BMNT: „Leuchtturmförderung 2019 – Digitale Potenziale im Tourismus nutzen“

Mit dem Leuchtturm-Call 2019 wandte sich das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) abermals an den Innovationsgeist der heimischen Tourismus- und Freizeitwirtschaft.

Gemeinsam mit der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) und der Österreich Werbung (ÖW) wurde im Juli die Leuchtturmförderung für das Jahr 2019 unter das Motto „Digitale Potenziale im Tourismus nutzen“ gestellt. Anfang November kürte eine Fachjury die Siegerprojekte, die nun insgesamt rund eine Million Euro an Unterstützung für die Umsetzung ihrer innovativen Vorhaben erhalten.

Angesprochen wurden hierbei insbesondere Kooperationen von touristischen KMUs, die mit innovativen Pilotprojekten die Herausforderungen der fortschreitenden Digitalisierung meistern und entstehende Chancen nützen wollen. „Gerade in dieser Form der Zusammenarbeit über Unternehmensgrenzen hinweg, liegt der Schlüssel zur erfolgreichen Nutzung digitaler Potenziale im österreichischen Tourismus und zur Umsetzung des Plan T“ ist Sektionschefin Ulrike Rauch-Keschmann (BMNT) überzeugt. „Es ist uns ein besonderes Anliegen, dass die heimische Tourismuswirtschaft auf dem Weg in die digitale Zukunft mit angemessener Unterstützung begleitet wird. Durch die Innovationsmillion für die Leuchtturmprojekte 2019 können wir gemeinsam mit ÖHT und ÖW innovativen Kooperationen Anreize bieten und diese zu Best-Practice-Beispielen aufbauen.“

Bis zum 20. September 2019 gingen bei der ÖHT 15 Innovationsprojekte aus den Bundesländern ein. In fast allen Projekten wurden die sogenannten touristischen Kleinstanbieter (Zimmervermieter, Gasthäuser, regionale Attraktionen, landwirtschaftliche Produzenten, etc.) sehr stark mit eingebunden, wodurch deren Teilnahme an der digitalen Transformation erst möglich wird. „Es freute uns, in den Projekten so deutlich zu spüren, dass die „Kleinen“ von den „Großen“ auf die digitale Reise mitgenommen werden. Nur so kann es gelingen, gesamtheitlich die digitalen Potenziale im Tourismus zu nutzen“, betont Wolfgang Kleemann, Generaldirektor der ÖHT. Aus den qualitativ hochwertigen Einreichungen wurden von der Fachjury Anfang November schließlich sieben herausragende Projekte ausgewählt. Diese sieben siegreichen Vorhaben erhalten nun im Rahmen der Leuchtturmförderung 2019 finanzielle Unterstützung aus Tourismusförderungsmitteln des Bundes und aus Mitteln des Programms für Ländliche Entwicklung 2014-2020. „Die große Herausforderung der nächsten Jahre ist es, Datensilos von Unternehmen zu öffnen und mit anderen relevanten Daten zu verknüpfen, um dem Gast mehr Convenience & Erlebnis zu bieten. Die eingereichten Projekte haben Prototypencharakter, weit über die eigene Destination hinaus“ freut sich Reinhard Lanner, Chief Digital Officer der ÖW.

Die sieben Leuchtturmprojekte 2019 im Überblick

  • Projekt „Social Guide Vorarlberg“ (V): Hier wird auf Basis des Big Data Projekts „V-Cloud“ mit Hilfe der Software „Curated Cultures“ in den Destinationen und Tourismusbetrieben ein sog. „Social Guide“ entwickelt und implementiert. Dieser ermöglicht den teilnehmenden Betrieben die Kooperation im Umgang mit „User Generated Content“ und die Bildung einer Datenallianz. Die Jury hob vor allem die spannende Verknüpfung der regionalen Informationen mit echten Gästemeinungen bzw. Empfehlungen hervor. Auch die niedrige Zugangsschwelle für Tourismusbetriebe zu diesen strukturierten Daten wurde als besonderer Vorteil gesehen.
  • Projekt „Mediendatenbank Gesundheitstourismus Oberösterreich“ (OÖ): Mit der Einführung einer Mediendatenbank für den Gesundheitstourismus in Oberösterreich wird eine Möglichkeit zur bedarfsgerechten und zielgruppenspezifischen Verwendung von digitalen Medien geschaffen. Das Content-Sharing-System bringt hohe Kostensynergien in der Produktion, Bereitstellung und Ausspielung von Content mit sich. Vonseiten der Fachjury wurde hier vor allem die strategische Bedeutung einer bundeslandweiten vereinheitlichten Kommunikation im eMarketing betont.
  • Projekt „Gästegewinnung im ländlichen Raum (GLR)“ (NÖ): Durch den Ausbau eines bisher auf Wien beschränkten Online-Magazins soll der ländliche Raum Niederösterreichs ins Interesse von neuen Kundensegmenten bzw. Gästen rücken. Die Jury strich positiv hervor, dass dieses Projekt auch einen Beitrag zur Belebung der ländlichen Wirtshauskultur leistet.
  • Projekt „digital product, service & event access“ (K): Mit der Entwicklung eines app-basierten digitalen Zugangssystems wird neben der Validierung auch die Erstellung und Weitergabe von digitalen Tickets möglich gemacht.  Die Gelegenheit gleichzeitig Gästenutzen zu kreieren und durch die leicht zugängliche Technologie viele Betriebe zu inkludieren wurde von der Jury lobend angemerkt.  
  • Projekt „Gästebindungsprogramme für Schladming-Dachstein und Serfaus-Fiss-Ladis“ (überregional): In dieser überregionalen Kooperation hat man sich zum Ziel gesetzt, Urlaubende enger an die Tourismusbetriebe zu binden, aktives Upselling zu betreiben und Anreize zum Wiederkehren in die Regionen zu schaffen. Dazu wird eine "digitale Währung" in Form von Gutscheinen, Incentives und Erlebnissen geschaffen, die der Gast bei den Betrieben der Region einlösen kann. Die Jury merkte positiv an, dass dieses Vorhaben auch zur Entzerrung von Kernsaisonen dienen kann.
  • Projekt „Fuschlseeregion B.I.T“ (S): In diesem 3-Phasen-Modell sollen Vermieterinnen und Vermieter in den Bereichen „Buchung“, „Information“ und „Training“ unterstützt werden. Wie die Fachjury feststellte, werden durch die Bereitstellung von digitalen Tools und die entsprechende Schulung wichtige strategische Impulse zur Heranführung kleiner Tourismusbetriebe an die Digitalisierung gesetzt.
  • Projekt „Kooperation Digital Valley Yspertal“ (NÖ): Mit der Nutzung digitaler Technologie werden durch dieses Vorhaben digitale Content-, Vertriebs- und Marketingplattformen für die lokale und regionale Ebene geschaffen. Die Jury hob lobend hervor, dass mit diesem Projekt eine große Vorbildwirkung in der Nutzung digitaler Potenziale für andere Kleinregionen entstehen kann.
Veröffentlicht am 29.11.2019