Köstinger: Große Bühne für beste Schul-Ideen zur Abfallvermeidung

Wettbewerb „Abfallvermeidung macht Schule 2018“ kürt Vorzeige-Projekte

Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger prämierte am Freitag im Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) die Siegerprojekte des Wettbewerbs „Abfallvermeidung macht Schule 2018“. Aus zahlreichen Einreichungen wurden von einer Fachjury sieben Projekte in der Kategorie Unter- und Oberstufe ausgewählt und ausgezeichnet.

„Den Jugendlichen ist der bewusster Umgang mit unseren Ressourcen sehr wichtig. Ich bin beeindruckt, dass die Projekte topaktuelle Herausforderungen thematisieren. Die Europäische Woche der Abfallvermeidung ist ein optimaler Anlass, den besten Ideen der Schülerinnen und Schüler eine große Bühne zu bieten. Ihr Engagement für den nachhaltigen Umgang mit Rohstoffen hat starken Vorbildcharakter – nicht nur für andere Jugendliche, auch für uns Erwachsene. Ich gratuliere den Gewinnerinnen und Gewinnern und bedanke mich ganz herzlich bei allen, die mitgemacht haben“, betont Köstinger.

Das BMNT hat heuer zum ersten Mal den Wettbewerb „Abfallvermeidung macht Schule“ organisiert und ausgeschrieben. Ausgezeichnet wurden die ambitioniertesten Ideen gegen die Verschwendung von Ressourcen – wie zum Beispiel Aktionen gegen den sorglosen Einweg-Plastikkonsum oder gegen die Verschwendung von Lebensmitteln. Viele Projekte zeigen eindrucksvoll auf, wie die Kreislaufwirtschaft umgesetzt werden kann.

Europäische Woche der Abfallvermeidung

2018 feiert die Europäische Abfallvermeidungswoche, die heuer vom 17. bis 25. November stattfand, ihr zehntes Jubiläum. Mit dieser von der Europäischen Union initiierten Aktion sollen Aktivitäten, Projekte und Veranstaltungen angeregt werden, um das Bewusstsein zum Thema „Abfallvermeidung, Abfallreduzierung und Littering“ zu stärken. Seit dem Jahr 2009 wurden insgesamt bereits über 87.000 Aktivitäten europaweit umgesetzt.

Siegerprojekte 2018

Kategorie Unterstufe

NMS Puntigam: „Müllvermeidung“

Die Schülerinnen und Schüler der 4. Klassen der Neuen Mittelschule Puntigam, Gradnerstraße 24, die für die Organisation der Schuljause verantwortlich sind, haben beschlossen, dafür eine Bäckerei zu wählen, die mit wenig Verpackungsmüll auskommt – keine Aluteller, Folien und Trennpapier mehr. „Die neue Bäckerei liefert die Waren in Stoffsäcken, die die Kinder aus Stoffresten selbst genäht haben“, informiert Frau Jaqueline Mielke, die die Jugendlichen durch das Projekt begleitet hat.

BG / BRG Hallein: „Plastik – es geht auch weniger“ 

Die Schülerinnen und Schüler haben es sich zum Ziel gesetzt, den Plastikeinsatz in der Schule zu reduzieren. Die Alternativen sind zB. Papierumschläge, Papiermappen, Wassergläser, Stoffsäcke, Kauf von losem Obst und Gemüse ohne unnötige Verpackung, Anreize zur Trennmoral und verändertes Einkaufsverhalten. „Das Projekt läuft fächerübergreifend und kann dauerhaft implementiert bzw. auch ausgedehnt werden“, erklärt Mag.  Josef Kreuzberger. Alle Beteiligten zeigten enorm viel Kreativität und Begeisterung. Selbst vor „tiefgreifenden Veränderungen“ am Schulgebäude wurde nicht zurückgeschreckt. Über der Aula der Schule wurde eine Plane aufgespannt, um den Plastikmüll, der in nur einer Woche in der Schule angefallen ist, zu sammeln und die Größenordnung zu veranschaulichen.

