25 Jahre EU-Mitgliedschaft: Eine beeindruckende Erfolgsbilanz

Am 1. Jänner 2020 jährt sich Österreichs Beitritt zur EU zum 25. Mal. Eine kurze Bilanz verdeutlicht, wie wichtig das grenzüberschreitende Friedensprojekt für die politische, wirtschaftliche und ökologische Stabilität der gesamten Region ist.

Schulterschluss im Kampf gegen den Klimawandel

Speerspitze im Klimaschutz

Beim globalen Klimaschutz übernimmt die EU eine Vorreiterrolle und bildet die Speerspitze zur Erreichung der Pariser Klimaziele. Ziel ist es, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 40 Prozent zu reduzieren. Österreich beteiligt sich mit ambitionierten Maßnahmen und setzt unter anderem auf den Ausbau von Erneuerbarer Energie. Mehr Informationen dazu finden Sie im Artikel zur #mission2030.

 

Schulterschluss gegen Luftverschmutzung

Die EU-Richtlinie zur CO2-Reduktion bei Neuwagen war ein wichtiger Schritt für den Klimaschutz und ein großer Erfolg für die österreichische EU-Ratspräsidentschaft. Mit diesem EU-weiten Schulterschluss werden Autohersteller in die Pflicht genommen: Ab 2030 muss der durchschnittliche CO2-Ausstoß von neu zugelassenen PKWs um 37,5 % niedriger sein als jener im Jahr 2021, bei leichten Nutzfahrzeugen um 31 %.

Wirksames Agrarumweltprogramm

Mit dem Agrarumweltprogramm (ÖPUL) wird in Österreich seit dem EU-Beitritt eine umweltgerechte Landwirtschaft unterstützt. Mehr als 80% der Betriebe und 80% der landwirtschaftlichen Fläche sind eingebunden und leisten einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt, zum Gewässerschutz, zur Bodenfruchtbarkeit sowie zum Luft- und Klimaschutz. Jährlich werden rund 450 Mio. Euro Leistungsabgeltungen ausgezahlt, davon ca. die Hälfte aus dem EU-Budget.

Raus aus der Kohle

Mit dem „Clean Energy Package“ wurde das größte Paket in der Geschichte der EU-Energiepolitik auf den Weg gebracht. Erneuerbare Energien erhalten Vorrang, ab 2025 dürfen keine staatlichen Beihilfen mehr für Kohlekraftwerke ausbezahlt werden. Damit setzt die EU einen großen Schritt, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu beenden.

Innovative Projekte

Mittlerweile werden über 15 Förderungsschwerpunkte der „Umweltförderung im Inland“ aus Förderungsmitteln des EFRE (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) und des ELER (Europäischer Fonds für die Ländliche Entwicklung) kofinanziert. So werden zu Beispiel Projekte zur Verringerung der CO2-Emissionen in der Wirtschaft gefördert. Jährlich konnten dadurch bisher rund 225.400 Tonnen CO2 reduziert werden. Mehr dazu finden Sie unter Umweltförderung.

 

Starke Impulse für den ländlichen Raum

Sichere Einkommen

Durch den EU-Beitritt wurden Leistungsabgeltungen für landwirtschaftliche Betriebe in Form von Direktzahlungen eingeführt. Dieses Sicherheitsnetz trägt maßgeblich dazu bei, die Einkommen der heimischen Bäuerinnen und Bauern zu stabilisieren, die Pflege der Kulturlandschaft sicherzustellen und die Versorgung mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln zu garantieren.

Fairness für Bäuerinnen und Bauern

Eine große Errungenschaft ist der europaweite Schutz von kleinen, bäuerlichen Produzenten und Verarbeitern gegenüber großen Abnehmern. Im Zeichen der Fairness wird die Position der Bäuerinnen und Bauern in der Lebensmittelwertschöpfungskette gestärkt. Unter Österreichs Ratspräsidentschaft wurde eine EU-Richtlinie erreicht und nun in nationales Recht umgesetzt.

