Köstinger: Regionalförderungen sind Motor für Entwicklungen

Mittel für Regionalpolitik umfassen 1/3 des EU-Budgets. Bundesministerin Elisabeth Köstinger kämpft für weniger Bürokratie und einfacher Antragstellung.

Heute findet in Brüssel der Rat Allgemeine Angelegenheiten statt, bei dem die neuen Rahmenbedingungen der Kohäsionspolitik (Regionalpolitik) diskutiert werden. Ziel der EU- Kohäsionspolitik ist es, den wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhalt in der Europäischen Union zu verbessern. 1/3 des gesamten EU-Budgets rund 346 Mrd. Euro fließen in die Förderung benachteiligter Regionen.

Für Österreich bedeutete dies in der Periode 2014-2020 über 978,3 Mio. EUR. Der Europäischen Regionalfonds (EFRE) mit 536,3 Mio. EUR und der Europäische Sozialfond mit 442,1 Mio. EUR bilden die zwei wesentlichen Teile der Kohäsionspolitik. Die Rahmenbedingungen der EU-Förderprogramm in der EU-Kohäsionspolitik haben somit wesentliche Auswirkungen auf Österreich. „Förderungen in der Regionalpolitik sind wichtige Instrumente für die Entwicklung von Regionen. Mir ist es ein persönliches Anliegen diese Mittel für unsere Gemeinden, Schulen, Forschungsinstitutionen aber auch Unternehmen so einfach wie möglich zugänglich zu machen“, betont Elisabeth Köstinger Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus.

Die heutige Ratssitzung in Brüssel verfolgt drei wesentliche Ziele. Die Mittel sollen in Zukunft einfacher und unbürokratischer zur Verfügung stehen, die Mitgliedsstaaten sollen mehr nationale Ausgestaltungsmöglichkeiten haben und die Planungssicherheit soll über mehrere Jahre weiterhin gesichert sein. „Ohne die Mittel der Europäischen Union wären viele Projekte im Bereich der Energieeffizienz bis hin zur Forschung nicht möglich gewesen. Für uns ist es besonders wichtig, dass wir Planungssicherheit haben. Regionale Entwicklung ist kein Projekt, dass innerhalb von Monaten abgeschlossen ist“, so Köstinger abschließend.

 

Best Practice Projekt aus dem Europäischen Regionalfonds (EFRE):

Steiermark: Tor auf für Industrie 4.0 - Investition mit Zukunft

Zu viele Aufträge, zu wenig Platz. Das war die nicht unbedingt unangenehme Ausgangssituation für das südsteirische Unternehmen Holler Tore. Kein Wunder, gilt der Betrieb doch als ebenso innovativ wie flexibel. In einem umfangreichen Investitionsprojekt wurde daher die Kapazität ausgebaut, die Forschung an neuen Werkstoffen intensiviert und das Thema Industrie 4.0 ins Visier genommen. Konkret flossen mit Unterstützung durch das Förderprogramm IWB/EFRE rund 1,13 Mio. Euro in eine Produktionshalle mit 1.200 Quadratmetern, in neue Maschinen und eine Werkstätte, in der Forschung und Entwicklung gebündelt werden.

https://www.efre.gv.at/projekte/case_studies/case_study_detail/news/tor-auf-fuer-industrie-40/

Niederösterreich: Errichtung einer Algen-Produktionsanlage

Die eparella GmbH als 100%-Tochter der ecoduna AG hat ihren Sitz in Bruck an der Leitha und produziert in eigenen Produktionsanlagen mit der geschützten ecoduna - PBR-Technologie hochqualitatives Algenpulver. Dieses wird im Großhandel und in weiterverarbeitenden Industriebetrieben vertrieben. Nach erfolgreichen Jahren der Forschung und Entwicklung ist nach 11 Monaten Bauzeit, auf einer Fläche von über 10.000m2 eines der weltweit größten Mikroalgen-Wachstumssysteme entstanden. 16,6 Millionen Euro wurden investiert und rund 31 Prozent wurden vom Europäischen Regionalfonds gefördert.

