert auf die Verwendung organischer Düngemittel gelegt. Die Broschüre soll im Laufe des kommenden Jahres verfügbar sein.

Arbeitsgruppe „Neue organische Schadstoffe im Boden“

Österreich verfügt über starke Kompetenz im Bereich Bodenanalytik. Das Analysenspektrum reicht von Bodenphysik und Bodenhydrologie über chemische Parameter wie Nährstoff- und Schwermetallgehalt, Humusgehalt und -qualität, Gehalt an organischen Schadstoffen bis hin zu komplexer Spezialanalytik im innovativen Forschungsbereich.

Insbesondere in Bezug auf die analytischen Verfahren für neue organische Schadstoffe hat sich gezeigt, dass noch Bedarf für einen Erfahrungsaustausch besteht. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen wird die Arbeitsgruppe einen Vorschlag für Österreich weit einheitliches Methodenspektrum erarbeiten.

Veröffentlicht am 04.09.2019, Pflanzliche Produktion (Abteilung II/5)