Schlosspark Ambras

Erzherzog Ferdinand II. ließ beim Umbau der Ambraser Burg zu seiner Sommerresidenz (1566-70) den Schlosspark auf dem Hang des Paschbergs gestalten. 

1574 sind Wälder, Fischteiche, Wildgehege, Weingärten, Gärten und Gartenhäuser dokumentiert. Der heutige Wildpark mit Laubmischwald, Felsen, Schluchten, Wegen, Brücken und künstlichem Wasserfall geht auf diese Gestaltungsphase zurück. Westlich und südlich des Hochschlosses gestaltete man Lustgärten. Diese Gartenpartien wurden nach dem Tod des Erzherzogs im Jahr 1959 nicht erhalten: sie wurden landwirtschaftlich genutzt. Der Felsenkeller, die Bacchusgrotte und einige andere Gartengebäude blieben bestehen. Erzherzog Karl Ludwig ließ ab 1855 als Tiroler Statthalter die Sommerresidenz ausbauen. Dabei gestaltete man die nördlichen und westlichen Partien als Landschaftsgarten. Im Park wurden Solitärbäume und Baumgruppen gepflanzt, im unteren Bereich wurde ein großer Teich angelegt. Der Keuchengarten erhielt ein Schwimmbecken mit umgebender formaler gärtnerischer Gestaltung.


In der 2. Hälfte 20. Jahrhunderts erfolgten einige Veränderungen des  Parks: Der Bau der Autobahn erforderte eine Flächenreduktion an der Nordseite. Der Bereich des  Keuchengartens, einige der ehemals nicht begrünten Höfe und der Zugang vom Westtor wurden entsprechend dem Zeitgeschmack der 1970er Jahre neu gestaltet. Im Wildpark baute man einen Spielplatz. Der Park ist seit 1928 im Besitz der Republik Österreich und wird von den Bundesgärten verwaltet. Seit dem Jahr 2007 steht die Anlage unter Denkmalschutz.

Im Wesentlichen hat der Ambraser Schlosspark über die Jahrhunderte seine Dreiteilung um das mittig gelegene Renaissanceschloss erhalten: Den Wildpark östlich des Schlosses, den landschaftlichen Parkteil west- und nordseitig und den Keuchengarten an der Südseite. Vor Beginn der Revitalisierungen zeigte sich der Bestand z.T. stark verwachsen: Der Wildpark war zu dicht und mit zu vielen Nadelbäumen bepflanzt. Im Landschaftsgarten erfolgten im Laufe des 20. Jahrhunderts zu viele Nachpflanzungen von Gehölzen. Die gärtnerischen Gestaltungen der 1970er Jahre im Keuchengarten und in den Höfen entsprachen nicht mehr den Anforderungen der Gartendenkmalpflege.

Seit 1993 erfolgten Revitalisierungsmaßnahmen zur Reduktion des zu dichten Gehölzbestands und zur Wiederherstellung der Achsen: 1993-97 wurden auf der großen Wiese im Landschaftsgarten etliche Bäume entnommen. Der Fichtenbestand an der nordseitigen Parkmauer wurde durch junge Laubbäume ersetzt. Im Wildpark rodete man 1996-97 rund 100 ältere Fichten. Partiell wurden Eiben nachgepflanzt. Die Sichtachse zwischen Schloss und Wasserfall wird sukzessive mittels Fällungen freigestellt.


1997  gestaltete man einen Teil des Keuchengartens im Sinne der Renaissance nach einem österreichischen Gartenmusterbuch von Haus Puechfeldner um 1592-94, in Prag für den Kaiser Rudolph verfasst (Entwurf Maria Auböck, Ausführung H. Bacher). Der Gartenraum zeigt heute die landschaftlichen und formalen Umgestaltungen der Mitte des 18. Jahrhunderts und dieses gartenhistorische Zitat der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts.


Seit 2001 werden die Revitalisierungen auf Basis des Parkpflegewerkes (Markus Beitl) ausgeführt. 2005 wurde mit der Umgestaltung der Fichtenbestände an der Südmauer in Laubmischpflanzungen begonnen. Die Erneuerungen der beiden Holzbrücken im Wildpark (1998-2000), die Renovierung des Treppenturms im Keuchengarten (2004) und die Sanierung des Zulaufs zum Wasserfall (2005) erfolgten durch die Burghauptmannschaft Österreich.

Im Wildpark werden die Gehölzbestände weiter zurückgenommen und die Sichtachse weiter freigelegt. Die Nadelgehölzpflanzungen werden partiell in Laubbaumpartien umgestaltet. Im Landschaftsgarten wird die Revitalisierung des Gehölzbestands an der Südmauer 2006 fortgesetzt.  Im Keuchengarten ist die westseitige Hecke mit der Sanierung der Mauer zu entnehmen.  Seitens der Burghauptmannschaft ist für 2006 die Erneuerung der Stützmauer am Weiher des Landschaftsgartens und einiger Wege mit Treppen im Wildpark vorgesehen.


Die im Parkpflegewerk definierten gartendenkmalpflegerischen Leitzustände sind die Erhaltung und Weiterführung des Schlossparks in seiner historischen und gestalterischen Dreiteilung (Wildpark, Landschaftsgarten, Keuchengarten) mit seiner Entwicklung von der Renaissance bis zur Gegenwart.

Die gartendenkmalpflegerischen Revitalsierungen werden von der Innsbrucker Verwaltung der Bundesgärten in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt, Abteilung für historische Gärten und Landeskonservatorat Tirol im Zuge der Parkpflege getätigt und aus dem laufenden Budget finanziert. Die baulichen Sanierungen obliegen der Burghauptmannschaft Österreich in ihrem Zuständigkeitsbereich als Baudienststelle.

Spezielle Nutzungen wie Kulturveranstaltungen und Feste finden im revitalisierten Park unter Berücksichtigung der Gegebenheiten der historischen Anlage weiterhin statt. office@bundesgaerten.at

Hunde müssen an der Leine geführt werden; wobei zu beachten ist, dass Rasen- und Pflanzenflächen von Hunden nicht betreten werden dürfen. Für Abfälle sind die hiefür vorgesehenen Papierkörbe bestimmt. 
 

Veröffentlicht am 17.03.2015, Kommunikation und Service (Abteilung Präs. 5)