Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich Wein

Für den Fachbereich Wein stehen in Österreich bedarfsorientiert Ausbildungsmöglichkeiten auf hohem Niveau zur Verfügung.

Egal ob man eine fachspezifische Berufsausbildung mit Maturaabschluss anstrebt oder sich als am Wein interessierter Konsument/In weiterbilden möchte, es ist für jeden etwas dabei.

Seminare der österreichischen Weinakademie werden auch gerne von Winzer/Innen genutzt, um ihr Fachwissen auf dem neuesten Stand zu halten bzw. zu vertiefen und dadurch einen wertvollen Beitrag zur Sicherung der österreichischen Weinqualität zu leisten.

Folgende Einrichtungen zur Aus- und Weiterbildung stehen zur Verfügung:

Höhere Bundeslehranstalt und Bundesamt für Wein- und Obstbau in Klosterneuburg

Die Höhere Bundeslehranstalt und Bundesamt für Wein- und Obstbau ist das österreichischen Lehr- und Forschungszentrum für Wein- und Obstbau in Österreich und eine Dienststelle des Lebensministeriums.

Die Höhere Bundeslehranstalt und Bundesamt für Wein- und Obstbau weist derzeit einen Mitarbeiterstand von 167 Personen auf und stellt damit das größte Bundesamt im Bereich Wein dar.

Der Schulbereich umfasst 5 Jahrgänge und bietet neben einer fundierten Allgemeinbildung eine gesamthafte fachliche Ausbildung auf höchstem Niveau in den Bereichen Weinbau- und Kellerwirtschaft sowie Obstbau und Obstverarbeitung. Die Ausbildung vereint eine gute naturwissenschaftliche Basis, begleitet von einer zeitgemäßen Ausbildung im ökonomischen Bereich.

In letzter Zeit wurde auch verstärkt dem Nachhaltigkeitsgedanken Rechnung getragen. Ziel ist es, die  Bewusstseinsbildung und Sensibilität auf diesem Gebiet, das die Basis für zukünftige Generationen darstellt, bei den Absolventen/Innen zu stärken. Für dieses vorbildliche Leitmotiv wurde die Schule sowohl mit der ÖKOLOG-Urkunde als auch dem Umweltzeichen durch das Unterrichtsministerium ausgezeichnet. Beide Auszeichnungen werden dann vergeben, wenn Unterrichtsprojekte einbezogen werden, die es den Schüler/Innen ermöglichen, zu konkreten Themen wie Wasser, Abfall, Energie, etc. selbst beizutragen und dadurch für die Praxis zu lernen.

Die Ausbildung wird mit der Reifeprüfung nach 5 Jahren abgeschlossen.  Im Rahmen  des Schulunterrichts sind insg. 34 Lehrer/Innen beschäftigt.

Der angeschlossene Internatsbetrieb wird im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Gesundheitsförderung der Schüler/Innen auf dem neuesten Wissensstand geführt.

Es gibt auf Grund des guten Rufes der Schule weit über die Grenzen Österreichs hinaus jedes Jahr mehr Anmeldungen, als tatsächlich Schüler/Innen aufgenommen werden können. Die Reihung der Interessenten/Innen erfolgt auf Basis des vorgewiesenen Schulerfolgs. Absolventen/Innen von Klosterneuburg sind international gefragt. Es könnten wesentlich mehr Personen in der Wirtschaft Fuß fassen als Ausbildungsplätze zur Verfügung stehen.

Das dazugehörige Bundesamt wurde in den letzten Jahren zu einem international anerkannten Forschungszentrum sowohl im Wein- als auch im Obstbereich ausgebaut, was sich v.a. im Gewinnen zahlreicher Ausschreibungen von EU-Projekten niederschlägt.

Es ist gelungen, das Kellerwirtschaftsgebäude auf den neuesten Stand der Technik zu bringen und damit den Ruf des Bundesamtes als modernste Forschungseinrichtung zu etablieren und zu festigen.

Im Rahmen der Forschungstätigkeit ist das Bundesamt überwiegend mit hoheitlichen Aufgaben betraut. Dies betrifft sowohl die bescheid mäßige Anerkennung von Großversuchen als auch die Anerkennung von Klonen und Reben.

Ebenso werden amtliche Proben für die Erlangung der staatlichen Prüfnummer sowie Privatproben begutachtet und amtliche Weinverkostungen durchgeführt.

Im Zuge der Initiative „Verankerung des Qualitätsgedankens“ bei den Obst- und Weinproduzenten werden jährlich ca. 70 Kurse zu Themen wie Biologie, Chemie, Qualitätskontrolle, Weinbau, Kellerwirtschaft, Obstverarbeitung, Technik, etc. angeboten, die sich mit ca. 500 Teilnehmen pro Jahr großer Beliebtheit in der Branche erfreuen.

Die Ausbildung zum amtlichen Weinverkoster erfolgt ebenso an dieser Dienststelle.