Unterstützung bei Hofübernahmen

Österreich hat in der EU den größten Anteil an Junglandwirtinnen und -landwirten. Seit 2015 werden junge Bäuerinnen und Bauern im Rahmen der EU-Direktzahlungen gefördert, um die Generationennachfolge in der Landwirtschaft abzusichern. Mit finanzieller Unterstützung soll die Hofübernahme bzw. der Einstieg in die Landwirtschaft attraktiver werden.

Erfolgreiche Regionalentwicklung

Das LEADER-Konzept hat sich seit unserem EU-Beitritt als erfolgreiches Modell der Regionalentwicklung etabliert und bewährt. 77 regionale Entwicklungsstrategien werden in Österreich im Rahmen des Programms für Ländliche Entwicklung umgesetzt. Das Unterstützungsvolumen von LEADER ist in Österreich seit dem EU-Beitritt von 49 Mio. Euro auf 248 Mio. Euro gewachsen.

Rückhalt für kleine Betriebe

Der Strukturwandel in der Landwirtschaft konnte in den vergangenen Jahrzehnten zwar nicht gestoppt werden, hat sich aber seit dem EU-Beitritt verlangsamt. Ziel ist, dass kleine Landwirtschaften auch in Zukunft gut wirtschaften können. Das sehr erfolgreiche österreichische Programm für Ländliche Entwicklung setzt mit dem Agrar-Umweltprogramm und der Ausgleichszulage für Berg- und benachteiligte Gebiete starke Impulse.

Netzwerk für internationale Ausbildung

Die Ausbildung an den höheren land- und forstwirtschaftlichen Schulen des BMNT wurde seit dem EU-Beitritt „international“. Jedes Jahr absolvieren Schülerinnen und Schüler ihre Pflichtpraktika in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben in verschiedenen EU-Staaten. EU-Mobilitätsprogramme machen das möglich. Über das Netzwerk EUROPEA AUSTRIA sind mehr als 80 landwirtschaftliche Bildungseinrichtungen in ganz Europa vernetzt. Mehr Infos erhalten Sie unter Schulen des BMNT.

 

Klare Vorteile im internationalen Wettbewerb

Tourismus im Aufwind

Seit dem EU-Beitritt verspürt der heimische Tourismus starken Aufwind:  Das Schengen-Abkommen und der Euro haben das Reisen innerhalb der EU wesentlich erleichtert, 88% der Gäste kommen aus der EU. Österreich wird als Urlaubsland vor allem in der Weihnachtszeit immer beliebter.

Wichtigster Absatzmarkt

Fast jeder zweite in Österreich produzierte Liter Milch wird innerhalb der EU exportiert. Seit dem EU-Beitritt haben sich die heimischen Agrar- und Lebensmittelexporte um das Achtfache gesteigert. Somit ist die EU Österreichs wichtigster Absatzmarkt.

Wein als Exportschlager

Österreichische Weine wurden seit dem EU-Beitritt zum Exportschlager. EU-Förderungen für die Umstellung der Weingärten, Investitionsförderungen oder Absatzförderungen haben die heimische Weinwirtschaft international konkurrenzfähig gemacht. Die österreichischen Weinexporte entwickelten sich von 218.000 Hektoliter und 30 Mio. Euro im Jahr 1995 auf 520.000 Hektoliter und 170 Mio. Euro im Jahr 2018.

Bioland Nr. 1

In Österreich gibt es rund 24.000 Biobetriebe. Dies entspricht etwa 22% der heimischen Höfe, die 26% der Agrarflächen bewirtschaften. Der Marktanteil der Bio-Lebensmittel liegt derzeit bei rund 1,8 Mrd. Euro im Jahr. Bei Österreichs EU-Beitritt, 1995, waren es noch 200 Mio. Euro. Mehr dazu erfahren Sie in der Biobroschüre des BMNT.

 

Nachhaltiger Schutz der Umwelt

Schutz bedrohter Tier- und Pflanzenarten

Vom Edelweiß bis zum Murmeltier – Österreich ist wie alle anderen EU-Mitgliedsstaaten dazu verpflichtet, im Naturschutz EU-Richtlinien umzusetzen. Dazu zählen zum Beispiel eine Vogelschutz- und Wasserrahmenrichtlinie oder die „Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie“ zur Erhaltung und Wiederherstellung der biologischen Vielfalt. Im Rahmen des Schutzgebietsnetzes Natura 2000 erhalten und entwickeln die Mitgliedstaaten Gebiete, in denen Arten und Lebensräume von europaweiter Bedeutung vorkommen.

