Die landwirtschaftliche Bodenkarte eBOD

Am 09. Jänner 2019 wurde im Gobelinsaal vom Ministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus und dem Bundesforschungszentrum für Wald die neue digitale Landwirtschaftliche Bodenkarte und deren Anwendungsmöglichkeiten ausführlich vorgestellt. Das Interesse an der Veranstaltung und somit am Einsatz der neuen Karte war nicht nur seitens des Landwirtschaftssektors sehr groß. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Ziel der Veranstaltung war es, all jenen, die mit Boden zu tun haben, die Landwirtschaftliche Bodenkarte in ihrer neu überarbeiteten, modernen und benutzerfreundlichen Form als wertvolles Instrument für deren Arbeit bzw. deren Entscheidungen näher zu bringen.

Bereits in den einleitenden Worten wurde die Notwendigkeit einer guten Bodenkarte nicht nur als Grundlage für die landwirtschaftliche Praxis, sondern beispielsweise auch für die Forschung und die Raumordnung betont. Danach erfolgte die Präsentation der neuen Bodenkarte im Rahmen einer Live-Präsentation. Anschließend wurden beispielhaft die Einsatzmöglichkeiten der Bodenkarte für die landwirtschaftliche Beratung, die Forschung (Erosion und Bodenkohlenstoffgehalt) und für die Raumplanung dargestellt. Abschließend war noch Zeit für Fragen bzw. Anregungen an die Vortragenden.

Das Thema Bodenschutz hat in den letzten Jahren sowohl national als auch international immer mehr an Bedeutung gewonnen. Die landwirtschaftlichen Böden sind mehrfach gefährdet, einerseits durch den hohen Bodenverbrauch andererseits zeigt auch der Klimawandel durch Extremwetterereignisse wie Dürren und Überschwemmungen bereits spürbare Auswirkungen. Die größte Herausforderung ist daher national ebenso wie auf globaler Ebene die Sicherstellung der Ernährung der Bevölkerung, vor allem angesichts der Tatsache, dass fruchtbarer Boden nicht vermehrt werden kann. Umso wichtiger ist es, dass Forschung, Politik und Beratung Hand in Hand arbeiten, um die Herausforderungen meistern zu können.

Eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Boden ist daher wichtig, um unsere Produktionsgrundlage „Boden“ auch für die Zukunft ausreichend und bestmöglich zu erhalten. Dafür bietet die Landwirtschaftliche Bodenkarte des Bundesforschungszentrums für Wald schon jetzt eine hervorragende Grundlage. Mit der nun erfolgten Überarbeitung wird es zukünftig noch besser möglich sein, auf die speziellen Eigenschaften der Böden sowohl in der Bewirtschaftung als auch in der Beratung einzugehen. Die ursprünglich als gedruckte Bodenkarte mit dazugehörigen gebundenen Begleitbroschüren vorliegende Bodeninformation wurde durch vollständige Digitalisierung und aufwendige Parametrisierung zu einem der zurzeit modernesten digital vorliegenden Bodeninformationssystem weiterentwickelt und benutzerfreundlich ausgebaut. In Verbindung mit der neuen Web-Gis-Applikation lassen sich alle diese Informationen auf jedem internetfähigen Gerät ohne jegliche Software-Installation ganz unkompliziert nutzen.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass seitens des Fachpublikums ein hohes Interesse an der neuen Bodenkarte besteht und somit zu hoffen ist, dass diese hoch informative und leicht zu bedienende Karte zukünftig in den verschiedensten Bereichen noch stärker als bisher im Sinne eines nachhaltigen Umgangs mit der Ressource Boden Einsatz kommen wird.

Anfang Oktober wurden die zwei neuen Themenkarten „Nitratrückhaltevermögen“ und „Nutzbare Feldkapazität“ in die landwirtschaftlichen Bodenkarte eingebunden. Die beiden Karten stehen nun unter https://bodenkarte.at im Menüpunkt „Kartensteuerung“ zur Verfügung. Die Inhalte wurden vom Institut für Kulturtechnik und Bodenwasserhaushalt des Bundesamtes für Wasserwirtschaft (BAW-IKT) erstellt.

Veröffentlicht am 04.10.2019, Pflanzliche Produktion (Abteilung II/5)