Bundesamt für Weinbau in Eisenstadt

Das Bundesamt für Weinbau ist überwiegend mit hoheitlichen Tätigkeiten, wie die Vergabe der staatlichen Prüfnummer, die Begutachtung amtlicher Weinproben und Forschungstätigkeiten im internationalen Bereich betraut. Trotzdem werden auf Wunsch private Weinproben begutachtet und Beratungen auf hohem fachlichem Niveau von bestens ausgebildeten Mitarbeitern/Innen angeboten. Es werden auch zahlreiche Vorträge im Rahmen von Fachveranstaltungen gehalten und die Weinproduzenten/Innen im Sinne der Förderung einer nachhaltigen Qualitätsweinproduktion unterstützt.

Neueste Schiene ist die Schaffung der Voraussetzungen für die Herstellung von Qualitätsobstwein, inklusive der Erstellung entsprechender Kriterien und Beratung bei deren Umsetzung.

Wein- und Obstbauschule Krems

Die Wein- und Obstbauschule Krems versteht sich  als Lehr-, Ausbildungs- und Beratungsstätte für Wein- und Obstbau, Kellerwirtschaft und Management. Aufgabe der 3-jährigen Ausbildung ist es, durch die Vielfalt der Fachgebiete zur Sicherung der wirtschaftlichen Lebensgrundlagen landwirtschaftlicher Betriebe wirksam beizutragen. Es wird eine fundierte Fachausbildung zum Einstieg als Betriebsführer/In angeboten.

Weinbauschule Eisenstadt

Die Weinbauschule Eisenstadt ist eine Landwirtschaftliche Fachschule, die den Abschluss als Facharbeiterin bzw. Facharbeiter  für Weinbau und Kellerwirtschaft anbietet, sowie – als einzige Schule in ganz Österreich – als Facharbeiterin bzw. Facharbeiter für Landwirtschaft mit Wein-, Obst- und Gemüsebau. Schwerpunkte, wie Bioweinbau, Marketing/Agrartourismus und Produktveredlung, sowie optionale Zusatzqualifikationen (Edelbrandsommelier, Gastronomiekonzession etc.) garantieren eine moderne Ausbildung, die wahlweise dreijährig oder vierjährig (Berufserfahrung durch lange Fremdpraxis) erfolgt.

Den AbsolventInnen steht zusätzlich ein Studium an der FH-Burgenland (Internationale Wirtschaftsbeziehungen/Weinmarketing) offen. Außerdem wird in Kooperation mit den BHAK Neusiedl/See und Eisenstadt eine Wein-HAK angeboten (Facharbeiterin bzw. Facharbeiter mit Matura).

 

Österreichische Weinakademie

Seit 1991 steht die Weinakademie Österreich mit einem eigenen Seminar- und Fortbildungsprogramm als Non-Profit-Organisation und Tochtergesellschaft der Österreichischen Weinmarketing GmbH. allen Weininteressierten offen. Beheimatet ist die Weinakademie Österreich in Rust, im stimmungsvollen Ambiente des Seehofes. Der zweite Standort befindet sich in Krems neben dem Kloster Und.

Geschäftsführer der Weinakademie ist Dr. Josef Schuller, Österreichs erster Mast of Wine.

An beiden Standorten werden Seminare abgehalten. Diese Seminare bestechen durch die Vermittlung von fundiertem Fachwissen und werden von bestens ausgebildeten Experten im Bereich Wein abgehalten.

Landwirtschaftskammer Österreich

Die Landwirtschaftskammer Österreich bietet als Interessensvertretung der Weinproduzenten/Innen in den einzelnen Bezirksbauernkammern vor Ort gezielte Beratungen und Kurse an. Diese Beratungen erfolgen sowohl durch Einzelberatungen in den Betrieben als auch in Gruppenberatungen. Die Fachzeitschrift „Der Winzer“ informiert über  neueste Erkenntnisse hinsichtlich Pflanzengesundheit  und Verarbeitungstechniken. Gesetzliche Änderungen werden in verständlicher Form praxisgerecht erläutert.

Die Landwirtschaftskammer Österreich leistet damit einen wertvollen Beitrag für die Führung eines Weinbaubetriebes auf dem neuesten Stand der Technik und vermittelt somit ein nicht mehr weg zu denkendes Fachwissen für die Herstellung von österreichischem Qualitätswein auf höchstem Niveau.

Dachverband österreichischer Sommeliervereine

Der Österreichische Sommelierverband wurde 1998 zur Weltmeisterschaft der Sommeliers gegründet. Als Dachverband aller Sommeliers in Österreich vereint er in sich die einzelnen Landesvereine. Bei der Sommelier-Europameisterschaft in Straßburg konnte sich der Salzburger Jechsmayr einen Platz unter den acht besten Sommeliers Europas erkämpfen.

Im Bereich Wein und Obst gibt es somit in Österreich für alle Interessenten/Innen die Möglichkeit, Fachwissen zu erwerben bzw. zu vertiefen, egal ob für Ausbildungszwecke, um in diesem Bereich beruflich Fuß zu fassen und zu bestehen oder sein Hobby zu vertiefen.

Veröffentlicht am 03.09.2015, Kommunikation und Service (Abteilung Präs. 5)