Österreich wird auf EU-Ebene für ein Verbot bienenschädlicher Neonicotinoide stimmen

Das höchsteffektive Schädlingsbekämpfungsmittel zieht auch Nützlinge in Mitleidenschaft und gefährdet somit die biologische Vielfalt.

Am 27. April 2018 wird im Ausschuss der Europäischen Union über ein Verbot von Neonicotinoiden abgestimmt. Österreich wird einem Verbot der drei Wirkstoffe zustimmen – auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse aus der EFSA-Studie sowie der Zwischenergebnisse eigener Untersuchungen.

Neonicotinoide sind hochwirksame Mittel zur Schädlingsbekämpfung, die vorwiegend im landwirtschaftlichen Bereich eingesetzt werden. Die synthetisch hergestellten Wirkstoffe stören die Weiterleitung von Nervenreizen und können sich auch auf Nützlinge wie Bienen negativ auswirken.

Vor allem für die Rübenbäuerinnen und Rübenbauern gibt es derzeit allerdings keine vergleichbaren Alternativen. Das BMNT fordert daher einen Aktionsgipfel von Handelsketten, Industrie, NGOs und Interessensvertretung, um gemeinsam einen Maßnahmenkatalog für heimischen Zucker zu erarbeiten.

 

Forschungsergebnisse sprechen für Verbot

Wie Arzneimittel werden auch Pflanzenschutzmittel einem Zulassungsverfahren auf fachlich-wissenschaftlicher Basis unterzogen. Die Europäische Kommission hat den Einsatz von diesen Wirkstoffen, die zur Gruppe der Neonicotinoide gehören, schon im Jahr 2013 bedeutend eingeschränkt. Der Einsatz für die Saatgut- und Bodenbehandlung sowie für Blattbehandlungen vor der Blüte bei von Bienen beflogenen Kulturpflanzen und Getreide (ausgenommen Wintergetreide) wurde verboten. Zudem verpflichtete sich die Europäische Kommission dazu, die Prüfung etwaiger neuer wissenschaftlicher Informationen in die Wege zu leiten.

Die fachlich-wissenschaftliche Bewertung in Österreich erfolgt durch die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), die auch in den entsprechenden Expertengremien vertreten ist. In den letzten Jahren wurde das Projekt "Zukunft Biene" vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus, der AGES und der Universität Graz forciert. In dieser Studie wurde nachgewiesen, dass das EU-Teilverbot sowie die weitergehenden Einschränkungen in Österreich aus dem Jahr 2013 positive Wirkung gezeigt haben.

Nachdem nun auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) eine Studie vorgelegt hat, die eine Ausweitung des Verbots auf alle Kulturen im Freiland vorschlägt, war die Europäische Kommission gefordert, einen Vorschlag vorzulegen. Darum ist es wichtig, dass Österreich am 27. April für ein Verbot der Neonicotinoide stimmt.

Mehrere BMNT-Projekte für Bienengesundheit

Angesichts ihrer wichtigen Rolle als Bestäuber in der Natur sowie für viele Kulturpflanzen, ist eine flächendeckende Bienenhaltung und Imkereiwirtschaft von immenser Bedeutung. Das BMNT finanziert und fördert daher seit Jahren verschiedene Projekte, die sich mit dem Thema Bienen und Bienengesundheit, Bienenweide und Zucht befassen.

Veröffentlicht am 17.04.2018, Referat II/5a