EU-Rat der Energieminister im Zeichen von Wasserstoff und Energiespeicher-Lösungen

Beim informellen Rat der EU-Energieminister/innen stand heute, Dienstag, u.a. der Einsatz von Wasserstoff als zukunftsgerichtete Energieform auf der Tagesordnung.

„Die österreichische Ratspräsidentschaft hat eine ‚Hydrogen Initiative“ vorgelegt, der sich viele Mitgliedsstaaten, Organisationen und Unternehmen angeschlossen und sie unterzeichnet haben“, berichtete die aktuelle Ratsvorsitzende der EU-Energieminister/innen, Elisabeth Köstinger. „In dieser Initiative bekennen sich die unterzeichnenden Staaten, Organisationen und Unternehmen dazu, im Bereich der Produktion und Nutzung von Wasserstoff als zukunftsweisende Technologie weiter zu forschen und zu investieren“, so Köstinger. In Linz, wo der EU-Rat am 17. und 18. September stattgefunden hat, entsteht derzeit eine der modernsten Wasserstoff-Produktionsstätten Europas.

„Um die europaweiten Klima- und Energieziele für 2030 erreichen zu können, müssen erneuerbare Energieformen weiter ausgebaut und auch verstärkt integriert werden“, betonte Köstinger. „Es ist dabei eine große Herausforderung, erneuerbare Energie auch dann nutzen zu können, wenn die Sonne nicht scheint, der Wasserstand niedrig ist oder der Wind nicht weht. Speicherlösungen sind daher essentiell, um Energie vorrätig halten und im Fall von Überproduktion speichern zu können.“ Erneuerbarer Wasserstoff könne dabei künftig eine wesentliche Rolle spielen, so Köstinger. Darüber hinaus sei Wasserstoff nicht nur als Energiespeicher eine mögliche Zukunftstechnologie, auch die Nutzung als Antriebsenergie für Fahrzeuge wäre ein Beitrag, um die Rolle fossiler Energieträger in der Mobilität zu verringern. „Mit der Hydrogen-Initiative wollen wir ein starkes Signal für erneuerbaren Wasserstoff und eine europaweite Zusammenarbeit setzen“, so Köstinger.

Auch EU-Kommissar Miguel Arias Canete begrüßte die Initiative der österreichischen Ratspräsidentschaft: „Grüner Wasserstoff bietet hohes Potential für die Dekarbonisierung der europäischen Wirtschaft. Die Europäische Kommission begrüßt diese Wasserstoff-Initiative sehr, auch weil sie die Innovationskraft der EU unterstützt.“

Ein weiterer Schwerpunkt in der Diskussion der Energieminister/innen waren die angestrebten Fortschritte beim „Clean Energy Package“. „Der Abschluss dieses Pakets ist eine zentrale energiepolitische Priorität unserer Präsidentschaft“, betonte Köstinger. „Die bulgarische Präsidentschaft hat hier mit dem Abschluss der drei Dossiers zu erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und Governance schon großartige Vorarbeit geleistet. Das hat uns essentielle Schritte weitergebracht, ich bin zuversichtlich, dass uns der vollständige Abschluss dieses historischen Pakets gelingen kann.“

Kommissar Canete äußerte sich ebenfalls optimistisch zum „Clean Energy Package“: „Hier hat der heutige Austausch zwischen den Mitgliedsstaaten einer Präzisierung der Positionen der Mitgliedsstaaten gedient. Ich bin zuversichtlich, dass wir bis zum Jahresende, noch unter österreichischer Ratspräsidentschaft, zu einem Abschluss kommen können“, so Canete.

Was die Debatte um die Kapazitätsmechanismen angeht, äußerte sich Köstinger als Vorsitzführende vermittelnd: „Wir anerkennen, dass mehrere Mitgliedsstaaten in den letzten Jahren hier unterschiedliche Formen von Kapazitätsmechanismen eingeführt haben. Uns ist die politische Sensibilität dieses Themas auch bewusst, vor allem im Hinblick auf den Klimaschutz. Hier gibt es durchaus unterschiedliche Auffassungen zwischen den Mitgliedsstaaten, unser Ziel als Vorsitzland ist es, hier tragfähige Vorschläge und Kompromisse zu finden, die einerseits einen sicheren Rechtsrahmen bieten und andererseits auch ein Höchstmaß an Versorgungssicherheit ermöglichen, ohne die europäischen Klimaschutz-Vorgaben zu gefährden. Aus meiner Sicht dürfen Kapazitätsmechanismen nicht zu dauerhafter Subventionierung von Kohle- oder Atomkraftwerken führen.“ Die Rolle der Präsidentschaft als Vermittlerin zwischen den Mitgliedsstaaten und dem Europäischen Parlament wurde von Köstinger besonders hervorgehoben.

