Produktion von Obst, Gemüse und Sonderkulturen in Österreich

Gemüse und Obst gehören zwar zu den kleineren Sektoren innerhalb der landwirtschaftlichen Produktion, gleichen dies aber durch eine entsprechend höhere Wertschöpfung aus.

Bei Obst sind Äpfel das mit Abstand wichtigste Produkt, im Gemüsebau halten flächenmäßig die Zwiebeln den ersten Platz. Sonderkulturen haben eine untergeordnete Bedeutung.

Gemüse

Die Gemüseanbauflächen in Österreich wurden 2012 leicht reduziert auf rund 15.000 ha (-1.000 ha) und lieferten im Jahr 2012 gesamt 615.700 t Gemüse. Größtenteils liegen diese Flächen im klimatisch günstigeren Osten, wobei Niederösterreich mit ca. 8.200 ha führend ist, gefolgt von der Steiermark mit 1.700 ha, Oberösterreich mit 1.700 ha und dem Burgenland (1.360 ha).

Man unterscheidet den Feldgemüsebau und den gärtnerischen Gemüsebau. Daneben gibt es noch den Anbau auf geschützten Flächen in Gewächshäusern oder Folientunnel. Auf den geschützten Flächen wird fast flächendeckend mit Nützlingseinsatz gearbeitet.

Der Anteil der verschiedenen Gemüsearten ist von Jahr zu Jahr variabel. Die größten Anbauflächen waren 2012 der Zwiebelproduktion (2.900 ha) gewidmet, gefolgt von den Karotten (1.665 ha), dann kam Kraut insges. (909 ha) . Flächen- und Erntemengenmäßig ist  die Grünerbse (hauptsächlich für Gefriergemüse) in der vergangenen Saison stark eingebrochen, da die Lagerbestände noch sehr hoch waren. So reduzierten sich die Produktionsflächen um rd. 800 ha, die Erntemenge sank von ca, 12.000 t auf 4.500 t.

Der Selbstversorgungsgrad für Gemüse liegt derzeit etwa bei 68%. Mit einem pro Kopf Verbrauch von rund 111,2 kg Gemüse (Tendenz steigend) sind mit ca. 28 kg Paradeiser mit Abstand das beliebteste Gemüse der Österreicher, gefolgt von Zwiebeln mit immerhin 9,3 kg pro Kopf und Jahr. Bei Zwiebeln ist auch der Selbstversorgungsgrad mit 166% am höchsten.

Erdäpfel werden nicht zu Gemüse gezählt, sondern den Feldfrüchten zugerechnet. 

Obst

Obst wird von 4.222 Betrieben auf 11.000 ha angebaut. 2012 wurden rd. 224.000 t Obst erzeugt.

Hauptanbaugebiete sind Niederösterreich, Oberösterreich und die Steiermark.

Die überwiegende Kultur ist der Apfel mit 6.050 ha. Ananas-Erdbeeren liegen flächenmäßig und erntemengenmäßig auf dem 2. Platz. Weiters haben Marillen, Zwetschken und Birnen eine gewisse Bedeutung.

In Oberösterreich ist das Mostviertel berühmt für den Anbau von Mostäpfel und –birnen.

Die Wachauer Marille ist als geschützte Usprungsbezeichnung eingetragen.

Mit einem Nahrungsverbrauch von rund 156.000 t im Jahr 2012 sind Äpfel Spitzenreiter, knapp gefolgt von Bananen (ca. 97.500 t). Der Selbstversorgungsgrad ist bei Äpfeln 106%, bei Marillen 45% und  bei Zwetschken 89%.

Nationale Strategie und Umweltrahmen im Sektor Obst und Gemüse

Gemäß der geänderten der Rechtsvorschriften für die GMO für Obst und Gemüse müssen die Operationellen Programme ab 2009 auf Basis einer „Nationalen Strategie“ abgewickelt werden.

Es sind verpflichtende Programmteile zur Förderung einer umweltgerechten Produktion oder Vermarktung abzuwickeln. Diese spezifischen Maßnahmen müssen jedenfalls auch mit den Schwerpunkten und Zielsetzungen der „Ländlichen Entwicklung“ abgestimmt werden und wurden als gesonderter „Umweltrahmen für Obst und Gemüse“ der Europäische Kommission formell notifiziert.
 
Ziel der Nationalen Strategie ist die Sicherstellung einer geordneten, einheitlichen Umsetzung der Operationellen Programme unter Berücksichtigung von Umweltaspekten. Die nationale Strategie muss u. a. eine Analyse der Situation des Sektors in Bezug auf Stärken und Schwächen, das Entwicklungspotenzial, Prioritäten, die Ziele der operationellen Programme und Instrumente sowie quantitative Indikatoren zur Überprüfung der Entwicklung, umfassen.

Sonderkulturen

In geringem Umfang (2012 auf 246 ha) wird in Österreich Hopfen angebaut. Der Anbau erfolgt in Leutschach (Steiermark) und im Wald- und Mühlviertel (rd. 152 ha). Die wichtigsten Sorten sind mit 115 t die Sorte Celeja, mit 77 t die Sorte Magnum gefolgt von Perle mit rd. 66 t.

Veröffentlicht am 06.08.2015, Obst, Gemüse, Wein, Sonderkulturen (Abteilung II/7)