https://www.ecoduna.com/eparella.html

Oberösterreich: PALETTEN-BAU IM SEKUNDENTAKT

Wenn neue Aufträge in Aussicht stehen, heißt es investieren. Und das hat Josef Speckner, Chef des gleichnamigen Unternehmens, auch gemacht. Herzstück ist eine selbst entwickelte Produktionsanlage, die die Herstellung von Paletten enorm beschleunigt und im harten Wettbewerb den entscheidenden Vorsprung sichert.

Die Josef Speckner GmbH ist der größte Arbeitgeber im oberösterreichischen Schwand im Innkreis, einem Ort mit knapp 1.000 Einwohnern, und beschäftigt sich schon seit vier Jahrzehnten mit der Herstellung von Paletten und Kisten als Transportverpackungen. Diese wurden bis dahin aber noch manuell gefertigt - und auch der Lagerplatz und die Trockenkapazitäten waren an ihre Grenzen gestoßen. Zeit, zu handeln und sich für weiteres Wachstum zu rüsten. 2,2 Millionen Euro wurden investiert und 18 Prozent wurden vom Europäischen Regionalfonds gefördert.

https://www.efre.gv.at/projekte/case_studies/case_study_detail/news/innovation-hausgemacht-paletten-bau-im-sekundentakt/

Wien: BOKU Wasserbaulabor

Errichtung einer Forschungsinfrastruktur bestehend aus einem modernen Wasserbaulabor (RRMC) in Wien mit einem in Europa einzigartigen Labordurchfluss von bis zu 10 m3/s ohne Pumpen. Das RRMC soll dazu beitragen, ablaufende Prozesse in Flüssen besser zu verstehen, mathematische Modelle zur Prozessbeschreibung zu entwickeln, die Auswirklungen von flussbaulichen Maßnahmen zu prognostizieren sowie innovative wasserbauliche Methoden zur Verbesserung von Schifffahrt, Energiewirtschaft, Hochwasserschutz und Ökologie zu entwickeln. Investitionsvolumen rund 45 Millionen Euro davon werden 50 Prozent von der Europäischen Union über den Europäischen Regionalfonds gefördert.

https://forschung.boku.ac.at/fis/suchen.projekt_uebersicht?sprache_in=de&menue_id_in=300&id_in=11518

Mehr Infos zu den Projekten: https://www.efre.gv.at/projekte/

Mittel der EU-Kohäsionspolitik in der laufenden Programmförderperiode 2014-2020 (in EUR)[1]

 

Gesamt

KF1

EFRE2

ESF3

EU Mittel

346 Mrd.

63,3 Mrd.

199,9 Mrd.

83,9 Mrd.

EU Mittel in Österreich

978,3 Mio.

(+257,3 Mio. für ETZ)

 

536,3 Mio.

+ 257,3 Mio. für ETZ

442,1 Mio.

Kofinanzierung in Österreich

1 959,1 Mio.

 

1 525,4 Mio.

+ ca. 38,6 Mio. ETZ

433,7 Mio.

Fördermittel in Österreich insgesamt

2 937,4 Mio.

 

2 062 Mio.

(+ 295,8 Mio. für ETZ)

875,8 Mio.

  1. KF: Kohäsionsfonds (steht in Ö nicht zur Verfügung – nur für MS mit geringem Wohlstand)
  2. EFRE: Europäischer Fonds für regionale Entwicklung
  3. ESF: Europäischer Sozialfonds

[1] https://cohesiondata.ec.europa.eu/overview# ; anhand realer Preise angepasst für 2018 (inflationsbereinigt)

Veröffentlicht am 30.11.2018

Kontakt

Michael Strasser Pressesprecher der Bundesministerin