Bundesminister Rupprechter: Artenschutz ist ein Gemeinschaftsprojekt

Biodiversitäts-Strategie Österreich 2020+ definiert nationale Ziele für den Erhalt der Artenvielfalt

„Biologische Vielfalt zählt zu den grundlegenden Bausteinen für ein lebenswertes Österreich. Biodiversität ist wie der Klimaschutz ein Gemeinschaftsprojekt, für das alle an einem Strang ziehen müssen“, betont Bundesminister Andrä Rupprechter bei der Präsentation der neuen Biodiversitäts-Strategie Österreich 2020+ anlässlich der Konferenz zur Biodiversitätskonvention der Vereinten Nationen in Korea.

Die Strategie zielt auf den Schutz der natürlichen Vielfalt ab und soll den Verlust an Arten, genetischer Vielfalt und Lebensräumen wirksam einbremsen. Sie wurde in einem zweijährigen Dialogprozess erarbeitet und kürzlich im Ministerrat vorgelegt. Die neue Strategie wird sowohl zur Umsetzung der EU Biodiversitäts-Ziele 2020 als auch zur Erreichung der globalen Biodiversitäts-Ziele beitragen.

Zwt.: Mehr als 60.000 Arten

Österreich zählt mit mehr als 60.000 Arten zu den artenreichsten Ländern Europas.
Davon sind ca. 166 Pflanzen und 575 Tierarten endemisch, d.h. kommen weltweit nur in Österreich vor, wie z.B. die Kärntner Nationalpflanze Wulfenia, die Innsbrucker Küchenschelle oder der St. Stefans-Kugelspringer in den Katakomben des Stefansdoms in Wien.

27% unserer Landesfläche sind in verschiedenen Kategorien geschützt. 3% sind Nationalparkfläche und gehören damit zu den Gebieten die den strengsten Bestimmungen unterliegen. Bartgeier, Großtrappe, Wildkatze, Urforelle, u.v.m. wurden durch  erfolgreiche Wiederansiedlungsprojekte zurückgebracht. 90% der heimischen Bauern nehmen am Umweltprogramm der Ländlichen Entwicklung teil, das österreichische Forstgesetz zählt zu den strengsten der Welt. Die BMLFUW Initiative „vielfaltleben“ wurde im Internationalen Jahr der Biodiversität zur besten Kampagne Europas gewählt.

„Biodiversität steht für Lebensqualität, Wohlstand und Gesundheit. Leider ist die Vielfalt der Natur in mehrfacher Hinsicht gefährdet. Die neue Strategie ermöglicht es uns, breit koordinierte und nachhaltig wirksame Maßnahmen zu setzen“, erklärt Rupprechter.

Zwtl.: Ökosystems verbessern

In der Biodiversitäts-Strategie Österreich 2020+ sind fünf Handlungsfelder mit zwölf Zielen formuliert, die bis 2020 umgesetzt werden sollen. So ist unter anderem vorgesehen, dass auf 2% der Fläche Österreichs eine natürliche Entwicklung stattfinden kann. 15% der verschlechterten Ökosysteme sollen verbessert bzw. wiederhergestellt sein.

Die Strategie zielt insbesondere auch darauf ab, die vielen, mit der Landwirtschaft verbundenen traditionellen Wirtschaftsweisen in Österreich zu erhalten, z.B. die Wanderimkerei. Die Zahl der Bienenvölker soll auf 400.000 steigen.
Ein weiteres Ziel ist es, den Gesamtbestand der seltenen Nutztierrassen in Österreich zu erhalten bzw. Zu erhöhen.

Für den Erhalt der Biodiversität in Österreich müssen verschiedenste Sektoren zusammenarbeiten – beispielsweise, Tourismus, Raumordnung, Verkehr und Landwirtschaft ebenso wie die Bereiche Forschung, Bildung und Kommunikation.

Zwtl.: Internationale Projekte


Mit Unterzeichnung des Übereinkommens über die biologische Vielfalt im Jahre 1995 hat Österreich sich auch zum Erhalt der globalen Biodiversität bekannt.  In Pyeongchang stellt Bundesminister Andrä Rupprechter konkrete  Projekte vor, die mit österreichischer Unterstützung zum Erhalt der Biodiversität  beitragen, etwa in Bangladesh (Flussdelphine) und  im Kongo (Okapi).

Mit dem Gastgeberland Korea hat Österreich eine Freundschaftserklärung unterzeichnet, in welcher die Bedeutung der Nationalparks  für Biodiversität, Forschung, Umweltbildung, Erholung und vor allem auch die Jugend unterstrichen wird.

Veröffentlicht am 16.10.2014