Stopp für illegalen Artenhandel

Der illegale Handel mit wildlebenden Tieren und Pflanzen wird auf bis zu 8 Mrd. Dollar pro Jahr geschätzt. Mit der EU-Verordnung von 1996 wird das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) einheitlich umgesetzt und gegen illegalen Artenhandel vorgegangen. Derzeit stehen rund 35.800 Tier- und Pflanzenarten unter CITES-Schutz.

Schutz des Naturerbes

In Österreich gibt es sechs Nationalparks. Über 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind täglich im Einsatz, um den Besucherinnen und Besuchern die Bedeutung dieses wertvollen Naturerbes näher zu bringen. Finanziert werden unsere Nationalparks durch Bund, Länder und EU-Budget. Nähere Infos erhalten Sie auf der Website der Nationalparks.

Breite Front gegen Plastikmüll

Der Plastikmüll an Europas Stränden und in den Meeren hat verheerende Folgen für Umwelt, Tier und Mensch. Nun sagt die EU dem Plastikmüll gemeinsam den Kampf an: Ab Juni 2020 werden Einwegartikel, wie Plastikteller und Plastikbesteck verboten. Was halten Sie von diesem Verbot? Stimmen Sie auf der Website von nachhaltigkeit.at ab.

Gemeinsame Recyclingziele

Europa ist entschlossen, der Wegwerf-Mentalität ein Ende setzen: Ressourcen sollen nicht verschwendet, sondern so oft wie möglich wiedergenutzt und recycelt werden. Mit dem „Kreislaufwirtschaftspaket“ setzt sich die EU in diesem Bereich ambitionierte Ziele. Bis 2030 sollen etwa 60% des Hausmülls, 70% aller Verpackungen recycelt sowie 50% aller Lebensmittelabfälle vermieden werden.

Verwertung alter Elektrogeräte

Durch die Elektrogeräte-Richtlinie der EU müssen auch in Österreich Altgeräte vom Handel kostenlos zurückgenommen werden. Außerdem sind Hersteller und Importeure für die umweltgerechte Verwertung der gesammelten Geräte verantwortlich.

 

Intakte Wälder und sichere Lebensräume

Nachhaltiger Schutz vor Naturgefahren

Das Jahr 2019 hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig Maßnahmen zum Schutz vor Naturgefahren sind. Durch die EU-Hochwasserrichtlinie stehen jährlich 200 Mio. Euro bereit. Damit können in Österreich rund 1.400 Projekte pro Jahr umgesetzt werden, um die Bevölkerung noch besser vor Hochwasser und anderen Naturgefahren zu schützen.

Solidarität bei Naturkatastrophen

Nach schweren Überschwemmungen in Mitteleuropa im Sommer 2002 wurde der Solidaritätsfond der EU ins Leben gerufen, um effektiv und schnell Hilfe leisten zu können. Seitdem wurde der Fonds auch von Österreich in Katastrophenfällen – wie z.B. 2002, 2013 oder 2018 – nach Überschwemmungen und Sturm-Folgen in Anspruch genommen.

Bekämpfung von Baumschädlingen

Allein der Borkenkäfer hat im vergangenen Jahr zu über 5 Mio. Vorratsfestmetern Schadholz geführt. Das kurz vor dem Abschluss stehende EU-Binnenmarktprogramm in Höhe von 4 Mrd. Euro soll zukünftig auch zur Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten und Baumschädlingen dienen.

Kein Holz aus illegalem Einschlag

Europas Wälder schützen vor Naturgefahren und bieten der Bevölkerung einen unersetzbaren Erholungsraum. Zugleich bindet der Wald CO2, mildert damit die Folgen des Klimawandels und liefert nicht zuletzt wertvolle Ressourcen für die stoffliche oder energetische Nutzung. Die EU-Holzverordnung verbietet den Import von Holz aus illegalem Einschlag verboten. Diese europaweite Regelung stärkt das Vertrauen in Holzprodukte.

 

 

Veröffentlicht am 04.12.2019