Insgesamt zeigte sich die Vorsitzende der EU-Energieminister/innen mit der informellen Tagung in Linz sehr zufrieden. „Wir haben sehr offene und aktive Diskussionen zu den genannten Punkten geführt. Diese Gespräche sind mit großem Respekt vor den Positionen aller Mitgliedsstaaten verlaufen, das ist für mich auch die Grundvoraussetzung dafür, um Fortschritte zu ermöglichen und das Clean Energy Package in den nächsten Monaten finalisieren zu können.“

On 18 September 2018 the use of hydrogen as a future‑oriented energy form was among the items on the agenda of the informal meeting of EU energy ministers. “The Austrian Presidency of the Council of the European Union proposed a Hydrogen Initiative that many member states approved of and signed”, said Elisabeth Köstinger, current chair of the EU energy minister meetings. “Under this initiative, the signatory states commit themselves to continue research and investment in the production and use of hydrogen as a future‑oriented technology”, Elisabeth Köstinger added. In Linz, where the informal meeting of energy ministers took place on 17 and 18 September, one of the most modern European hydrogen production plants is currently being built.

“In order to achieve the European‑wide 2030 climate and energy goals, renewable energy forms have to be strengthened and better integrated”, Elisabeth Köstinger emphasised. “A big challenge is also being able to use renewable energy at those times when the sun is not shining, the water level is low or the wind is not blowing. Therefore, energy storage solutions are crucial in order to stock energy and to store it in the case of overproduction.” According to Elisabeth Köstinger, renewable hydrogen could, in future, play an important role in this area. Moreover, she said, hydrogen constituted not only a potential future‑oriented technology for storing energy but its use as a vehicle fuel would also add to reducing the role of fossil energy sources in mobility. “With the Hydrogen Initiative we want to send out a strong signal for renewable hydrogen and a European-wide cooperation”, Elisabeth Köstinger said.

EU Commissioner Miguel Arias Cañete also welcomed the initiative of the Austrian Presidency of the Council of the European Union: “Green hydrogen offers significant potential for the decarbonisation of the European economy. The Commission warmly welcomes the Hydrogen Initiative as it will further harness the innovative drive across the EU.

Another focus point in the discussions of the energy ministers was the envisaged progress with the Clean Energy Package. “The conclusion of this package is a central energy policy priority of our presidency”, Elisabeth Köstinger stressed. “The Bulgarian Presidency has done a remarkable amount of groundwork by concluding three dossiers on renewable energy, energy efficiency and governance. This has enabled us to make important headway and I am confident that we will succeed in fully concluding this historic package.”

Commissioner Cañete also expressed his optimism regarding the Clean Energy Package: “Today’s exchanges have allowed to further clarify positions. I remain confident that we can reach a conclusion by the end of this year and therefore still under the Austrian Presidency.”

Regarding the debate on capacity mechanisms, Elisabeth Köstinger took a conciliatory position: “We recognise that several member states have introduced different types of capacity mechanisms in recent years. We are also aware of the political sensitivity of the topic, in particular with regard to climate protection. In this area the opinions of member states vary widely, and our goal as the country holding the presidency is to find viable proposals and compromises which offer, on the one hand, a secure legal framework and, on the other hand, the highest possible supply security of supply without putting the European climate protection requirements at risk.” Elisabeth Köstinger especially highlighted the role of the presidency as a mediator between the member states and the European Parliament.

Overall, the chair expressed her satisfaction with the informal meeting of EU energy ministers in Linz. “We had a very open and active discussion on the points mentioned above. In these discussions, the positions of all member states were fully respected. This is one of the basic prerequisites for making progress possible and potentially finalising the Clean Energy Package in the coming months.”

Veröffentlicht am 18.09.2018

Kontakt

Daniel Kosak Pressesprecher der Bundesministerin

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