NMS der Pädagogischen Hochschule Steiermark: „Plastikprojekt – there is no away in throw away“

Die Schülerinnen und Schüler der smART.i-Klasse (Schwerpunktklasse Kunst und Inklusion) der Praxisschule - Neue Mittelschule der Pädagogischen Hochschule Steiermark, Hasnerplatz 12, haben es sich zum Ziel gesetzt, plastiklos einzukaufen – derzeit noch ein schwieriges Unterfangen! Der Projekttitel „There is no away in throw away“ allein ist schon selbsterklärend.  Die Jugendlichen sind mit Dosen und Leinensackerl ausgerückt und haben auf Wochenmärkten und bei Direktvermarktern eingekauft, wo die Ware direkt eingewogen wird und kein überflüssiger Verpackungsmüll anfällt. „Der fächerübergreifende Unterricht und die intensive Auseinandersetzung mit Kunststoffverpackungen waren sehr bereichernd“ erklärt Frau Mag. Corina Röck, die die Leitung des Projektes inne hatte. Darüber hinaus wurde eine umfangreiche Schülerzeitung erstellt, in der viele Abfall-Themen sehr ansprechend mit vielen Fotos dargestellt werden.

Kategorie Oberstufe

Polytechnische Schule Eisenstadt: „SVW – Sammeln-Verarbeiten-Weitergeben“

11 Schülerinnen der Fachbereichsgruppe Dienstleistungen haben das Projekt „Sammeln-Verarbeiten-Weitergeben“ gemeinsam mit der Pannonischen Tafel, dem Roten Kreuz (Team Österreich Tafel), Lebensmittelketten und Bio-Läden bewerkstelligt. „Die Schülerinnen haben viel recherchiert, abgeholt, gesammelt, Einmachgläser gereinigt, Aufstriche und Suppen hergestellt und sehr viel Bewusstseinsarbeit geleistet“ lobt Ulrike Schalko die Arbeit der Jugendlichen. Der finanzielle Gewinn wurde der Pannonischen Tafel zur Verfügung gestellt. Im Rahmen eines Festaktes am letzten Schultag wurde das Projekt präsentiert.

BG / BRG Bad Ischl: „#MüllToo“

„Die Schülerinnen und Schüler wollen schon allein mit dem Projekttitel „#MüllToo“ aufrütteln und zum Denken anregen“ informiert Frau Mag. Brigitte Hager, die die Jugendlichen pädagogisch und organisatorisch beim fächer- und themenübergreifenden Unterricht begleitet hat; viele Kompetenzen und Themen, wie den sorgsamen Umgang mit Materialien, Ressourcenknappheit, Vermüllung sowie Umwelt- und Gesundheitsbelastungen wurden besprochen. Das Künstlerische kam auch nicht zu kurz, so wurde ua. die Wirkung von Farben von Verpackungsmaterial auf unsere Psyche untersucht.

BG / BRG Weiz: „Müll und Nachhaltigkeit“

Die Schülerinnen und Schüler haben sich ganz dem Thema „Müll und Nachhaltigkeit“ mit all seinen Facetten verschrieben. Die Auswirkungen des eigenen Handelns wurden beleuchtet und alternative Verhaltensweisen diskutiert bzw. die Wegwerfgesellschaft kritisiert. „Die Themen reichten von Plastik/Glastrinkflaschen, Urban Gardening, neues Design, Repair-Cafe bis hin zu Mode aus Plastik und Schmuck aus Müll“ erklären Frau Mag. Andrea Landauf und Frau Mag. Daniela Magor. Praxisorientiert fanden Exkursionen zur einer Kompostanlage und zu einem Betrieb, der Müll sammelt, sortiert, aufbereitet und behandelt, statt.

Sonderkategorie

Allgemeine Sonderschule St. Anton: „Müllkids“

Im Rahmen der Berufsvorbereitung beteiligten sich fünf Burschen der 5. Klasse an der Müllsammelaktion „Müll-Kids“ im Gemeindegebiet. Es ging dabei auch um die praktische Auseinandersetzung mit dem Thema Müllvermeidung im Unterricht. „Ein wichtiger Aspekt ist die soziale Komponente des Projektes, nämlich die Steigerung des Selbstwertgefühles der Jugendlichen und das Ankommen in der Lebenswirklichkeit“ erklärt Dipl.-Päd. Wolfgang Gautsch. Der Höhepunkt ist das Schulfest, bei dem die jungen Menschen als Müllmänner auftreten und nach dem Vorbild „Groove Onkels“ eine Müllperformance vorführen.

Veröffentlicht am 26.11.2018

Kontakt

Michael Strasser Pressesprecher der Bundesministerin

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